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NFL

Top 5: Die wichtigsten Erkenntnisse der Wildcard Round: Wie geht es weiter für die Verlierer?

SPOX-Redakteur Adrian Franke blickt nach der ersten Playoff-Runde vor allem auf die Verlierer - und deren Prognose für die Zukunft.

2. New England Patriots: Bleiben die Pats mit Jones aggressiv?

Die Niederlage der Patriots gegen Buffalo war auch eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie schwer - und manchmal unmöglich - es in der heutigen NFL ist, wenn man gegen einen Elite-Quarterback spielt und der sich am Limit seiner Leistungskapazitäten bewegt - während man selbst keinen dieser absoluten Top-Quarterbacks hat.

Und das ist nur sehr bedingt eine Kritik an Mac Jones selbst, dazu gleich mehr. Es unterstrich nur noch einmal, dass diese beiden Teams zwar in den Standings dieses Jahr lange auf Augenhöhe waren, die Bills aber in puncto Potenzial und Ceiling in ganz andere Sphären vorstoßen können als dieses Patriots-Team.

Jones hätte den Patriots dieses Spiel nicht gewonnen - doch die komplett chancenlose Defense hat es den Patriots verloren. Das war eine Machtdemonstration der Bills, die im Laufe des Spiels zu einem bewussten Anspannen des Bizeps wurde. Eine Demonstration, auf welche die Patriots in der kommenden Saison erst einmal reagieren müssen.

New England in seiner aktuellen Zusammensetzung ist auf bestimmte Spielverläufe angewiesen, um ganz oben mitspielen zu können - während die Bills in der Theorie jede Art Spiel gewinnen können. Und Buffalo hat dabei einen gewissen Spielraum, die Patriots können sich Dinge wie die frühe Interception von Jones - ein fantastisches Play von Micah Hyde - und wie die kostspieligen Strafen oder die Drops der Receiver nicht leisten.

New England lag gegen die Colts in Woche 15 mit 0:20 hinten, gegen Buffalo eine Woche später 7:20, gegen Miami in Woche 18 mit 0:17 und dann schließlich gab es die Packung in der ersten Playoff-Runde. Dass die Pats vier der letzten fünf Spiele verloren haben, lag auch daran, dass man langsam startete und es dann für dieses Team sehr schwer ist, sich in so ein Spiel zurück zu arbeiten. Was natürlich irgendwo auch mit dem Quarterback im Zusammenhang steht.

Das Quarterback-Defizit im Vergleich zu einem Team wie Buffalo, Kansas City oder den Chargers als AFC-Konkurrenten wird New England so schnell nicht schließen können. Aber was die Patriots als nächstes angehen können, ist, diesem Team auf beiden Seiten des Balls mehr Explosivität und mehr Big-Play-Kapazitäten zu geben. Dieses Team braucht Speed - und es braucht einen Nummer-1-Receiver.

Patriots: Free-Agency-Strategie war in sich schlüssig

Ich würde diese Saison der Patriots unter dem Strich trotzdem immer noch als Erfolg verbuchen.

Ja, die Pats haben in der Free Agency viel investiert - hier bleibe ich allerdings dabei, dass New England in erster Linie für sich eine Marktlücke gesehen hatte: Die Patriots wussten, dass sie eine sehr günstige Quarterback-Lösung haben würden - entweder Cam Newton, oder ein Rookie später im Draft - und gleichzeitig hatten sie Cap Space, während viele Teams ligaweit sparen mussten. Das haben sie ausgenutzt.

Und nicht jede dieser Investitionen war ein Erfolg, natürlich nicht. Für Nelson Agholor hat man gnadenlos überbezahlt, während Jonnu Smiths Impact auf die Offense deutlich überschaubarer ist als der Preis rechtfertigen würde. Auf der anderen Seite waren Hunter Henry und Matt Judon exzellente Verpflichtungen, während Neuzugänge wie Davon Godchaux, Jalen Mills oder auch Kendrick Bourne als Role Player wichtige Bausteine waren.

New Englands Offseason-Strategie, auch wenn ich nicht mit jeder Entscheidung übereinstimme, war in sich schlüssig und wird helfen, dieses Team konkurrenzfähig zu halten in den nächsten Jahren.

Mehr noch, ich erwarte, dass die Strategie der Patriots aggressiv bleibt, während man Jones auf dem günstigen Rookie-Vertrag hat.

Mac Jones: Weiter als gedacht - und dennoch wie erwartet?

Jones ist der andere zentrale Punkt im Rückblick auf diese Patriots-Saison. Und auch hier würde ich zunächst ein Lob aussprechen, spezifisch an Josh McDaniels, der in meinen Augen einen sehr guten Plan hatte, wie er seinen Rookie-Quarterback, der aus der Pocket gewinnen muss, heranführen kann, ohne ihn zu überfordern. Schrittweise wurde die Offense dann mehr geöffnet, und auch wenn es dann teilweise sehr bieder und konservativ wirkte, denke ich, dass McDaniels hier genau das richtige Gespür hatte.

Was Jones' Leistungen selbst angeht, bin ich der Erste, der zugibt, dass ich nicht erwartet hatte, dass er als Rookie bereits so weit sein und aus der Pocket so souverän agieren würde. Einige der Victory Laps, die bezüglich der Pre-Draft-Diskussionen um Jones in der zweiten Saisonhälfte von einigen Fans und auch Experten zu sehen waren, teile ich dennoch nicht, beziehungsweise, ich würde eine Gegenfrage stellen:

Ist Mac Jones nicht im Kern genau der Quarterback, den wir Pre-Draft erwartet hatten?

Ein Quarterback, der auf eine gute Offensive Line angewiesen ist, der weniger spektakulär, dafür relativ konstant den Ball verteilt und der in erster Linie ein Game Manager - ein Begriff, der viel zu negativ häufig konnotiert ist - ist?

Jones hat eine sehr gute Rookie-Saison gespielt, doch gleichzeitig ist seine Rookie-Saison auch ein Argument für die These, dass der Landing Spot gerade für die Rookie-Quarterbacks in der Frühphase der Karriere fast noch wichtiger als das eigene Talent ist. Hier hat Jones fraglos den Jackpot getroffen - Trevor Lawrence beispielsweise eher nicht.

Was heißt das jetzt für die Patriots im nächsten Schritt? Ist Mac Jones im Endeffekt doch einer dieser Quarterbacks, die gut genug sind, dass man Spiele gewinnt, aber nicht so gut, dass man sicher sein kann, "seine" langfristige Lösung gefunden zu haben?

Ich denke, das ist eine faire Prognose, sage gleichzeitig aber auch, dass ein High-End-Game-Manager - da sehe ich Jones' Ceiling über die nächsten Jahre - insbesondere dann einen Value hat, während der Quarterback günstig ist. So wie Jones aktuell.

Deshalb erwarte ich auch, dass im Big-Picture-Plan der Patriots die Aggressivität auf dem Markt jetzt nicht nachlassen wird. Und das sollte sie auch nicht, sofern man über die nächsten vier Jahre rund um Jones einen Titelanwärter aufbauen will.

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