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Bissige Panthers, hungrige Raiders

Die Oakland Raiders um Receiver Michael Crabtree könnten endlich in die Playoffs zurückkehren
© getty
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8. Oakland Raiders (4-3)
(@Steelers, Vikings, @Lions, @Titans)

Zugegeben: Derek Carr war vor der Saison nicht gerade auf meiner Breakout-Kandidaten Liste - eher im Gegenteil. Aber Fehler muss man ja auch zugeben können, und was der Quarterback der Raiders in seiner zweiten NFL-Saison derzeit spielt ist schlicht beeindruckend. 9,3 Yards pro Passversuch über die letzten beiden Spiele, zuletzt eine herausragende Vorstellung gegen die Jets und das Duo Carr/Amari Cooper hat sich innerhalb von wenigen Wochen zu einem absoluten Traumpaar gemausert. Apropos Cooper: Wäre Todd Gurley nicht, man könnte dem Receiver gleich zum Offensive-Rookie des Jahres küren. Release, Route Running, die Fähigkeit, sich gegen Cornerbacks durchzusetzen - Cooper sieht nicht wie ein Rookie aus. Dazu hat man in Khalil Mack einen Elite-Pass-Rusher und die Offensive Line gehört zum oberen Viertel der Liga. Nochmals der Glückwunsch an die Raiders dafür, dass sie Center Rodney Hudson im Frühjahr aus Kansas City holen konnten. Playoff-Football für Oakland? Alles andere als Spinnerei!

7. Seattle Seahawks (4-4)
(Cardinals, 49ers, Steelers, @Vikings)

Seattle hat sich in die Saison zurückgearbeitet. Die Defense erinnert langsam aber sicher wieder an das, was man seit Jahren von den Seahawks kennt (auch wenn Nummer-2-Cornerback Cary Williams eine Schwachstelle bleibt) und offensiv scheint es, als würde sich die (nach wie vor anfällige) O-Line finden. Die Pass-Protection zuletzt gegen Dallas war gut, im Run-Blocking gehören die Hawks ohnehin ins obere Ligadrittel. Nicht falsch verstehen: Die O-Line bleibt die Achillesferse der Seahawks. Aber es könnte eine Schwachstelle sein, die Seattle in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr so limitiert wie noch über die ersten Spiele. Das gilt umso mehr, da die Hawks jetzt in ihrer Bye Week an einigen Dingen basteln können. Danach wartet das erste von zwei möglichen Division-Endspielen gegen Arizona.

6. Arizona Cardinals (6-2)

(@Seahawks, Bengals, @49ers, @Rams)

Die Cardinals gehen mit einem Polster als Division-Leader in ihre Bye Week, haben aber noch einige Dinge, an denen es zu arbeiten gilt - denn übermäßig überzeugend waren die jüngsten Auftritte nicht. In Pittsburgh verlor Arizona gegen Michael Vick und Landry Jones, gegen Baltimore erlaubte ein schwaches Schlussviertel den Ravens beinahe das Comeback. In Cleveland leisteten sich die Cards vier Turnover und lagen zwischenzeitlich mit 7:20 zurück. Im Team scheint es nach wie vor noch einige Konzentrationsprobleme zu geben, trotzdem stellt Arizona bislang eines der besten Teams der Liga. Das liegt zum einen an der explosiven Passing-Offense, zum anderen aber auch an der im Run-Blocking herausragenden Offensive Line, hinter der Chris Johnson seinen zweiten Frühling erlebt. Defensiv glänzen vor allem Tyrann Mathieu, Patrick Peterson und Calais Campbell. Dennoch gilt: Die Cards warten noch auf den ersten echten Brocken. Nach der Bye Week gibt es genau die mit Seattle und Cincinnati.

5. Carolina Panthers (7-0)
(Packers, @Titans, Redskins, @Cowboys)

So berechtigt es auch war, die Panthers nach dem 4-0-Start (mit Siegen gegen Jacksonville, Houston, New Orleans und Tampa Bay) zu hinterfragen - inzwischen gilt es, dieses Team komplett ernst zu nehmen. Carolina gewann seitdem in Seattle, schlug Philadelphia zuhause und bezwang - wenn auch unnötig spannend - am Montagabend die Colts. Die Panthers beeindrucken mit einem konstanten und effektiven (4,3 Yards pro Laufversuch) Running Game, spielen knallharte Defense mit einer der besten Front Seven der Liga und haben in Josh Norman den besten Cornerback der laufenden Saison. Coach Ron Rivera schreckt nicht davor zurück, Risiken einzugehen und Cam Newton, auch wenn es nicht immer schön aussieht, spielt mit wenigen Waffen um sich herum eine sehr gute Saison. Die Panthers sind auf allerbestem Wege, die NFC South zum dritten Mal in Folge zu gewinnen. Und in diesem Jahr definitiv nicht mit einer negativen Bilanz.

4. Cincinnati Bengals (7-0)

(Browns, Texans, @Cardinals, Rams)

Es gibt wenig, was an diesen Bengals negativ auffällt. Eine der besten O-Lines der Liga, gepaart mit der besten NFL-Saison von Quarterback Andy Dalton und einer Defense, die ihren Pass-Rush wiedergefunden hat. Vor allem aber geht Cincinnati mit einem ganz anderen Selbstverständnis zu Werke. Bestes Beispiel dafür waren der Comeback-Sieg über Seattle sowie am Sonntag der Sieg in Pittsburgh trotz Daltons schwächster Saisonleistung. Luft nach oben gibt es im Running Game, auf beiden Seiten des Balls: Die Bengals lassen, zusammen mit San Diego, die meisten Yards pro Run-Versuch zu (5) und haben umgekehrt, gemeinsam mit Houston, die zweitwenigsten Runs von mindestens 20 Yards auf dem Konto (2).

3. Green Bay Packers (6-1)

(@Panthers, Lions, @Vikings, Bears)

Ja, es war die erste Saisonniederlage für die Packers. Und doch war die Pleite in Denver am Sonntagabend auch die Bestätigung einiger Trends rund um Green Bays Offense. Das Receiving-Corps gehört ohne Jordy Nelson nunmal nicht zur Ligaspitze und da die Wide Receiver im Packers-Scheme häufig auf sich alleine gestellt Eins-gegen-Eins-Duelle für sich entscheiden müssen, liegt hier eine Schwachstelle auf der Hand. Aaron Rodgers konnte das über die ersten Spiele gut maskieren, umso heftiger war die Bruchlandung gegen die Broncos. Dazu kommt, dass Eddie Lacy ganz offensichtlich nicht bei 100 Prozent ist und das Running Game generell schwächelt. Trotz alledem hat Green Bay nach wie vor den besten Quarterback der Liga, einen guten Pass-Rush und eine überraschend gute Secondary.

2. Denver Broncos (7-0)

(@Colts, Chiefs, @Bears, Patriots)

Denvers Defense ist gut. Gut wie in herausragend, historisch gut. Die Broncos lassen ganze 5,8 Yards pro Pass- und 3,7 Yards pro Run-Versuch zu, haben den besten Pass-Rush der Liga und Playmaker, wo man in der Defense auch hinschaut. Das gepaart mit dem aggressiven Ansatz von Coordinator Wade Phillips sorgt Woche für Woche für Verzweiflung bei gegnerischen Offenses - jüngstes Opfer waren die Packers. Diese Defense wird Denver in die Playoffs tragen, egal was passiert. Sollte zusätzlich aber die Offense, die sich unter der Woche mit Vernon Davis, nach wie vor einem der schnelleren Tight Ends der Liga, verstärkt hat, über ihre Bye Week tatsächlich ihre Probleme entschlüsselt haben? Oh Boy...

1. New England Patriots (7-0)

(Redskins, @Giants, Bills, @Broncos)

Die Broncos spielen aktuell wirklich gut. Aber dieses Patriots-Team ist derzeit schlicht auf einem anderen Level als der Rest der Liga. Offensiv beeindruckt der Titelverteidiger mit Vielseitigkeit und Flexibilität: Hat der Gegner eine starke Front Seven? Kein Problem, Slants, Screens und sonstige schnelle Pässe ersetzen einfach das Running Game. Ist der Gegner im Running Game anfällig? LeGarrette Blount. Dabei hilft es natürlich, dass Tom Brady im Vergleich zur Vorsaison nochmal (mindestens) eine Schippe drauf gepackt hat und Gevatter Zeit ins Gesicht lacht, während defensiv die Front Seven unfassbar jung, talentiert und hungrig ist. Die Patriots aktuell zu schlagen scheint fast ein Ding der Unmöglichkeit. Achja: In Week 12 geht es für die Patriots nach Denver. Natürlich bei uns im LIVESTREAM. Pflichttermin wäre zweifellos eine Untertreibung.

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