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NFL

Der tiefe Fall des Genies Chip K.

Die Philadelphia Eagles haben einen besorgniserregenden Fehlstart hingelegt
© getty

Das erste Saisonviertel ist bereits durch, das Power Ranking stellt sich neu auf: Während sich an der Spitze wenig ändert, fallen mit den Philadelphia Eagles und den Miami Dolphins zwei Preseason-Hype-Teams ganz tief in den Keller. Bei den Seattle Seahawks bleiben die alten Sorgen bestehen und werden gar noch ausgeweitet. Cincinnati marschiert nach vorne. Außerdem: Die plötzlich erstarkte NFC South, gebeutelte Dallas Cowboys - und was machen die Teams der Rookie-Quarterbacks?

32. Tampa Bay Buccaneers (1-3)

(Die kommenden Aufgaben: Jaguars, @Redskins, @Falcons, Giants)

Niemand hat erwartet, dass die Bucs im ersten Jahr von Jameis Winston ihre Division dominieren. Doch selbst vor einer deutlich herunter geschraubten Erwartungshaltung ist es doch sehr wenig, was bisher von Tampa Bay kommt. Die Defense von Lovie Smith hat nicht den erhofften Sprung nach vorne gemacht und Winston muss hinter der mutmaßlich löchrigsten O-Line der Liga zu viele überhastete Würfe abfeuern - was in bislang sieben Picks resultierte. Gegen die Panthers kam dann auch noch das Pech dazu. Kleiner Lichtblick, und hinter der Line umso beeindruckender: Die Wiederauferstehung von Running Back Doug Martin (4,3 Yards pro Rush-Versuch).

31. Jacksonville Jaguars (1-3)

(@Buccaneers, Texans, Bills, @Jets)

Dass Jacksonville, im Zuge des Kicker-Desasters, die ohnehin strauchelnden Colts ohne Andrew Luck nicht schlagen konnte, hat sie einige Ränge nach unten fallen lassen. Es war die große Chance, innerhalb der eigenen Division ein Zeichen zu setzen, stattdessen bleibt es beim einzigen Saisonsieg über desolate Miami Dolphins. Abgesehen von Quarterback Blake Bortles fehlen die klar ersichtlichen Weiterentwicklungen im Team, der Krisengipfel mit den Bucs am kommenden Sonntag schmeckt so schon ein bisschen nach einem frühen Draft-Pick-Duell.

30. Cleveland Browns (1-3)

(@Ravens, Broncos, @Rams, Cardinals)

Cleveland verkauft sich bislang teuer, zu sehen jüngst wieder am vergangenen Sonntag bei der knappen Pleite in San Diego, und macht aus seinen Möglichkeiten das Beste - die sind aber sehr begrenzt, auch wenn Josh McCown und Johnny Manziel bis dato mehr aus dem Passing Game herausholen konnten, als vor Saisonstart zu befürchten war. Die Positivüberraschung: Tight End Gary Barnidge, der bei 235 Receiving-Yards (darunter einige spektakuläre Catches) und zwei Touchdowns steht. Die Front Seven (neun Sacks insgesamt) erledigt ihre Aufgabe, gleiches kann man von der Secondary allerdings nicht behaupten: Einem Pick stehen neun zugelassene TD-Pässe gegenüber. Der weitere Schedule klingt verdächtig nach einem 1-7-Start.

29. Miami Dolphins (1-3)

(@Titans, Texans, @Patriots, @Bills)

Die längst überfällige Reißleine hat Miami am Montag in Form der ersten Trainerentlassung der Saison endlich gezogen, doch ob der vom TE-Coach zum Interimstrainer beförderte Dan Campbell einfach so den Schalter umlegen kann, bleibt abzuwarten. Derzeit kursieren Gerüchte über Meutereien in der Defense, die angesagte Spielzüge ignoriert haben soll, genau wie darüber, dass Quarterback Ryan Tannehill im Training Practice-Squad-Spieler, die einen Pass von ihm intercepted hatten, beleidigt habe. Das Potential ist nach wie vor zweifellos vorhanden, auch wenn die Offensive Line erwartungsgemäß ein großer Schwachpunkt ist - Left Tackle Branden Albert (Oberschenkel) fällt nach wie vor aus. Ndamukong Suh, Olivier Vernon und Cameron Wake haben ZUSAMMEN einen Sack (!) in der laufenden Saison. Gerade vor dem Hintergrund des eigenen Potentials ist Miami die größte Enttäuschung des ersten Saisonviertels.

28. Chicago Bears (1-3)

(@Chiefs, @Lions, Vikings, @Chargers)

Mit Ruhm bekleckert haben sich die Bears in der laufenden Saison definitiv nicht, doch das Team hat sich noch nicht aufgegeben: Gegen Oakland gab es den ersten Saisonsieg und gegen Green Bay sowie bis zur Verletzung von Jay Cutler auch gegen Arizona sah Chicago so schlecht nicht aus. Zugegeben: Der Shutout in Seattle war bitter und auch Coach John Fox machte dabei keine gute Figur. Aber vor allem Cutler wirkt, aller Kritik zum Trotz, deutlich besser als im Vorjahr - und dabei stand Nummer-1-Receiver Alshon Jeffery noch in keinem Saisonspiel in der Anfangsformation. Matt Forte kann die Offense zudem tragen und die Bears könnten wenigstens noch das ein oder andere Team ärgern.

27. San Francisco 49ers (1-3)

(@Giants, Ravens, Seahawks, @Rams)

Die Niners-Defense sowie das unglaubliche Herz, welches das Team bislang zeigt, bewahren San Francisco vor einer noch tieferen Platzierung. Gegen Green Bay spielte die Defensive beeindruckend und hielt das eigene Team im Spiel - doch die Offense ist schlicht und ergreifend ein Debakel. 158,8 Passing-Yards pro Spiel? Not good. Colin Kaepernick wirkt hinter einer anfälligen Offensive Line komplett verloren und es würde kaum jemanden überraschen, wenn San Francisco in den kommenden Wochen einen Quarterback-Tausch versuchen würde. Andererseits: Blaine Gabbert ist der Backup und das Team dürfte Kaep wohl zumindest beobachten wollen: Die Vertragsstruktur erlaubt es den Niners, den vor einigen Jahren noch so gefeierten Quarterback zum Saisonende ohne Probleme zu entlassen. Bis dahin sollte Klarheit herrschen.

26. New Orleans Saints (1-3)

(@Eagles, Falcons, @Colts, Giants)

Gegen die ohne Tony Romo und Dez Bryant angetretenen Dallas Cowboys reichte es für New Orleans immerhin zum ersten Saisonsieg, doch die zahlreichen Baustellen im Big Easy bleiben: Vom Pass-Rush kommt zu wenig Druck, kein Team lässt ansatzweise so viele Yards pro Pass-Versuch zu wie die Saints (9,8). Auf ihre erste Interception wartet die Defense noch, offensiv klappt das Running Game längst nicht wie erhofft. Immerhin: Drew Brees bewies gegen Dallas, dass er seine Schulterverletzung überwunden hat und wird dafür sorgen, dass die Saints in den meisten Spielen zumindest für eine Zeit lang in Reichweite bleiben. Viel mehr ist in diesem Jahr und in einer überraschend starken Division aber nicht drin.

25. Philadelphia Eagles (1-3)

(Saints, Giants, @Panthers, @Cowboys)

Die große Schwarz-Weiß-Frage rund um Philly war vor der Saison: Wird die von "Genie" Chip Kelly vollzogene Generalüberholung Früchte tragen oder endet sie im Desaster? Bislang deutet vieles auf letzteres hin. Die Eagles verzeichnen ganze 70 Rushing-Yards pro Spiel (ligaweit Rang 30) und 3,1 Yards pro Versuch (Rang 31), was zumindest auch darin begründet liegt, dass Kelly beide Starting-Guards austauschte. Der zum Starter beförderte Andrew Gardner fällt zudem verletzungsbedingt für die restliche Saison aus und warum DeMarco Murray, ein Downhill-Runner, der vermeintlich genau deshalb geholt wurde, plötzlich ständig Outside Runs laufen muss, bleibt Chips Geheimnis. Die ganze Offense hat überhaupt keinen Rhythmus, die Defense ist regelmäßig viel zu lange auf dem Platz, dazu kommen Verletzungssorgen im LB-Corps. "Wir haben drei Spiele mit insgesamt 15 Punkten Differenz verloren. Hätten wir also zwei Field Goals gemacht, stünden wir bei drei Siegen und einer Pleite und jeder wäre glücklich", erklärte ein trotziger Kelly am Dienstag. Hätte, Hätte...

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