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NFL: Ein Ösi, ein Freak und ein Künstler - die besten Offensive Linemen im Draft 2022

SPOX stellt die besten Offensive Linemen im Draft 2022 vor.

NFL Draft 2022: Offensive Tackle - Das Top-Trio

Wer ist denn nun der beste Tackle dieser Draftklasse? Das ist schwer zu sagen, denn niemand ist so herausragend gut, dass die Antwort auf die Frage klar ausfallen würde.

Allerdings gibt es drei Tackles, die sich durchaus ein wenig von der Konkurrenz abheben.

Charles Cross - Offensive Tackle, Mississippi State

Spielte nach einer Redshirt-Saison nur zwei Jahre für die Bulldogs, wusste dann jedoch zu überzeugen. Als Redshirt-Freshman wurde er direkt ins Freshman All-SEC-Team gewählt, ein Jahr später war er First Team All-SEC und First Team All-American.

Cross präsentierte sich als idealer Left Tackle in Pass-Protection in der Air Raid Offense von Mike Leach. Verfügt über flinke Füße und präzise Hände und zeigte sich auch als fähiger Zone-Blocker im Run Game. Generell versteht er das Spiel und eine gute Übersicht im Play.

Die Tatsache, dass er kaum als klassischer Run-Blocker eingesetzt wurde und daher kaum Erfahrung damit hat, kann man ihm letztlich als Defizit auslegen, doch da moderne Offenses ohnehin eher auf den Pass setzen, sollte dies kein allzu großer Nachteil sein.

Zu beobachten wird ebenfalls sein, wie sich seine Beinarbeit entwickelt. Auffällig bei ihm ist ein ungewöhnlicher Stance, bei dem die Füße sehr dicht beieinander stehen, was zu Problemen in Sachen Balance und Geschwindigkeit führen kann, wenn ein Speed-Rusher schnell an ihm vorbeigeht - schlicht weil Cross oftmals große Schritte aus dem Stance weg macht.

Zudem kann Cross sicherlich noch Masse drauflegen. Womöglich gelingt es ihm so, auch mehr Power zu generieren und auch besser für den Bull Rush gewappnet zu sein. Zudem zeigte er eine Tendenz dazu, zu lange am Gegner hängen zu bleiben - sprich: Er kassierte zu viele Holding-Strafen, was auf dem nächsten Level abgestellt werden muss.

Unterm Strich gibt es sicherlich Teams, die ihm aufgrund seiner Run-Block-Defizite ein schlechteres Grade geben werden, doch Teams, die das Passspiel als Hauptmittel ansehen, um Erfolg zu haben, dürften in Cross einen langjährigen Starter mit Potenzial zum Pro-Bowler finden.

Evan Neal - Offensive Tackle, Alabama

Neal ist ein physischer Freak, der sich deutlich besser bewegt als seine Masse (159 kg auf 2,01 m) suggeriert. Er explodiert vom Snap weg und zeigt im direkten Duell mit Verteidigern sehr gutes Timing, was seinen Punch angeht. Mit seinen langen Armen gelingt es ihm zudem konstant, Rusher an der Pocket vorbei zu führen.

Er ist extrem zuverlässig und verpasste in drei Jahren für Bama nur ein Spiel und das wegen Covid. Und über seine 40 Spiele gab er nur fünf Sacks insgesamt ab.

Zudem bietet er einem Team enorme Positions-Flexibilität. Er startete in jedem seiner drei College-Jahre auf einer anderen Position. Begann als Left Guard, war dann Right Tackle und schließlich 2021 - seinem besten Jahr auf dem College - Left Tackle. Egal, wer ihn also zieht, hat gewissermaßen die freie Auswahl, wo er spielen soll, ohne zu befürchten, dass Neal eine längere Eingewöhnungszeit bräuchte wie etwa Penei Sewell im Vorjahr bei den Lions.

Aber auch bei Neal gibt es Raum für Verbesserungen. Es fällt ihm schwer, Balance beim Kontakt zu halten, viel zu oft landet er nach erstem Kontakt auf dem Boden, was ihn aus dem Spiel nimmt. Er neigt dazu, sowohl im Pass als auch im Run Blocking zu weit nach vorne zu über zu lehnen, wodurch er seine Basis schwächt.

Und so imposant sein Gewicht auch daher kommt, ist es auch ein Grund zur Sorge, denn auf der High School wog er einst knapp 177 Kilogramm - das werden Teams im Auge behalten müssen, denn zu viel Gewicht ist auch für einen Tackle nicht hilfreich.

Er sollte in jedem Fall direkt starten - auf welcher Seite einer Line auch immer -, doch es gibt eben durchaus noch Dinge, an denen Neal über die Offseason hinweg arbeiten muss, um sein klar ersichtliches Potential alsbald ausschöpfen zu können.

Ikem "Ickey" Ekwonu - Offensive Tackle, N.C. State

Ickey ist ein wahrer Künstler - er spielte in seiner Jugend in der Nähe von Charlotte die Hauptrolle in "101 Dalmatiner" in einer Theatergruppe. Auf der High School war er zudem Teil des Schulchores, spielte Bass und war Sänger (Tenor). Und auch in Sachen Sport war nicht zu verachten - Ickey war State Champion im Ringkampf, überzeugte im Kugelstoßen und Diskuwerfen und lief sogar die 100 Meter in der 4x100m-Staffel seiner High School als Senior - mit 117 Kilogramm war seine Zeit von 13,24 Sekunden durchaus beachtlich.

Zudem sei erwähnt, dass seine gesamte Familie überaus talentiert ist: Sein Bruder Osita Ekwonu spielt Linebacker bei Notre Dame, seine Schwester Adaora studiert Medizin an der University of Chicago Pritzker, Vater Tagbo, der aus Nigeria in die Staaten emigrierte, ist Arzt und spielte früher College Basketball und Mutter Amaka war Sprinterin auf der High School - kein Wunder also, dass auch Ikem Ekwonu Spitzensportler wurde.

Auf dem Feld zeichnet ihn in erster Linie seine enorme Power und sein aggressives Spiel aus. Es kommt nicht selten vor, dass er ankommende Gegenspieler nicht nur in Schach hält, sondern direkt umschubst. Seine Power kommt durch mächtige Beine und richtig starke Hände, die er gewinnbringend einsetzt. Zudem setzt er seine Hüften effizient ein, um noch mehr Schwung in seine Bewegungen zu bringen.

Ekwonu spielt wie ein Bulldozer, wenn es darum geht, den Weg im Run Game freizumachen. Was ihn allerdings von einer klaren Nummer-1-Rolle in dieser Gruppe abhält, ist sein nicht ausgereiftes Spiel in Pass Protection. Speziell seine Beinarbeit ist noch eine Baustelle. Dadurch, dass er hier seine Füße noch nicht vernünftig auf den Boden bekommt im Pass-Blocking, ist er anfällig gegen Pass-Rusher. Auch gelingt es ihm noch nicht gut genug, sich lateral auf hohem Niveau zu bewegen.

Ekwonu spielte auf dem College Left Tackle und Left Guard. Beides machte er gut, wobei seine aggressive Art, die auch schon zur einen oder anderen Penalty nach dem Pfiff geführt hat, wohl besser innen zur Geltung kommen könnte.

Jedoch kommt er aktuell ohnehin eher für Teams infrage, die primär aufs Run Game setzen, in Sachen Pass-Blocking ist er derzeit eher ein Projekt - wenn auch ein vielversprechendes, denn mit gutem Coaching sollten die Defizite über Zeit zu beseitigen sein. Stand jetzt ist Ekwonu ein herausragender Run-Blocker mit großer Upside als Pass-Protector.

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