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NFL: Ein Ösi, ein Freak und ein Künstler - die besten Offensive Linemen im Draft 2022

SPOX stellt die besten Offensive Linemen im Draft 2022 vor.

Was für die anderen Positionsgruppen im NFL Draft 2022 gilt, gilt auch für die Offensive Line - es gibt einige sehr gute Talente, doch keiner kann sich wirklich deutlich absetzen. SPOX stellt euch die Klasse vor: Welche Linemen gehen vermutlich an Tag 1? Welche Namen sollte man kennen?

NFL Draft 2022: Interior Offensive Linemen

Wer auf die Offensive Line schaut im Vorfeld des Drafts, denkt zumeist in erster Linie an Offensive Tackles. Speziell Left Tackles sind meist das Objekt der Begierde, weil es eben darum geht, Edge-Rusher vom eigenen Quarterback fern zu halten.

Allerdings gibt es eben auch schon seit ein paar Jahren den Trend, dass einige Teams dank einer herausragender Spieler Druck vermehrt durch die Mitte erzeugen. Man denke an Aaron Donald oder Chris Jones als Paradebeispiele für Defensive Linemen, die eben auch - oder gerade - durch die Mitte eine Pocket zerstören können. Und um solchen Monstern entgegenzuwirken sind Guards und auch Center immer wertvoller, besonders, wenn sie selbst zu den Top-Athleten zählen.

Im diesjährigen Draft fallen besonders drei Spieler auf, die bei Teams und Experten hoch im Kurs stehen und vermutlich schon früh positiven Impact auf ihre künftigen Teams haben könnten. Die Rede ist von Tyler LInderbaum, Zion Johnson und Kenyon Green.

Tyler Linderbaum - Center, Iowa

"Das beste Center-Prospect, das wir bisher in der PFF-College-Ära gesehen haben", schrieb PFF über Tyler Linderbaum. Jene Ära begann 2014.

Linderbaum ist ein außergewöhnlicher Athlet und das nicht nur für einen Center. Linderbaum war Ringer auf der High School und gewann 53 seiner 63 Duelle. Zudem spielte er Baseball und war ziemlich gut im Kugelstoßen. Eine Kombination aus Sportarten, die eher außergewöhnlich ist.

Das führt dann dazu, dass er zumindest auf dem Platz vielleicht der beste Athlet dieser O-Line-Klasse insgesamt sein dürfte. Er ist für einen Center sehr beweglich und vor allem im Zone-Blocking-Scheme zuhause. Kann also eine echte Waffe im Run Game sein.

Verfügt dank seiner Vergangenheit im Ringkampf über sehr starke Hände und hat über die vergangenen paar Jahre seine Stärke generell gesteigert, sodass er nun in der Lage ist, Leute wegzuschieben und damit den Weg freizumachen.

Allerdings zeigte er Probleme, wenn es darum geht, seine Hände auch dann noch effektiv einzusetzen, wenn er sich Stunts gegenüber sah. Er gilt eher als 2-Hand-Puncher, was ihm dann in Schwierigkeiten bringt, wenn der direkte Gegenspieler nicht gleich zu greifen ist.

Daran lässt sich durch Coaching arbeiten. Jedoch limitieren ihn seine Größe von 1,91 Metern, sein Gewicht (132 kg) und insbesondere seine Armlänge insofern, dass er damit in der NFL wohl wirklich nur Center spielen kann. Er braucht damit also ein Team, das wirklich Bedarf auf jener Position hat. Und im Idealfall auch Zone-Blocking spielt, denn in Pass-Protection allein bekommt er Probleme, gerade gegen Verteidiger mit langen Armen, die ihn einfach körperlich überragen.

Generell jedoch ist er mit Abstand der beste Center, den dieser Draft zu bieten hat.

Zion Johnson - Guard, Boston College

Kein typisches Prospect, so viel ist klar. Johnson begann mit Football erst in seinem Junior-Jahr auf der High School. Zuvor spielte er seit der siebten Klasse Golf und tat dies auch noch auf der High School. Entsprechend nüchtern sahen ihn dann auch die Recruiting-Services und gönnten ihm gar keinen Stern.

Doch dafür hat er sich hervorragend entwickelt. Johnson hat den idealen Frame für einen Guard (1,91 m, 143 kg) und vor allem stabile Beine. Er zeichnet sich durch eine sehr gute Körperhaltung aus, sein Pad-Level ist genau da, wo es sein sollte. Das ermöglicht es ihm, Angriffen standzuhalten und gleichzeitig aber auch selbst mit Kraft auszuteilen. Zudem fällt bei ihm auf, dass seine Bewegungen allesamt flüssig sind - alles wirkt im Einklang.

PFF lobt vor allem seine Konstanz - er hatte kaum Ausreißer nach unten, was seine Leistungen angeht. Und er weist eben auch kaum klare Defizite auf in seinem Spiel. Wenn man das Salz in der Suppe sucht, dann könnte er sicher noch an seinem Spielverständnis arbeiten, wenn es darum geht Stunts zu erkennen oder Blitzes aufzunehmen. Doch da können NFL-Coaches sicher helfen. Zudem fehlt es ihm etwas an Quickness, was er durch seine generelle Ruhe aber wettmacht.

Ein Plus bei ihm könnte sein, dass er zur Not auch Tackle spielen kann - vielleicht nicht regelmäßig, aber eben, wenn Not am Mann sein sollte. Unterm Strich sollte Johnson eine sichere Bank sein als Guard - und das schon von Tag 1 an.

Kenyon Green - Guard, Texas A&M

Kenyon Green steht vor allem für Flexibilität. Spielte bis auf Center alle Positionen in der O-Line der Aggies und startete sogar auf Right Guard, Left Guard und Left Tackle in drei aufeinanderfolgenden Wochen in der Vorsaison.

Für ihn spricht vor allem seine Flexibilität und seine Power, die er primär durch seine Beine kreiert. Er zeigte eine sehr gute Explosivität und schaffte es damit immer wieder beim Run Blocking, schnell ins zweite Level vorzudringen und Linebacker zu attackieren.

Was ihn auf dem nächsten Level noch zurückhalten könnte, ist dagegen seine Technik. Er wird gerne zu breit im Blocking, umarmt förmlich seine Gegenspieler, was wenig überraschend zu Saisonbeginn 2021 zu zahlreichen Penalties geführt hat. Und auch in der NFL dürfte das so weitergehen, wenn er dies nicht in den Griff bekommt. Zudem neigt er dazu, sich in Blocks reinzuwerfen, wenn er in Bewegung ist, anstatt erstmal seine Basis mit den Beinen zu etablieren. Auch das können gute Pass-Rusher in der NFL ausnutzen.

Beides sollte sich aber korrigieren lassen. Und somit stechen vor allem die Möglichkeiten heraus, die NFL-Coaches in Green sehen könnten. Green ist noch kein fertiger Spieler und könnte in der NFL durchaus zum Left Tackle umfunktioniert werden - dass er die Rolle spielen kann, zeigte er bereits, obgleich seine besten Leistungen als Left Guard gekommen sind. Doch wer weiß, ob mehr Spielpraxis das nicht ausgleichen könnte.

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