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NBA - Mavericks-General-Manager Donnie Nelson im Interview: "Ich habe gehofft, dass Luka keinen Wurf trifft"

Donnie Nelson spricht im Interview mit SPOX über die Parallelen zwischen Dirk Nowitzki und Luka Doncic.

 

Zurück zur NBA: Wie sehen Sie denn aktuell die Kräfteverhältnisse im Westen?

Nelson: Ich sehe die beiden Teams aus L.A., Utah und auch Phoenix am stärksten. Die Jazz haben alles, was man braucht. Sie spielen an beiden Enden des Courts herausragend, sie haben mit Donovan Mitchell den Star-Faktor, sie haben Rudy Gobert als Anker und sind unglaublich tief besetzt. Es ist eine richtig gut zusammengestellte Mannschaft. Utah wird ein gewichtiges Wörtchen mitreden, da bin ich sicher. Und die Suns machen mit ihrer Athletik und der Leadership von Chris Paul auch einen sehr starken Eindruck. Das sind die Top 4 und wir versuchen, uns in den Bereich zwischen 5 und 8 reinzuarbeiten und kämpfen da mit einigen anderen starken Teams.

Dazu gehören auch die Warriors, bei denen Steph Curry eine Monster-Saison absolviert. Das muss Sie ganz besonders freuen, oder?

Nelson: Auf jeden Fall. Steph Curry ist jemand, der meiner ganzen Familie sehr am Herzen liegt, seitdem ihn mein Vater damals gedraftet hat. Es ist ziemlich faszinierend, wie stark die Warriors auch ohne Klay Thompson sind. Und Steph ist natürlich der Hauptgrund dafür. Aber egal, wie unfassbar Steph auf dem Court ist, ich komme nicht daran vorbei, zu betonen, was für ein guter Junge er ist. Steph ist ganz ähnlich wie Dirk. Du fragst dich bei diesen Superstars manchmal echt, ob sie wirklich so nette Typen sein können? Und die Antwort bei Steph und Dirk lautet: ja, das können sie wirklich. Sie sind beide aus einem besonderen Holz geschnitzt.

Sowohl Steph Curry als auch Dirk Nowitzki haben die NBA durch ihren Spielstil revolutioniert. Wenn Sie sich die Evolution der NBA anschauen über die letzten Jahrzehnte: Gibt es etwas, das Ihnen nicht so gefällt?

Nelson: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die NBA nie besser und aufregender war als heute. Wir sind ein globaler Sport geworden, der jedem Kind eine Chance bietet. Egal, ob heute ein kleiner Junge in Würzburg in einer Turnhalle Körbe wirft, in Asien, Südamerika, Australien oder Afrika - es gibt einen Weg für ihn in die NBA. Das ist großartig. Auch die Art und Weise, wie sich das Spiel entwickelt hat, gefällt mir. Die größte Priorität liegt auf dem Shooting, vor allem von der Dreierlinie. Das Spiel ist athletischer und vielseitiger geworden, es macht mehr Spaß zuzuschauen als je zuvor. Die einzige Sache, die mich als Basketball-Traditionalisten etwas traurig stimmt, ist das Aussterben der echten Center. Nehmen wir Kristaps Porzingis bei uns im Team, seine Qualitäten als Schütze sind wichtiger als sein Post-up-Game. Wir denken das Spiel von außen nach innen, nicht mehr andersherum. Es ist gut für das Spiel, aber trotzdem schmerzt es mich ein wenig.

Donnie Nelson: "Wir brauchen das für unsere Psyche"

Die NBA hat in der Corona-Pandemie eine Vorreiterrolle eingenommen und gezeigt, wie der Spielbetrieb weitergehen kann, erst mit der Bubble in Disney World und in der laufenden Saison zurück in den verschiedenen Städten. Wie herausfordernd war die Zeit bislang für Sie als Verantwortungsträger einer Franchise?

Nelson: Die Sicherheit und Gesundheit unserer Spieler und unseres gesamten Staffs hatte von Anfang an für uns die oberste Priorität. Wenn du mit dieser Einstellung an alle Entscheidungen herangehst, kannst du die Situation ganz gut meistern. Das ist zumindest meine Erfahrung aus der Zeit bislang. Natürlich haben wir uns alle viele Gedanken darüber gemacht, ob es angebracht ist, zu spielen. Aber ich muss ihnen ganz ehrlich sagen, dass wir doch alle ein Ventil brauchen. Das gilt für jeden Sport und das gilt auf der ganzen Welt. Wir brauchen alle ein Stück weit Normalität und wenn es nur ein NBA-Spiel am Abend ist, auf das wir uns freuen können. Wir brauchen das für unsere Psyche, wenn wir nicht verrückt werden wollen. Wir wollten für unsere Fans da sein. Wenn sie schon nicht in die Halle kommen können, dann wollen wir wenigstens alles dafür tun, dass sie uns am Fernseher zuschauen können. Ich glaube, dass die NBA und vor allem Commissioner Adam Silver einen hervorragenden Job gemacht haben.

Wann werden in Dallas wieder Fans erlaubt sein?

Nelson: Wir waren bislang sehr vorsichtig, das war auch Mark (Cuban, Anm. d. Red.) immer sehr wichtig. Wir haben zuletzt First Responder eingeladen als Dankeschön und wir hoffen, dass wir mit dem Fortschreiten der Impfungen relativ bald dahin kommen, wieder zumindest einige Fans bei uns begrüßen zu können. Aber wir werden das erst machen, wenn die Sicherheit für alle wirklich gewährleistet ist. Wir nehmen die Protokolle extrem ernst und überlassen nichts dem Zufall. Unsere Spieler werden jeden Tag getestet, manchmal zweimal am Tag. Du kannst das Risiko nie komplett ausschließen, aber wir versuchen wirklich alles, um die größtmögliche Sicherheit herzustellen in dieser verrückten Zeit der Pandemie. Ich sehne mir nichts mehr herbei, als dass wir wieder eine volle Arena haben und den Spielern geht es genauso. Ohne Fans und ohne den Austausch mit ihnen ist es schrecklich.

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