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NFL

Free Agency 2012: Wie Peyton Manning sich für die Denver Broncos entschied

Von Jan Dafeld
Peyton Manning (r.) wurde von John Elway (l.) zu den Denver Broncos geholt.

Manning ging ohne einen Plan und ohne ein anvisiertes Team in seine erste Free Agency. Der vielleicht beste Quarterback in der Geschichte der NFL hatte keine konkreten Vorstellung davon, welche Eigenschaften seine nächste Station mit sich bringen sollte. Trotz all der Probleme die die Franchise umgaben, hatte er bis zuletzt gehofft, womöglich doch weiter bei seinen Colts bleiben zu können.

"Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Was tut ein Free Agent?", soll Manning seinen ehemaligen Coach und langjährigen Mentor David Cutcliffe gefragt haben. Zu Mannings Glück sollte sich herausstellen: Nicht allzu viel. Es waren die Teams, die Strapazen auf sich nehmen mussten, nicht der Spieler - zumindest im Fall eines elfmaligen Pro Bowlers und viermaligen MVPs.

Mehr als ein Dutzend Teams bekundeten Interesse an dem 36-Jährigen. Den Tennessee Titans und Arizona Cardinals wurden gute Chancen eingeräumt, ebenso wie den Denver Broncos. Auch die New York Jets, San Francisco 49ers, Seattle Seahawks und Miami Dolphins galten als durchaus denkbare Optionen.

Peyton Manning: Wie in einem James-Bond-Film

Wenig überraschend wurde Manning zu einem der am stärksten umworbenen Free Agents aller Zeiten. Die Medien stürzten sich auf jeden noch so kleinen Hinweis, sodass so manche Vorkommnisse schon bald Züge aufwiesen, wie sie eher in einem James-Bond-Film als in der NFL Free Agency zu erwarten wären.

Die Broncos ließen nach ihrem Treffen mit Manning sieben Autos gleichzeitig vom eigenen Teamgelände losfahren, um die wartenden Journalisten und Fotografen zu zerstreuen und den umworbenen Free Agent somit unbemerkt zum Abendessen treffen zu können.

Bei seinem Treffen mit Miami schlug er den Medienvertretern ein Schnippchen der anderen Art: Mit den Dolphins traf sich Manning ausgerechnet in Indianapolis - der einzigen Stadt, in der kein möglicher neuer Arbeitgeber auf ihn wartete und somit auch niemand nach ihm Ausschau hielt.

Die Seahawks wiederum ließen Head Coach Pete Carroll und General Manager John Schneider unangekündigt nach Colorado, wo Manning das erste Treffen mit einem Team abhielt, fliegen, um ein kurzfristiges Zusammenkommen zu arrangieren. Dieser lehnte den Überraschungsbesuch allerdings ab, Carroll und Schneider zogen unverrichteter Dinge wieder ab.

Peyton Manning: Die Qual der Wahl

Manning nahm sich Zeit für seine Entscheidung. Der Quarterback ließ nicht nur einige Zeit verstreichen, ehe er erstmals Gespräche führte: Er traf sich mit einem halben Dutzend Teams und tat dies äußerst ausführlich. Das Treffen mit den Cardinals dauerte fast sieben Stunden, bei den Broncos und Titans blieb er rund sechs Stunden.

Jedes der einzelnen Teams wusste mit gewissen Vorzügen auf sich aufmerksam zu machen: Da war Tennessee, Mannings ehemaliges Zuhause. Für die Tennessee Volunteers war er auf dem College aufgelaufen, seine Eltern lebten noch immer dort.

Da war San Francisco, das im Vorjahr 13 Spiele gewonnen und dem späteren Super-Bowl-Champion im NFC Championship Game erst in der Overtime unterlegen gewesen war. Für die 49ers spielten Stars wie Frank Gore und Michael Crabtree, zudem verfügte das Team über eine der ligaweit besten Defenses - ein Luxus, den Manning in Indianapolis nie genossen hatte. 49ers-Coach John Harbaugh soll damals sehr angetan gewesen sein von der Idee, Alex Smith durch Peyton Manning zu ersetzen.

Doch Manning entschied sich gegen die Gelegenheit, seinen eigenen Legendenstatus im Süden noch weiter auszubauen und auch gegen den kurzfristigen Erfolg.

Seine Wahl fiel auf ein anderes Team. Auf die Denver Broncos.

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