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NBA

5 Fragen zum Trade von Kawhi Leonard: Verrat auf mehreren Ebenen

Kawhi Leonard spielt ab der kommenden Saison für die Toronto Raptors.
© getty

Was bedeutet der Trade für Kawhi Leonard?

Die Klaue hat ihren Willen bekommen und darf San Antonio verlassen - allein das dürfte ihn zufriedenstellen. Allerdings liegen zwischen seiner Wunsch-Destination sowie seinem Geburtstort Los Angeles und dem neuen Arbeitgeber Toronto über 4.000 Kilometer. Kein Wunder, dass es im Internet Häme für den zweifachen Defensive Player of the Year gab.

"Kawhi Leonard hat nicht den Wunsch, in Toronto zu spielen", twitterte kurz nach dem Aufflammen der neusten Entwicklungen ESPN-Insider Chris Haynes. Dabei berief er sich zwar auf die berüchtigten "Sources", doch das hätte er sich auch sparen können - schließlich handelt es sich dabei um ein offenes Geheimnis.

Yahoo Sports schreibt obendrein, dass es im Zuge der Trade-Gespräche keinen Kontakt zwischen den Raptors und Leonard gegeben habe. Das heißt: Er wird der Franchise keinerlei Versprechungen gemacht haben, vielleicht doch über seinen 2019 wohl auslaufenden Vertrag hinaus in Kanada zu bleiben.

Doch auch wenn Leonard keine Lust hat, für die Raptors aufzulaufen, wird die kommende Saison essentiell für ihn. Denn niemand weiß, ob seine Wade ihn noch belastet oder er wieder 100 Prozent seiner Athletik erreicht. Dass er angeblich anstrebt, am Mini-Camp von Team USA teilzunehmen, zeigt, dass er selbst daran glaubt und guten Mutes ist, auch die anderen Franchises davon zu überzeugen. Doch der ultimative Test ist eben eine lange Regular Season samt Playoffs.

Kawhi Leonard spielt um seinen Ruf

Dass er in der Postseason weiterspielen kann, steht dabei außer Frage. Sportlich ergibt Toronto für ihn Sinn: Nach dem Abgang von LeBron in die Western Conference sind die Raptors ein legitimer Contender für die Finals, wenngleich die Celtics und Sixers (mindestens) auf Augenhöhe anzusiedeln sind.

Auch bietet ihm Toronto die Möglichkeit, seinen Ruf zu reparieren. Einerseits mag seine Trade-Forderung verständlich gewesen sein, da offenbar überhaupt kein Vertrauen mehr in die Spurs vorhanden war. Andererseits ließ die Art und Weise Fragen zu seiner Teamtauglichkeit aufkommen - besonders professionell war es sicherlich nicht, sich während der Reha in New York vor den Spurs verstecken zu lassen. Diese zahlten schließlich weiterhin sein Gehalt und hätten ein Recht darauf gehabt, sich ein Bild von seinen gesundheitlichen Fortschritten zu machen.

Um das noch einmal zu verdeutlichen: Leonard hat darauf verzichtet, bei den Spurs eine Vertragsverlängerung für fünf Jahre und 221 Millionen Dollar zu unterschreiben. Wenn er dann im nächsten Sommer Free Agent wird, kann er bei einem anderen Team maximal für vier Jahre und 140 Millionen unterkommen. Allein diese Differenz ist schon enorm - könnte sich aber noch vergrößern, wenn er kein vorbildliches Jahr spielt und seinen gesundheitlichen sowie charakterlichen Ruf nicht repariert und sich andere Teams deshalb weigern, ihm das Maximum zu zahlen.

Das ist die eine Seite. Die andere, ganz simple fasste Adam Himmelsbach vom Boston Globe passend zusammen: "Die Raptors sind eins der besten Teams der Liga. Die Franchise ist eine der bestgeführten, Toronto ist eine coole Stadt und in einem Jahr ist Kawhi ohnehin Free Agent. Er wird also nicht so wütend über den Trade sein, wie viele Leute im Internet denken."

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