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Irre! Rekord-Wahnsinn in New Orleans!

Von SPOX
Sieben Touchdown-Pässe, 511 Yars, ein riesiges Statement: Saints-Quarterback Drew Brees
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Cleveland Browns (2-6) - Arizona Cardinals (6-2) 20:34 (7:7, 13:3, 0:14, 0:10) BOXSCORE

Ganz üble erste Hälfte der Cardinals. Running Back Chris Johnson, mit dem man angesichts richtig guter Leistungen schon über eine Vertragsverlängerung gesprochen hatte? Er fumbelte den Ball weg, was zum ersten TD von Josh McCown auf Brian Hartline (32 YDS, 2 TDs) führte. Larry Fitzgerald, der seiner Karriere in dieser Saison ebenfalls neuen Schwung gegeben hatte? Er fumbelte den Ball kurz vor der Halbzeit weg, und das nur wenige Yards vor der Endzone der Browns.

Die lieferten eine richtig gute erste Hälfte ab. McCown feuerte drei Touchdown-Pässe, nutzte seine Möglichkeiten, dazu sicherte man sich in der Partie insgesamt fünf Fumbles. Doch dann ging alles schief. Cornerback-Star Joe Haden verletzte sich. Defense-Anker Donte Whitner verletzte sich. Und McCown wurde zu Beginn des dritten Viertels geplättet - und musste den Rest der Partie angeschlagen durchstehen, bis er am Ende sogar kurz von Johnny Manziel (3/6, 12 YDS) abgelöst wurde.

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Das Mojo der Hausherren war weg, und die Cardinals schlugen zu. Direkt nach dem Seitenwechsel feuerte Carson Palmer (374 YDS, 4 TDs, INT) einen 60-Yard Touchdown auf Michael Floyd, wenig später einen kurzen Score auf Troy Niklas. 24:20, Spiel gedreht, und Fitz (74 YDS, TD) durfte mit seinem Touchdown zum 31:20 den Deckel drauf machen. Da war auch bei CJ2K (30 CAR, 109 YDS) wieder alles gut. Insgesamt zwei Fumbles sind aber keine gute Empfehlung für einen neuen Kontrakt.

Atlanta Falcons (6-2) - Tampa Bay Buccaneers (3-4) 20:23 OT (3:3, 0:10, 7:7, 10:0, 0:3) BOXSCORE

Als die Falcons schon beim ersten Drive drei Pässe von Matt Ryan in den Händen von Receiver-Monster Julio Jones (12 REC, 162 YDS, TD) versenkten, schien es ein lange Abend für die Bucs zu werden. Aber Atlanta schoss sich ein ums andere Mal selbst ins Bein: Jones ließ sich einen Catch aus dem Arm reißen - Turnover. Kurz vor der Endzone vergeigte die Offense einen Snap - Turnover. Interception von Matt Ryan - Turnover. Die Offense sah eigentlich richtig gut aus, hatte zur Halbzeit aber nur kümmerliche 3 Punkte auf dem Konto.

Tampa Bays Rookie-QB Jameis Winston (177 YDS, TD) musste nicht viel machen, Kicker Connor Barth versenkte insgesamt drei Field Goals. Aber Winston war es, der Cameron Brate eine halbe Minute vor der Halbzeit fand, lief dann nach dem Wechsel selbst in die Endzone - und plötzlich stand es 20:3 für den krassen Außenseiter. Aber Ryan (397 YDS, 2 TDs, INT), Spitzname "Matty Ice", machte selbigem alle Ehre. Mit nur 17 Sekunden auf der Uhr feuerte er einen Pass auf Julio Jones, ein Pump Fake hatte den Safety zuvor ins Leere geschickt, und das Spiel war pari! Ausgleich, Overtime.

Da hatten die Bucs dann das bessere Ende auf ihrer Seite. Ein Field Goal reichte, weil die Falcons-Offense im Gegenzug nichts zustande brachte. Und schon waren die Buhrufe aus der Halbzeitpause, die sich zum Ende in puren Enthusiasmus verwandelt hatten, wieder da. Stark von den Bucs, auch wenn eine Wild Card wohl sehr schwer zu erreichen sein wird. Trotzdem zeigte Winston richtig gute Ansätze und macht seinem Status als Top-Pick alle Ehre.

Chicago Bears (2-5) - Minnesota Vikings (5-2) 20:23 (3:7, 7.3, 0:3, 7:13) BOXSCORE

Wichtiger Sieg der Vikings im NFC-North-Duell mit den Bears - und dabei hatten die Bears nach einem cleveren Touchdown-Run von Jay Cutler (22/33, 211 YDS, TD) knapp fünf Minuten vor dem Ende schon wie ein Team auf der Siegerstraße gewirkt. Aber 1:49 vor dem Ende feuerte Teddy Bridgewater aus der Hüfte auf Stefon Diggs, den Receiver-Shootingstar schlechthin, der irgendwie jede Woche ein absolutes Highlight auspackt. Diggs war auf und davon, ließ einen Verteidiger aussteigen und war in der Endzone - Ausgleich!

Chicago machte dann den Fehler, die Uhr nicht herunterzuspielen. Zwei Pässe von Cutler kamen nicht an, plötzlich musste man punten und die Vikes bekamen den Ball an der eigenen 34, bei noch 70 Sekunden auf der Uhr. Und das war zu viel, weil Bridgewater (187 YDs, TD, INT) einen 35-Yard-Pass auf Charles Johnson feuerte, den dieser irgendwie gegen enge Bewachung herunterholte. Noch ein Run von Adrian Peterson, der mit 20 Carries und 103 Yards immer wieder entscheidende Yards brachte, und man war in Field-Goal-Reichweite. Blair Walsh aus 36 Yard in letzter Sekunde - Ballgame!

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Beide QBs schenkten sich nicht viel, aber im Running Game waren die Vikings insgesamt 50 Yards besser (147:97). So bleiben die Vikings auf Tuchfühlung zu den führenden Packers, die Bears brauchen schon ein kleines Wunder, um noch in die Postseason einzuziehen. Und zum allem Übel verletzte sich auch noch Running Back Matt Forte.

New Orleans Saints (4-4) - New York Giants (4-4) 52:49 (14:7, 14:14, 14:7, 10:21) BOXSCORE

Unfassbar! Historisch! Es war ein Shootout sondergleichen, den die Fans im Mercedes-Benz-Dome zu Gesicht bekamen. Eli Manning (30/41, 350 YDS, 6 TDs) legte eine absolute Gala aufs Parkett, doch es reichte letztlich nicht - weil sein Gegenüber Drew Brees (40/50, 511 YDS, 7 TDs, INT) noch einen drauf legte. "So etwas habe ich noch nie selbst erlebt", gab Brees, der mit seinen sieben TD-Pässen den NFL-Rekord einstellte, anschließend zu, "das war ziemlich wild." Wie die Zahlen schon vermuten lassen war es ein absoluter Quarterback-Shootout, und das auf höchstem Niveau.

Zwar prägten auch katastrophale Coverage-Fehler in beiden Secondaries das Bild, doch es war vor allem von Brees eine Show, Flea-Flicker-Touchdown und mehrere spektakuläre weite Pässe wie in besten Zeiten inklusive. Und dennoch schien es spät im Spiel, als könnten die G-Men die Partie für sich entscheiden: Manning warf zwei Touchdowns jeweils bei Fourth Down und auf einmal schlug wie aus dem Nichts doch die Defense zu: Ein Brees-Pass wurde unglücklich abgefälscht und McBride trug das Ei 63 Yards in die Endzone zurück. Doch die Saints kamen zurück - und wie.

C.J. Spiller glich zunächst knapp eine Minute vor dem Ende aus. Wenig später trug dann Marcus Murphy den Giants-Punt 24 Yards zurück - nur um den Ball fallen zu lassen! Willie Snead passte aber auf und schnappte sich den Ball, eine daran anschließende Facemask-Strafe brachte New Orleans in Field-Goal-Reichweite - Kai Forbath machte aus 50 Yards den späten Sieg in einem irren Spiel mir irrem Finish perfekt.

Zusammen genommen stellten Manning und Brees auch einen neuen Touchdown-Rekord auf, seit 1969 (!) hatte es nie mehr als zwölf Touchdown-Pässe in einem Spiel gegeben. "Drew hat seinen Rhythmus einfach gefunden und die Receiver konnten sich frei laufen", grinste Saints-Coach Sean Payton nach der Partie und fügte hinzu: "Wenn der Ball eine Weile lang den Boden nicht berührt, ist das schon beeindruckend."

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