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NBA

NBA: Angespannte Beziehung zwischen Utah Jazz und Center Rudy Gobert

Von Philipp Schmidt
Das Verhältnis zwischen Rudy Gobert und Donovan Mitchell ist momentan belastet.

Nach dem positiven Corona-Test von Center Rudy Gobert von den Utah Jazz in Folge dessen sorglosem Verhalten in den vorherigen Tagen soll die Stimmung innerhalb der Franchise äußerst angespannt sein. Insbesondere das Verhältnis des Franzosen zum ebenfalls erkrankten Donovan Mitchell gilt als stark belastet.

Dies erklärte ESPNs Adrian Wojnarowski im SportsCenter mit Scott Van Pelt. "Die Jazz sind froh darüber, dass sie momentan nicht wieder zusammenkommen und Spiele absolvieren müssen. Es muss viel Arbeit verrichtet werden, um die Beziehung zu reparieren. Es gibt eine Menge Frust über Gobert", sagte Woj.

Nachdem Gobert in der Nacht auf Donnerstag positiv auf COVID-19 getestet und der Spielbetrieb in der NBA daraufhin vorerst eingestellt worden war, wurde am Folgetag auch die Erkrankung von Mitchell bekanntgegeben. Hierfür könnte auch Gobert selbst verantwortlich sein, der mit mehreren Aktionen für Kopfschütteln innerhalb der Organisation sorgte und eine Kluft zwischen sich und seinen Teamkollegen geschaffen hat.

Mehrere Spieler beklagten laut Wojnarowski, dass sich Gobert unvorsichtig in der Umkleidekabine verhalten und sowohl seine Mitspieler als auch deren Sportutensilien angefasst habe. Zu diesem Zeitpunkt sei der Franzose bereits erkältet gewesen, wusste jedoch noch nichts von seiner Corona-Erkrankung.

Utah Jazz: Rudy Gobert entschuldigt sich für Verfehlungen

Bereits am Montag sorgte Gobert für einen Zwischenfall, als er auf einer Pressekonferenz im Spaß die Mikrofone und Aufnahmegeräte der Medienvertreter anfasste, die vor ihm auf dem Pult platziert waren. In der Folge mussten sämtliche Journalisten getestet und unter Quarantäne gestellt werden.

Für seine Fehltritte entschuldigte sich der zweimalige Defensive Player of the Year in den sozialen Medien. "Ich habe so viele Emotionen durchgemacht seit der Diagnose ... vor allem Sorge, Angst und Beschämung", schrieb er auf Instagram und ergänzte: "Das Wichtigste ist, dass ich mich in der Öffentlichkeit entschuldigen möchte bei den Menschen, die ich in Gefahr gebracht habe. Ich hoffe, meine Geschichte dient als Warnung und veranlasst jeden, das Ganze ernst zu nehmen." Von einer Bestrafung des Centers sieht die Liga ab.

Seit Dienstag verspürte Gobert grippeähnliche Symptome, am Mittwoch wurde er für die Begegnung gegen die Oklahoma City nur als fraglich gelistet, da er sich eigenen Aussagen zufolge besser fühlte. Am Shootaround vor dem Spiel nahm er nicht teil, sollte jedoch nach einem Corona-Test noch rechtzeitig zum Team stoßen. Dieser Test fiel positiv aus, die Testergebnisse wurden wenige Minuten vor Tip-off an die Verantwortlichen in der Chesapeake Energy Arena übermittelt.

Coronavirus: NBA pausiert für mindestens 30 Tage

Der Epidemiologe des Staates Oklahoma, Laurence Burnsed, berichtete, dass die Vorgänge aufgrund des engen Zeitfensters unheimlich schnell abgewickelt werden mussten, um das Risiko für die Spieler zu minimieren. "Der Teambesitzer war da, der NBA Commissioner war involviert. Wir haben uns beeilt, um die Sache bestmöglich auszubalancieren. Die Spieler wurden sofort in die Umkleidekabinen geschickt."

Nach Rücksprache mit lokalen Ärzten wurden alle Jazz-Spieler unverzüglich getestet, mit dem Ergebnis, dass auch Mitchell erkrankt ist. Burnsed legte den Gästespielern zudem eine 14-tägige Quarantänezeit nahe. Auch weitere Teams, die in den vergangenen zwei Wochen auf die Jazz trafen, haben ihren Spielern Isolation verordnet. Die Reisegruppe der Raptors, der bisher letzte Gegner Utahs, wurde ebenfalls getestet. Bisher gibt es keine positiven Tests oder Corona-ähnliche Symptome bei weiteren Spielern.

In der Nacht auf Freitag gab Commissioner Adam Silver bekannt, dass der Spielbetrieb für mindestens 30 Tage ruht. "Natürlich ist das eine Möglichkeit, ich weiß es zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht", sagte Silver über einen potentiellen Abbruch der Saison. "Ich fand es verfrüht zu sagen, dass wir die Saison verloren haben."

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