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NBA - Mavericks-General-Manager Donnie Nelson im Interview: "Ich habe gehofft, dass Luka keinen Wurf trifft"

Donnie Nelson spricht im Interview mit SPOX über die Parallelen zwischen Dirk Nowitzki und Luka Doncic.

 

Luka Doncic gehört jetzt schon zu den größten Superstars der Liga. Wo muss er sich denn noch verbessern, um vielleicht der beste Spieler der Welt zu werden?

Nelson: Luka ist immer noch erst 21 Jahre alt, das dürfen wir nie vergessen. Dirk wurde sehr früh mit Larry Bird verglichen, der Hype um Luka ist ebenso groß. Aber er ist immer noch ein junger Spieler, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden bleiben und noch viele Dinge verbessern muss. Luka ist übrigens der Erste, der das selbst sagen würde. Jeder kann seine überragenden Fähigkeiten sehen, wie sehr er Drucksituationen in der Crunchtime liebt zum Beispiel. Er hat eine unglaubliche Zukunft vor sich, das ist klar. Aber er ist weit davon entfernt, ein fertiger Spieler zu sein. Freiwürfe sind ein Thema, bei dem er sich verbessern muss. Er kann auch hier und da seine Mitspieler noch besser einbinden. Er braucht noch mehr NBA-Erfahrung, er wird reifer werden. Das sind alles Punkte, die er selbst so sieht, deshalb bin ich sehr sicher, dass er seinen fantastischen Weg weitergehen wird.

Was manchmal vergessen wird: Der Draft 2018 war nicht nur wegen Doncic kein schlechter für Dallas.

Nelson: Sie haben Recht. Jalen Brunson zu Beginn der zweiten Runde draften zu können, war auch ein echter Glücksfall für uns. Jalen ist ein Junge, den du einfach auf deiner Seite haben willst. Mit dem du in die Schlacht ziehen willst. Dem du in schwierigen Situationen den Ball geben willst. Er ist einer dieser Typen, die in der Kabine und für die Chemie einer Mannschaft wichtig sind. Er hat gute Statistiken in dieser Saison, aber sein Wert fürs Team geht weit darüber hinaus. Jalen ist viel wichtiger, als es Zahlen im Boxscore ausdrücken können.

Ihre Mannschaft hat bislang eine schwierige Saison hinter sich, gerade defensiv. Dallas gehört aktuell nicht mal zu den Top 8 im Westen, auch wenn es zuletzt wieder etwas besser lief. Wie sehen Sie die Lage?

Nelson: Der erste Punkt ist, dass wir ziemlich hart von Corona getroffen wurden. Wir hatten immer wieder Ausfälle, sodass wir nie unsere gewünschte Rotation spielen konnten. Und wenn einige Jungs wieder zurückgekommen sind, haben sie noch einige Zeit gebraucht, um wieder wirklich fit zu sein und ihr altes Leistungsvermögen abzurufen. Zu einem Zeitpunkt in der Saison waren wir das Team, das in der gesamten Liga am härtesten von Ausfällen getroffen war. Das klingt nach einer Entschuldigung, ist es aber nicht. Es ist einfach die Realität.

Donnie Nelson: "Wir sind ein gefährliches Darkhorse"

Was sind weitere Gründe?

Nelson: Auch das klingt wieder nach einer Ausrede, aber unser Spielplan war sicherlich auch extrem hart in der ersten Saisonphase. Natürlich hätten wir gerne ein paar Spiele mehr gewonnen, aber ich bin deshalb nicht beunruhigt. Ich glaube, dass sich einige Dinge in der zweiten Saisonhälfte ausgleichen werden. Ich bin immer noch sehr happy, dass wir Josh Richardson holen konnten in der Offseason. Er ist nicht nur ein richtig guter Verteidiger, er passt auch sehr gut zu Luka. Auch mit Willie Cauley-Stein bin ich nicht unzufrieden, so düster sehe ich unsere Aussichten nicht.

Aber die Frage ist doch, wie weit die Mavs davon entfernt sind, im wie immer brutalen Westen ein echter Titelkandidat zu sein?

Nelson: Wenn wir gesund bleiben, sind wir ein gefährliches Darkhorse, davon bin ich überzeugt. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben. Unser bester Spieler ist 21 Jahre alt, unser ganzer Nukleus ist sehr jung. Ich weiß, dass es immer Trade-Spekulationen gibt und ich kann auch nichts ausschließen. Wenn sich eine Möglichkeit ergibt, das Team zu verbessern, würden wir das machen. Wir werden schauen müssen, wie es sich im weiteren Saisonverlauf entwickelt und wo wir stehen. Aber eigentlich würde ich viel lieber den Jungs die Chance geben, zusammen zu wachsen. Wir haben ein Team, das gerne zusammenspielt, die Chemie ist gut. Die Mannschaft muss gesund bleiben und sich zusammen entwickeln, das wäre mein Wunsch.

Versuchen Sie auch, sich in anderen Sportarten Inspiration zu holen?

Nelson: Man versucht immer, auch von anderen Organisationen zu lernen. Ich habe beispielsweise gute Beziehungen zu den Bayern. Der FC Bayern ist eine Maschine - und das sogar in mehreren Sportarten. Niemand auf dem Planeten arbeitet auf so einem hohen Niveau und ist so erfolgreich wie die Bayern - ich habe höchsten Respekt davor.

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