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NFL - New Orleans Saints mit über 250 Millionen Dollar Gehaltskosten: So kommt das Team wieder aus der Cap-Hölle

Von Jan Dafeld
Drew Brees, New Orleans Saints

Die New Orleans Saints liegen nur wenige Wochen vor dem Start der Free Agency deutlich über der erlaubten Gehaltsgrenze. Welche Optionen hat General Manager Mickey Loomis nun? Und was bedeutet all das für die langfristige Zukunft der Franchise? SPOX gibt einen Überblick.

Mickey Loomis steht vor einem großen Problem. Genauer ausgedrückt steht seine Franchise sogar vor 252.342.363 Problemen.

So viele Dollar beträgt nämlich der Cap Hit des Kaders der Saints in der kommenden Saison. Deutlich mehr als in der vergangenen Spielzeit. Und deutlich mehr als erlaubt sein wird.

Noch ist der exakte Salary Cap für die Saison 2021 noch nicht bekannt gegeben worden, aufgrund fehlender Einnahmen durch die Coronapandemie wird die Gehaltsgrenze in diesem Jahr jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstmals seit Jahren sinken und nicht weiter ansteigen.

Im Jahr 2020 betrug der Salary Cap in der NFL 198,2 Millionen Dollar, mit einer ähnlichen Entwicklung wie in den vergangenen Jahren wäre die Gehaltsobergrenze wohl auf rund 210 Millionen Dollar angestiegen. Mindestens. Von solchen Summen werden die General Manager in der NFL in der nahen Zukunft aber nur träumen können.

Die NFL und die Spielergewerkschaft NFLPA hatten sich im vergangenen Sommer auf eine minimale Cap-Untergrenze von 175 Millionen Dollar geeinigt, um den Teams eine gewisse Planungssicherheit zu ermöglichen. Diese wurde mittlerweile auf 180 Millionen Dollar erhöht, Informationen des NFL Networks zufolge könnten jeder Franchise schlussendlich immerhin 185 Millionen Dollar zur Verfügung stehen.

Angesichts der Horrorszenarien, die vor Beginn der coronageplagten Spielzeit 2020 durch die Medien gegeistert waren, ist das eine gute Nachricht für jedes NFL-Team. Die Saints stehen dennoch vor einer Mammutaufgabe.

Salary Cap, Base Salary, Cap Hit: Das Gehaltssystem der NFL erklärt

New Orleans Saints: "Überhaupt keinen Handlungsspielraum"

New Orleans hätte selbst bei einer konstanten Cap-Entwicklung ohne Corona gehörig Gehalt einsparen müssen. Aufgrund zahlreicher, teurer Vertragsverlängerungen - insbesondere mit Quarterback Drew Brees -, bei denen ein Teil der Cap-Belastung immer in zukünftige Saisons geschoben wurde, war bereits länger absehbar, dass die Saints irgendwann enorme Cap-Einsparungen vornehmen müssen würden. Diese Entwicklung wurde durch die Pandemie weiter beschleunigt und verschlimmert.

"Das ist ein Fall, in dem du vielleicht weiter Gehalt in die Zukunft schieben wollen würdest, weil du einen guten Kader hast. Aber jetzt steigt der Cap nicht mehr", erklärte ein anonym bleibender Cap-Manager gegenüber CBS. "Damit verschlimmerst du deine Probleme vielleicht nur noch weiter." Und ein anderer Experte stellt fest: "Mann, ich weiß nicht, was sie jetzt machen. So schlimm habe ich das noch nie erlebt. Sie haben überhaupt keinen Handlungsspielraum."

Ganz so aussichtslos scheint die Situation der Saints zwar nicht, das Team hat bereits erste Schritte zur Reduktion unternommen: Offensive Lineman Nick Easton wurde entlassen, der Vertrag von Brees wurde obendrein einmal mehr umstrukturiert, sodass das Team Geld in die kommenden Jahre schiebt.

Diese beiden Moves schaffen rund 6,5 und 24 Millionen Dollar Cap Space. Eine enorme Entlastung, doch selbst damit liegen die Saints immer noch mehr als 60 Millionen Dollar über der erlaubten Cap-Grenze (in diesem Fall gehen wir von einem Salary Cap von 185 Millionen Dollar in der kommenden Saison aus, mutmaßlich der Best Case).

Welche Optionen bleiben dem Team jetzt noch? Wir geben einen Überblick.

New Orleans Saints - Option Nummer eins: Entlassungen

New Orleans wird in den kommenden Wochen zahlreiche Spieler entlassen müssen, daran wird kein Weg dran vorbei führen. Immerhin: Auch nach Eastons Entlassung befinden sich immer noch eine Handvoll Spieler im Kader, bei denen eine Entlassung ordentlich Cap-Einsparungen einbringen würde.

Der offensichtlichste Kandidat ist dabei Kwon Alexander. Der Linebacker kam in der vergangenen Saison per Trade aus San Francisco und zählt aktuell mit 13,4 Millionen Dollar gegen den Cap, kein Cent dieser Summe ist garantiert. Alexander ist ein guter Spieler, angesichts der Cap-Einsparungen ist dieser Move allerdings ein No-Brainer.

Gleiches gilt für die Entlassung von Malcolm Brown. Der Defensive Tackle spielte im Vorjahr nur ein Drittel aller Snaps, würde im Falle einer Entlassung aber weitere fünf Millionen Dollar Cap Space bringen. Auch sein Abgang dürfte somit nur Formsache sein.

Ein weiterer möglicher Cut-Kandidat ist Janoris Jenkins. Der Cornerback zeigte im Saints-Dress zwar solide Leistungen, sieben Millionen Dollar Cap-Einsparungen im Falle einer Entlassung dürften im Falle der Saints aber schlicht zu viel sein, um ihn zu halten. Emmanuel Sanders würde bei einem Cut vier Millionen Dollar Cap Space einbringen, auch er könnte das Team verlassen müssen.

Mit diesen Entlassungen könnten die Saints also knapp 30 Millionen Dollar Cap Space schaffen. Genug, um unter die erlaubte Grenze zu rutschen, wäre dies allerdings noch nicht.

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