Samstag, 03.05.2008

Das deutsche Team im WM-Check

Knallhart und positiv verrückt

München - Der Startschuss zur 72. Eishockey-WM ist gefallen. Zum ersten Mal findet das Turnier im Mutterland des Pucksports statt. Und in Kanada wollen die deutschen Kufen-Cracks an die Leistungen der letzten WM anknüpfen.

Deutschland, Sturm, Busch, Ustorf
© Getty

In Russland belegte die Nationalmannschaft einen guten neunten Platz - allerdings ohne NHL-Stars. Das ist diesmal anders. Mit Marco Sturm, Christoph Schubert und Dennis Seidenberg stehen gleich drei NHL-Legionäre auf dem Eis. Somit ist das Viertelfinale durchaus im Bereich des Möglichen.

Um einen Überblick zu bekommen, wie stark der deutsche Kader ist, sprach SPOX.com mit Michael Leopold. Der Premiere-Experte gibt eine Einschätzung der Spieler, die Trainer Uwe Krupp für das Turnier nominiert hat.

Goalies

Dimitrij Kotschnew (26 Jahre, Sinupret Ice Tigers): Er hat bei der letzten WM bewiesen, dass er internationales Format besitzt (Zu Null gg. Tschechien). Spielte in Nürnberg eine gute Saison und kommt mit großem Selbstvertrauen zum Nationalteam.

Dimitri Pätzold (25, Worester Sharks/AHL): Laut Krupp geht er als Nummer eins ins Turnier. Er kennt aus der AHL die kleine Eisfläche - das ist sicher ein Vorteil. Steht im Schaufenster, denn in San Jose wird man die deutschen Spiele besonders aufmerksam verfolgen!

Robert Müller (27, Kölner Haie): Einer der erfahrensten Spieler im Team (122 Länderspiele). Hat super Playoffs gespielt hat. Seine spielerischen Fähigkeiten sind auch auf internationalem Niveau top.

Verteidiger

Jason Holland (32, ERC Ingolstadt): Spielte eine durchschnittliche Saison. Er hat Probleme bei kleinen, schnellen Leuten. Aber er ist sehr robust und kennt die kleine Eisfläche aus der NHL und AHL.  

Michael Bakos (29, ERC Ingolstadt): Auf ihn kann man sich immer verlassen.. Michael ist auch in der Kabine sehr wertvoll. Bringt gute Laune mit und genießt das volle Vertrauen des Bundestrainers.

Chris Schmidt (32, Iserlohn Roosters): Hat sich in dieser Saison vom Ergänzungsspieler zum Leistungsspieler entwickelt. Er wird von seinen Trainern als Musterprofi beschrieben und spielt absolut mannschaftsdienlich. Robust.

Sebastian Osterloh (25, Frankfurt Lions): Knallhart. Er kann immer ein Zeichen setzen. Positiv verrückt.

Frank Hördler (23, Eisbären Berlin): Defensiv eine Bank - ruhiger Typ, der wenig Fehler macht. Hat in jungen Jahren bereits die dritte Meisterschaft mit Berlin gewonnen - das ist sicher auch ein Qualitätsmerkmal.

Dennis Seidenberg (26, Carolina Hurricanes/NHL): Er hat in der NHL eine Menge Erfahrungen gesammelt und ist menschlich unproblematisch. Keine Star-Allüren. Läuferisch und spielerisch top.

Christoph Schubert (26, Ottawa Senators/NHL): Er gehört zum Stamm bei den Sens - mehr muss man zu ihm eigentlich nicht sagen. Hat eine starke Saison in der NHL gespielt - 8 Tore, 16 Assists. Guter Schuss. Kann auch Stürmer spielen.

Andreas Renz (30, Kölner Haie): Der Kapitän hat die meiste Erfahrung (159 Länderspiele) - eine Bank in der Defensive. Auf und neben dem Eis eine herausragende Führungspersönlichkeit.

Andre Reiss (21, Hannover Scorpions): Der Überraschungsgast . Er hat eine tolle Entwicklung in Hannover hinter sich. Ist flexibel, da er vom Stürmer zum Verteidiger umgeschult wurde. 

Sturm

John Tripp (30, Hamburg Freezers): Seine körperliche Präsenz ist wichtig für die Mannschaft. Spielt traditionell in der Nationalmannschaft besser als im Verein. Besitzt NHL-Erfahrung.

Michael Hackert (26, Adler Mannheim): Schnell und technisch einer der besten im Team. Wird wohl wieder der Center an der Seite von Wolf und Gogulla sein. Da darf man eine gewisse Tor-Produktion erwarten.

Christoph Ullmann (24, Adler Mannheim): Auf ihn kann man sich immer verlassen. Hat ein starkes Jahr in Mannheim gespielt - 14 Tore erzielt. Flott unterwegs.

Aleksander Polaczek (27, Sinupret Ice Tigers): Ein klassischer Rollenspieler. Physisch sehr präsent. Gut in Unterzahl. Einer der unangenehmsten Gegenspieler, den man bekommen kann.

Petr Fical (30, Sinupret Ice Tigers): Ein guter, solider Mann auf den man sich zu 100 Prozent verlassen kann. Er bringt immer seine Leistung. Petr hält konstant sein Level. Der Coach weiß immer, was er bekommt.

Yannic Seidenberg (24, ERC Ingolstadt): Nicht der Größte (1,72 m), aber dennoch sehr hart. Ein schneller Spieler der sich mit einer guten WM für ein Engagement in Nordamerika empfehlen will.

Michael Wolf (27, Iserlohn Rooster): Mal schauen, wie seine Torgefährlichkeit auf der kleinen Eisfläche zur Geltung kommt. Die NHL-Scouts freuen sich auf ihn. Bei all seiner Torgefahr (44 Tore) kennt er auch den Rückwärtsgang.

Philip Gogulla (20, Kölner Haie): Hat eine überragende Saison gespielt - vor allem in den Playoffs. Er kann sich schon mal an die kleine Eisfläche gewöhnen. Ein Kandidat für die NHL. Läuferisch exzellent!

Marco Sturm (29, Boston Bruins/NHL): Der herausragende Führungsspieler! Seit Jahren in der NHL ein Top-Spieler, der ohne Star-Allüren zur Nationalmannschaft kommt und sich sofort ins Teamgefüge integriert.

Stefan Ustorf (34, Eisbären Berlin): Ein kompletter Spieler. Wenn er eine Schwäche hat, dann am Bully-Punkt. Wird wohl als Center neben Sturm spielen. Schön, dass er wieder mit dabei ist!

Florian Busch (23, Eisbären Berlin): Vom Potenzial wohl der talentierteste Deutsche in seinem Jahrgang. In seiner persönlichen Öffentlichkeitsarbeit muss er zulegen. Die steht nicht in Einklang mit seinen Leistungen auf dem Eis.

Sven Felski (33, Eisbären Berlin): Läuferisch top. Er könnte in der Nationalmannschaft noch das ein oder andere Tor mehr schießen. Immer gut ihn in der Kabine zu haben.

Andre Rankel (22, Eisbären Berlin): Unglaublich, wie er in dieser Saison eine schwere Verletzung weggesteckt hat. Ganz stark in den Playoffs. Guter Schuss, tolle Entwicklung.

Daniel Paczulla

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