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NFL

Top 10: Die wichtigsten Erkenntnisse aus Woche 3 in der NFL

SPOX-Redakteur Adrian Franke fasst seine Erkenntnisse des dritten NFL-Spieltags zusammen.

4. Bears benchen Trubisky - nächster Falcons-Wahnsinn

Unmittelbar nach dem Spiel wollte sich Bears-Coach Matt Nagy noch nicht festlegen, wer kommende Woche für Chicago Quarterback spielen würde. "Wir wollen erstmal diesen Sieg genießen", lautete seine diplomatische Antwort, doch selbst Mitch Trubisky dürfte klar sein, was jetzt passiert.

Gegen die Lions und Giants hatte er jeweils gute Phasen, aber insbesondere gegen Detroit sah er teilweise auch übel aus. Und zu viel davon übertrug sich auf das Spiel gegen eine desolate Falcons-Defense, die zusätzlich noch durch Verletzungen dezimiert war. Trubisky brachte nichts Downfield an, warf eine furchtbare Interception, ließ Gelegenheiten bei gut designten Plays liegen, wie etwa dem deutlich verfehlten Wurf in die Richtung von Anthony Miller - und dann war Schluss. Nagy vollzog den Quarterback-Tausch, Nick Foles übernahm.

Dass beide Quarterbacks im Laufe der Saison Snaps sehen würden, war absehbar. Nach den beiden Siegen zum Auftakt schien es so, als hätte sich Trubisky etwas Leine erarbeitet - dem war ganz offensichtlich nicht so. Und ohnehin wirkte es vor allem wie eine psychologische Entscheidung: Weder Trubisky, noch Foles konnte im Training Camp überzeugen. Also blieben die Coaches vorerst bei Trubisky, statt einen de facto Quarterback-Tausch schon vor Saisonstart zu vollziehen, und dann womöglich im Laufe der Saison zu Trubisky zurück zu gehen.

Auch diese Schonfrist ist jetzt abgelaufen, und tatsächlich: Mit Foles kam der Knackpunkt, kam die offensive Aggressivität - und ultimativ das Comeback. Und es erscheint absolut unvorstellbar, dass Trubisky, mit dem die Offense auch nach Jahren noch vereinfacht und limitiert wirkte, in absehbarer Zeit seinen Startplatz zurück erhält; geschweige denn kommende Woche. Und Bears-Fans bleibt die positive Erkenntnis, dass die Trubisky-Ära schließlich endet.

Aber natürlich wären da auch die Falcons, deren Perspektive hier nicht unerwähnt bleiben sollte. Atlanta ist das erste NFL-Team aller Zeiten, das in aufeinanderfolgenden Spielen jeweils mit mindestens 15 Punkte vorne lag und dann noch verlor. Erstmals seit Matt Ryans Rookie-Saison startete Atlanta 0-3 und es ist Atlantas fünfte Niederlage, nachdem man mit mindestens 16 Punkten vorne lag, seit Beginn der 2016er Saison. Kein anderes Team hat in diesem Zeitraum mehr als zwei solcher Niederlagen.

Das alles ist also kein Zufall, so absurd die Pleite gerade gegen Dallas in der Vorwoche auch war. Atlanta wurde, nachdem die Falcons deutlich in Führung gegangen waren, offensiv wieder einmal vorsichtig und hatte keinen klaren Plan, um mit seinem Passspiel das Spiel über die Zeit zu bringen. Und gleichzeitig war es natürlich auch wieder einmal ein defensiver Kollaps unter Dan Quinn, auf dessen erste wirklich gute Defense als Falcons-Head-Coach wir weiterhin warten. Es ist bereits seit ungefähr einem Jahr Zeit für einen neuen Head Coach in Atlanta, und diese Pleite war das jüngste Ausrufezeichen hinter dieser Aussage.

5. Russell Wilson auf MVP-Kurs

Es war nicht perfekt, und dennoch hätten die Total Stats - Metcalfs Aussetzer kommt hier als erstes in den Sinn - noch eindrucksvoller aussehen können: 315 Yards und fünf Touchdown-Pässe legte Wilson gegen die Cowboys auf, damit steht er nach drei Partien bei absurden 14 Touchdown-Pässen. Er ist der erste Quarterback aller Zeiten, der in den ersten drei Spielen einer Saison je mindestens vier Touchdowns aufgelegt hat.

Seattles Offense ist absolut spektakulär anzuschauen. Lockett und Metcalf sind derzeit vielleicht das gefährlichste Receiver-Duo der Liga, Wilson ist der beste Deep-Ball-Passer der Liga und die Tatsache, dass die Seahawks weiterhin wie ein Uhrwerk in der Red Zone punkten (neun Red-Zone-Drives, neun Touchdowns dieses Jahr), liegt maßgeblich auch an Brian Schottenheimer.

Schottenheimer hat sich zu einem der stärker unterschätzten Play-Designer ligaweit gemausert und kreiert auch immer wieder offene Würfe für Wilson. Die Seahawks-Defense ist ein echtes Problem, treibt die Offense aber auch zusätzlich an - Seattle muss offensiv viel punkten, Woche für Woche. Wilsons MVP-Aktien dürfte das nur helfen, aktuell spielt er auf einem herausragenden Level.

Die zuletzt vermehrt angebrachte Tatsache, dass Russell Wilson noch nie eine MVP-Stimme erhalten hat, könnte nach dieser Saison endgültig zu den Akten gelegt werden. Über die ersten drei Spiele ist er der beste und der wertvollste Spieler in der NFL.

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