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NFL

NFL 100: Die größten Dynasties der Geschichte

Die 49ers, Patriots und Packers prägten lange Zeit die NFL.

New England Patriots 2001-heute

Die Free Agency samt Einführung der Salary Cap hatten ein großes Ziel: Parität! Keine Franchise sollte mehr in der Lage sein, ein komplettes Erfolgsteam über lange Jahre zusammenzuhalten. Mit mehr Ausgeglichenheit erhoffte man sich mehr Spannung und einen besseren Wettbewerb. Und insgesamt wurde dieses Ziel auch erreicht, wenn man sieht, wie viele verschiedene Super-Bowl-Champions es seit 1993 gab.

Eine Franchise allerdings widersetzte sich dieser Gesetzmäßigkeit seither konsequent. Eine Franchise bewies, dass Free Agency und Salary Cap kein unüberwindbares Hindernis für langanhaltenden großen Erfolg ist.

Die New England Patriots waren ein Gründungsmitglied der AFL 1960 und spielen seit der Saison 1970 in der AFC East. Bis zum Verkauf der Franchise an Robert Kraft allerdings blieben sie weitestgehend eine graue Maus. Einziger Lichtblick war die Teilnahme an Super Bowl XX, den sie haushoch gegen Mike Ditkas Chicago Bears mit 10:46 verloren.

Anfang der 90er stand sogar ein Umzug im Raum, ehe Kraft übernahm. Mit Head Coach Bill Parcells und Quarterback Drew Bledsoe gelang sogar ein weiterer Sprung ins ganz große Spiel, dieses Mal mit einer Pleite gegen die Packers. Der Startschuss für eine Ära war es dennoch, denn der Kader sollte letztlich das Grundgerüst bilden für die Dinge, die einige Jahre später folgten.

Parcells ging nach Querelen mit Kraft nach dem Super Bowl XXXI von Bord, nach drei Jahren mit Pete Carroll holte Kraft letztlich Bill Belichick, zuvor Defensive Coordinator unter Parcells.

Wie Walsh knapp 20 Jahre zuvor war es auch für Belichick ein Geniestreich im seinem ersten Draft, der die Wende bedeuten sollte. In der sechsten Runde - und entgegen der Meinung zahlreicher Kollegen - zogen die Patriots schließlich Quarterback Tom Brady von Michigan, obwohl sie bereits drei Quarterbacks samt Superstar Bledsoe hatten.

Die erste Saison verlief unterirdisch, die Patriots beendeten sie 5-11 und auch 2001 sollte nicht wirklich besser starten. Die ersten zwei Spiele gingen verloren und Belichick fürchtete schon um seinen Job und seine weitere Karriere. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Bledsoe nach einem monströsen Hit durch Jets-Linebacker Mo Lewis so schwer, dass er mit inneren Blutungen ins Krankenhaus musste. Er verpasste weite Teile der Saison.

Die für Bledsoe so katastrophale Verletzung des Quarterbacks war für Belichick aber letztlich doch ein Segen, denn so konnte er auf Brady, inzwischen die Nummer 2, setzen, der freilich nicht den Arm von Bledsoe hatte. Doch er passte besser in den Stil, den Belichick bevorzugte: Schnelle Entscheidungen, präzise Pässe und gute Übersicht.

Der Rest - wie man so schön sagt - ist bekannt. Mit Brady gewannen die Patriots drei Super Bowls in dessen ersten vier Jahren als Starter. Und nach einer Durststrecke von zehn Jahren, in der Belichick das Team essenziell neu erfand und nebenbei zwei weitere Super Bowls - einen nach einer 16-0-Regular-Season - erreichte, kam auch der ganz große Erfolg zurück.

Die Patriots gewannen die Super Bowls XLIX, LI und LIII und verloren knapp in Super Bowl LII. Insgesamt standen sie von 2011 bis 2018 stets im AFC Championship Game und erreichten von 2001 bis 2018 nur zweimal (2002, 2008) nicht die Playoffs. Die Saison 2000 ist zudem die einzige mit negativer Bilanz in der Belichick-Ära.

Auch wenn diese Ära bis jetzt nur Cornerback Ty Law und technisch gesehen auch Wide Receiver Randy Moss, der den Großteil seiner Karriere anderswo verbrachte, aber 2007 seine mit Abstand beste Saison in New England hinlegte, als Hall-of-Famer hervorbrachte, ist anzunehmen, dass noch ein paar folgen werden. Kraft dürfte eines Tages in Canton landen, Belichick und Brady als größter Coach respektive Quarterback in der Geschichte dieser Liga, ohnehin. Dazu ist Rob Gronkowski ein ziemlich aussichtsreicher Kandidat, ebenso Defensive Lineman Richard Seymour, der den ersten Teil der Ära entscheidend mitprägte.

Die Patriots führten den Paritätsgedanken der Free-Agency- und Salary-Cap-Ära über zwei Jahrzehnte ad absurdum und legten eine schier unglaubliche Konstanz an den Tag, die auch von Misstönen wie Spy Gate und Deflate Gate nicht überschattet werden konnte.

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