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NBA: Memphis Grizzlies in der Offseason - Aufbruch in eine neue Ära

Ja Morant ist der Hoffnungsträger der Memphis Grizzlies.

Nach Jahren im Mittelmaß haben sich die Memphis Grizzlies im Sommer entschlossen, einen radikalen Umbruch einzuleiten. Mit Mike Conley ging der letzte Spieler der besten Ära der Grizzlies. Ersatz steht aber Gewehr bei Fuß, mit Ja Morant sicherte sich Memphis mit dem zweiten Pick einen aufregenden Spieler. Die Offseason der Grizzlies in der Analyse.

Memphis Grizzlies: Die Transaktionen

Kaum ein Stein ist in Memphis auf dem anderen geblieben. Dies begann schon damit, dass die Grizzlies noch vor dem Draft das Gesicht der Franchise in Mike Conley per Trade nach Utah schickten. Im Gegenzug kamen Grayson Allen, Kyle Korver, Jae Crowder sowie ein Erstrundenpick nach Tennessee.

Im Draft zogen die Grizzlies dann wie erwartet an Position zwei in Ja Morant den neuen Point Guard der Zukunft. An 21 gelang Memphis mit Brandon Clarke noch ein kleiner Steal. Für den Big tradeten die Grizzlies ein Stück nach oben und gaben dafür ihren eigenen Pick sowie einen späteren Zweitrundenpick ab.

Doch das war noch lange nicht alles. Da Golden State Platz benötigte, absorbierte Memphis den Vertrag von Andre Iguodala, dazu nahmen die Grizzlies den in Washington unerwünschten Dwight Howard für C.J. Miles auf. Zusätzlich fädelte GM Chris Wallace einen Deal mit Phoenix ein, der Korver (und Jevon Carter) wieder wegschickte. Im Gegenzug kamen Josh Jackson und De'Anthony Melton.

In Chandler Parsons gaben die Grizzlies dagegen einen eigenen Problemfall ab, dafür stehen nun aber die faulen Verträge von Solomon Hill (1 Jahr, 12,8 Millionen Dollar) und Miles Plumlee (1 Jahr, 12,5 Mio.) in den Büchern. Nicht verlängert wurden die Arbeitspapiere von Delon Wright (Dallas), Justin Holiday (Indiana), Joakim Noah, Tyler Dorsey sowie Tyler Zeller (alle noch ohne Team).

Stattdessen wurden folgende Free Agents unter Vertrag genommen: Point Guard Tyus Jones (3 Jahre, 26,4 Mio.) und Guard Marko Guduric (2 Jahre, 5,4 Mio.). Dazu einigte man sich mit Jonas Valanciunas auf eine Verlängerung um drei Jahre und 45 Millionen Dollar. Neu ist zudem Coach Taylor Jenkins, der J.B. Bickerstaff ersetzt und bereits in der Summer League in Las Vegas an der Seitenlinie stand.

Memphis Grizzlies: Die wichtigsten Daten 2018/19

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
33-49 (Platz 12 im Westen)105,6 (27.)108,0 (9.)-2,4 (24.)

Memphis Grizzlies: Die Strategie

Wie schon die zahlreichen Veränderungen erahnen lassen, der Umbruch in Memphis ist im vollen Gange. Mit Conley (und im Februar Marc Gasol) wurden die letzten Bausteine der früheren Ära verhökert, nun gibt es in Morant, Jaren Jackson und Clarke neue Gesichter, die Memphis Basketball prägen sollen.

Der sportliche Erfolg ist dabei erst einmal Nebensache. Memphis machte das, was ein Team im Umbruch machen sollte - sie nahmen unerwünschte Verträge anderer Teams auf, ließen sich dies mit Picks bezahlen und holten auch vermeintliche Sorgenfälle wie zum Beispiel Josh Jackson in den Kader. Einfach nur, um ihn auszutesten.

Hohe Picks kamen letztlich nicht dabei rum, dennoch sind nun ein Erstrundenpick (Utah, 2020) sowie sieben Zweitrundenpicks bis 2024 in der eigenen Schatulle. Mit einem Trade von Iguodala könnte die Sammlung womöglich noch erweitert werden. Übrigens: Der eigene Pick könnte 2020 endlich in Boston landen (Top-6 geschützt), dieser Deal ist nun bereits fast fünf Jahre her.

Der Kader der Memphis Grizzlies

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Ja MorantDillon BrooksKyle AndersonJaren Jackson Jr.Jonas Valanciunas
Tyus JonesMarko GuduricAndre IguodalaJae CrowderBrandon Clarke
De'Anthony MeltonGrayson AllenJosh JacksonBruno CabocloDwight Howard
Solomon HillIvan RabbMiles Plumlee

Memphis Grizzlies: Die Schwachstellen

Schwächen? Davon gibt es mit dieser jungen Truppe natürlich jede Menge. Gerade zu Beginn dürfte noch viel Sand im Getriebe sein, bei lediglich sechs Spielern aus der Vorsaison und einem neuen Coach dürfte das aber nur wenige überraschen. Im Moment ist der Kader ein Sammelsurium aus Youngstern und auch Veteranen für die man eigentlich keine Verwendung hat (Howard).

Erst Stück für Stück dürfte klar werden, wer wirklich eine Zukunft in Memphis hat. Noch gibt es zu wenig Schützen im Kader, die großen Positionen platzen dagegen aus allen Nähten. Dünn sieht es vor allem auf dem Flügel aus, wo zwar viele Spieler zur Verfügung stehen, im Hinblick auf die kommenden Jahre aber viele Hoffnungen auf dem ehemaligen Nr.4-Pick Jackson ruhen.

Memphis Grizzlies: Der Hoffnungsträger

Über Jahre dümpelte Memphis im Mittelmaß herum, nun hatten die Grizzlies innerhalb von zwei Jahren zwei sehr hohe Picks. Jaren Jackson Jr. schlug in der vergangenen Saison ein, nun soll Ja Morant beweisen, dass er es wert war, als erster Spieler nach Zion Williamson gezogen zu werden.

War Memphis über Jahre eher bieder, könnte Morant mit seiner athletischen, furchtlosen und auch spektakulären Spielweise wieder ein paar Farbtupfer ins frühere Grindhouse bringen. Auf lange Sicht könnte in Morant ein All-Star stecken, er wird den Staffelstab von Conley direkt übernehmen.

Zu viel sollte man aber noch nicht vom Nr.2-Pick erwarten. Trotz zwei Jahren am College ist Morant teilweise noch roh, sehr anfällig für Turnover und vom Körper noch nicht soweit, dass er defensiv gegen die besten Guards der Liga mithalten kann. Dennoch: Die Anlagen von Morant bleiben vielversprechend, aus diesem Draft ist er der beste Spielmacher und einer der besten Athleten. Es ist nicht auszuschließen, dass er gemeinsam mit JJJ tatsächlich über Jahre das Gesicht des Teams sein wird.

Memphis Grizzlies: Das Fazit

'Endlich' möchte man sagen. Memphis hat in diesem Sommer den radikalen Neuaufbau gestartet, nachdem man über Jahre in der Mitte des Feldes mit Conley und Gasol gefangen war. In Morant, Clarke und Jackson haben die Grizzlies interessante Spieler, die sie zumindest für Hardcore-Fans zu einem League-Pass-Team machen könnten.

Viel erwarten darf man aber nicht, der Frühjahrsputz ist noch lange nicht abgeschlossen. Es ist fraglich, ob Spieler wie Iguodala oder Howard, der mit den Los Angeles Lakers verhandelt, jemals ein Grizzlies-Jersey tragen werden. Und selbst wenn sie es tun - die Richtung in Memphis stimmt, es gibt wieder so etwas wie Hoffnung. Mehr konnte man nicht erwarten.

Die Note: 2

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