Monaco-GP der Formel 1: Die Hintergründe zum Hamilton-Sieg

Epische Wende um 180 Grad

Sonntag, 29.05.2016 | 22:40 Uhr
Zwei Tage, zwei Bilder, zwei Gesichtsausdrücke - Daniel Ricciardo und Lewis Hamilton in Monaco
© getty
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Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Monaco gewonnen. Aggressivität, fahrerisches Gespür und eine gehörige Portion Glück - in Monte Carlo brachte der Brite alles zusammen, während Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg einen rabenschwarzen Tag erwischte. Bei Red Bull herrschte nach dem verschenkten Sieg Frust, doch es gibt Grund zur Hoffnung.

Die Durststrecke ist beendet. Nach acht sieglosen Formel-1-Rennen in Folge hat Lewis Hamilton sich im Kampf um die Weltmeisterschaft 2016 eindrucksvoll zurückgemeldet. Und sein seelisches Befinden binnen Stunden radikal zum Positiven gedreht.

"Ich muss versuchen mich zurückzuhalten. Die Weltmeisterschaft schreitet immer weiter fort und wir haben immer mehr Probleme. Für mich wird das langsam zur Norm", hatte Hamilton noch am Samstag seinem Frust Luft gemacht.

Beim sechsten Qualifying der Saison 2016 hatte ihn zum dritten Mal die Technik gebremst. Zwei Mal hatte ihn die MGU-H gebremst, im Fürstentum streikte nicht die Energierückgewinnung am Motor sondern der Benzindruck. Den Sieg hakte er nach Startplatz 3 ab: "Die Reifen sind so hart, dass es locker ein Einstopp-Rennen wird. Es gibt nichts, was du über die Strategie machen kannst. Du kannst hier nicht überholen."

Hamilton profitiert an allen Ecken und Enden

Am Sonntag aber profitierte Hamilton ausgerechnet von der Eigenschaft des Circuit de Monaco, die ihn am Samstag noch frustriert hatte: Er blockierte Daniel Ricciardo erst auf Regen-, dann auf Trockenreifen, bis er mit der schwarz-weiß-karierten Flagge als zum zweiten Mal in seiner Karriere als Sieger abgewunken wurde.

Dass er überhaupt vor Ricciardo fuhr, war Hamiltons Verdienst. Als Ricciardo wie der Rest des Feldes von Regenreifen auf Intermediates wechselte, fuhr der Weltmeister weiter - auf eigene Faust. "Nico und Sebastian hatten früher gestoppt und waren nicht viel schneller als ich - wenn überhaupt. Meine Reifen haben kaum abgebaut. Also dachte ich: 'Ich muss draußen bleiben.' Das Team sagte, wir sollten wechseln, aber ich wusste, dass ich hinter Daniel zurückfallen würde. Also habe ich es herausgezögert, soweit ich konnte."

Vettel versteht Dauerlauf auf Regenreifen nicht

Selbst die Konkurrenz konnte Hamiltons Entscheidung nicht nachvollziehen. "Ich weiß nicht, warum sie so lange draußen geblieben sind. Es machte gar keinen Sinn zu zögern und mit den Regenreifen weiter zu fahren", sagte Sebastian Vettel über Felipe Massa. Der Williams-Pilot hatte wie Hamilton lange seine Fahrt auf Regenreifen absolviert, den Ferrari aufgehalten und Vettel den Podestplatz gekostet. Das brachte vor allem dem Briten das, was in Monaco wichtiger ist als schnelle Runden: Track Position.

Das riskante Vabanquespiel, die Ablehnung des Rats seiner Ingenieure - sie zahlten sich aus. Hamilton hatte den richtigen Riecher. 31 Runden dauerte sein Start-Stint. Ricciardo kam auf Intermediates nicht vorbei, weil die Strecke abseits der Ideallinie zu nass war.

Genau dieses Schicksal hatte Hamilton schon zu Beginn des Rennens gedroht. Er kam einfach nicht an seinem Teamkollegen vorbei. Letztlich war es deshalb Rosberg, der ihn auf die Siegerstraße brachte, indem er ihn uneigennützig vorbeiließ.

"Nico hat wie ein echter Gentleman gehandelt", bedankte sich Hamilton nach dem Rennen. "Wenn ich wie Niki (Lauda Anm. d. Red.) eine rote Kappe hätte, würde ich sie jetzt ziehen. Das war tolles Teamplay", schloss sich Mercedes' Motorsportchef Toto Wolff an.

Schwacher Rosberg verhilft Hamilton zum Sieg

Rosberg stellte den Befehl zum Platztausch nicht infrage, obwohl Hamilton ihn in Ungarn 2014 bei einer vergleichbaren Situation blockiert hatte. Rosberg stellte sich in den Dienst der Silberpfeile, weil er Probleme mit dem Regenwetter hatte. "Das war ein Dienst am Team. Er konnte das Rennen nicht gewinnen. Und er hätte den Sieg von Lewis verhindern können. Das hat er aber nicht getan. Hut ab. Das zeigt wirklich Größe", lobte selbst Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Doch was war bei Rosberg los? "Er hat die Reifen nicht auf Temperatur bekommen", erklärte Teamchef Toto Wolff das mickrige Tempo des WM-Führenden in der Anfangsphase des Monaco-GP: "Wir wissen selbst nicht, warum Nicos Problem größer war als das von Lewis."

Für den WM-Führenden wurde es aber selbst dann nicht besser, als die Regenreifen runter waren. Beim zweiten Boxenstopp klemmte die Radmutter. Rosberg musste den Verkehr in der Box vorbeilassen. Auf der Zielgeraden zog selbst Nico Hülkenberg im Force India vorbei. Am Ende wurde Rosberg nur Siebter, sein Vorsprung in der Fahrer-WM schmolz auf 24 Punkte zusammen.

"Ich hatte absolut kein Gummi mehr auf den Reifen und dadurch keine Traktion. Ich konnte mich einfach nicht mehr verteidigen", rekapitulierte Rosberg. Auch hier machte Hamilton den etwas besseren Job. Er hielt Ricciardo, der auf den härteren Supersofts unterwegs war, hinter sich.

Red Bull erklärt Boxenstopp-Fehler

"Wir fanden, dass Mercedes sehr mutig war, bei Hamilton einen Reifenwechsel auszulassen. Aber er hatte im Gegensatz zu uns nichts zu verlieren. Es hätte für Daniel immer noch gereicht, hätte es beim Boxenstopp nicht einen Kommunikationsfehler gegeben", erklärte Teamchef Christian Horner die Strategie.

Der Australier hätte gewonnen, wenn Red Bull seine Reifen beim zweiten Stopp rechtzeitig bereitgehalten hätte. Das gelang nicht. Weil die Boxengasse in Monte Carlo besonders ist. Der Kommandostand liegt über der Garage. Dort ist zu wenig Platz für zu viele Reifen.

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"Wir haben den Ultrasofts nicht zugetraut, bis zum Ende durchzuhalten. Deshalb wollten wir eine Stufe härter gehen als Mercedes", so Horner. Als Ricciardo die Anweisung zum Boxenstopp bekam, sollten die Mechaniker zeitgleich in der Box die Supersofts herausholen. Nur kramten sie die falschen Pirelli heraus. Als sie die Heizdecken abnahmen, kamen softe Slicks zum Vorschein

"Das Team hatte 30 Sekunden Zeit sich vorzubereiten", fluchte Horner: "Dummerweise lag der Satz Supersoft ganz hinten in der Garage. Die ganze Prozedur hat uns ungefähr 10 Sekunden extra gekostet."

Hamilton nahm Ricciardo in der Boxengasse knapp über neun Sekunden ab und kam trotzdem nur Millimeter vor ihm heraus. Warum? "Auf den Slicks wieder rauszufahren - es war so rutschig für uns alle", sagte Hamilton, der mehrere Fehler auf der Outlap einstreute. Unter anderem kürzte er die Hafenschikane ab: "Es war unglaublich aufregend. Ich brauchte schnelle Reflexe gegen das spontane Übersteuern." Trotzdem oder gerade deswegen lobte Hamilton die Leistung des Zweitplatzierten. Er wusste, dass er nicht aus eigener Kraft gewonnen hatte. Er hatte einfach riesiges Glück.

Ricciardo tief enttäuscht und doch optimistisch

"Ich weiß nicht, wo es jetzt hingehen soll, was ich machen soll", sagte Ricciardo und wandte sich nach seiner harschen Kritik direkt nach dem Rennen nochmals an Red Bull: "Sie müssen verstehen, was passiert ist und daraus lernen. Aber diesen Sieg bekomme ich niemals zurück. Das ist Fakt."

Immerhin: Der Australier schöpfte Mut aus dem Wiedererstarken des vierfachen Weltmeisterteams. "Kanada wird interessant", sagte er: "Es ist immer noch ein Stadtkurs, aber es gibt eine lange Gerade. Es ist mehr ein Pferdestärken-Kurs. Ich glaube, es wird ein Zeichen geben. Wenn wir dort schnell sind, werden wir den Rest der Saison wirklich sehr schnell sein."

Fest steht: Nach dem gelungenen Renault-Update kann Red Bull sein aerodynamisches Wissen wieder besser ausspielen. Ob es für einen dauerhaften Angriff auf Mercedes reicht? Unwahrscheinlich. Für einzelne Spitzen dürfte es reichen. Ferrari, Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen scheinen die Position des ersten Herausforderers definitiv verspielt zu haben.

Formel 1: Kalender und WM-Stand 2016 im Überblick

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