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NBA

Miami meldet sich eindrucksvoll zurück

Von Marc-Oliver Robbers
Udonis Haslem zeigte gegen die Indiana Pacers eine ganz starke Partie
© getty

Die Miami Heat haben sich mit einer beeindruckenden Vorstellung den Heimvorteil zurückgeholt und die Indiana Pacers in Spiel 3 der Eastern Conference Finals mit 114:96 (Boxscore) besiegt. Der Meister überzeugte dabei durch eine geschlossene Teamleistung.

Was wurde nicht alles in den letzten Tagen über die fehlende Unterstützung für LeBron James gesprochen. Seine Teamkollegen nahmen sich die Kritik sichtlich zu Herzen und setzen auf dem Feld ein Statement.

Alle Starter der Heat punkteten zweistellig. Bester Werfer war LeBron James mit 22 Punkten. Dwyane Wade erzielte 18 Zähler, Udonis Haslem kam auf 17 Punkte und 7 Rebounds. Zudem sorgte Chris Andersen (9 Punkte, 9 Rebounds) für Unterstützung von der Bank.

Auf Seiten der Pacers erwischte Paul George einen gebrauchten Tag. Der Most Improved Player kam nur auf 13 Punkte. Topscorer von Indiana war David West mit 21 Zählern, George Hill erzielte 19 Punkte. Center Roy Hibbert kam auf 20 Punkte. Zusätzlich holte er 17 Rebounds.

Die Reaktionen:

LeBron James (Heat): "Ich hatte mir fest vorgenommen, heute in den Post zu gehen, um Druck auf ihre Defense auszuüben. Die Coaches wollten mich da unten sehen und meine Mitspieler haben es mir ermöglicht, es zu tun."

Erik Spoelstra (Coach Heat): "Das war etwas, was wir erreichen wollten. Wir wollten uns festsetzen und aggressiver attackieren. Wir wollten ein klein wenig aggressiver sein, ein bisschen engagierter in der Zone sein, um dann zu gucken, was passiert."

Roy Hibbert (Pacers): "James hat viel im Post gearbeitet und ich glaube, dass wir Paul einfach mehr helfen müssen. LeBron kann nicht fünf oder sechs Dribblings bekommen, um dann einen Post Move anzusetzen. Wir müssen da Veränderungen vornehmen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Keine Veränderungen bei beiden Teams. Indiana startet mit Hill, Stephenson, George, West und Hibbert. Bei den Heat stehen Chalmers, Wade, James, Haslem und Bosh auf dem Parkett.

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8.: Was ist denn mit dem Frontcourt der Heat los? Haslem und Bosh drehen richtig auf. Der Power Forward trifft bereits seinen vierten Wurf aus der Mitteldistanz, auch Bosh steht schon bei 10 Punkten. 26:23 für die Heat!

12.: James mit den Steal gegen Hill und dem krachenden Dunk nach Fastbreak! 34:30!

16.: Die Heat ziehen an! Defensiv forcieren sie die Shot Clock Violation und offensiv setzt sich James in der Isolation gegen George durch. 42:32 für Miami. Vogel nimmt die Auszeit.

24.: So kennt man ihn seit Jahren! Allen trifft den offenen Dreier. Miami führt mit 68:54. Eine ganz starke Vorstellung des Meisters bis hierhin.

27.: Endlich mal George! Der Forward versenkt den Dreier und pusht sich danach! Indiana verkürzt auf 62:72!

31.: Was ist eigentlich mit Haslem los? Traunwandlerisch verwandelt er einen offenen Midrange-Jumper nach dem anderen. 8 von 9 aus dem Feld, 17 Punkte! Ganz starke Partie des Power Forwards. 83:71.

46.: Die Garbage Time läuft. Alle Starter sind vom Feld! Die Heat führen deutlich mit 113:94.

48.: Und da ist der Blowout perfekt! 114:96 gewinnt Miami bei den Pacers.

Indiana Pacers vs. Miami Heat: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Udonis Haslem. Viel wurde zuletzt über die fehlende Unterstützung von James geredet. Einer nahm sich das besonders zu Herzen. Haslem zeigte sein wohl bestes Saisonspiel, traf 8 seiner 9 Würfe aus dem Feld (17 Punkte) und war damit der X-Factor im Spiel der Heat. Indiana schaffte es zu keiner Zeit, den Midrange-Jumper des Forwards zu unterbinden und so verwandelte Haslem einen Wurf nach dem anderen. Zusätzlich griff er sich noch 7 Rebounds.

Der Flop des Spiels: Paul George. Es war so gar nicht das Spiel des Most Improved Players der Regular Season. George nahm in der ersten Hälfte ganze drei Würfe, war offensiv gar kein Faktor und konnte gleichzeitig defensiv James nicht halten. Die starken Spiele zuletzt haben die Erwartungen nach oben geschraubt und diese konnte der Forward nicht erfüllen. Am Ende stand George bei 13 Punkten und 7 Assists.

Analyse:

Die Niederlage in Spiel 2 hatte bei Miami Wirkung gezeigt. Der Meister hatte sich viel vorgenommen und zeigte von Beginn an eine ganz starke Leistung. Vor allem James' Teamkollegen wollten die richtige Antwort auf die Kritik geben.

Bosh und Haslem nahmen immer wieder Würfe aus der Mitteldistanz und lockten so Indianas Defensivanker Hibbert aus der Zone. Die beiden Big Men der Heat waren allein im ersten Viertel für 18 Punkte verantwortlich und sorgten so für Entlastung, die James in den ersten beiden Spielen nicht hatte.

Das Tempo und auch die Trefferquoten waren hoch. Der Ball lief auf beiden Seiten gut durch die Reihen und es entwickelte sich ein Highscoring-Game. Eine Sache, die sicher nicht im Sinne der Pacers war. Das sonst so defensivstarke Team bekam gar keinen Zugriff und verlor zudem die Dominanz unter den Brettern. Die Rebound-Bilanz gegen das schwächste Team unter den Körben war ausgeglichen und gleichzeitig erzielten die Heat bis zur Halbzeit 32 Punkte in der Zone.

Zu allem Überfluss verbrachte Hibbert fast die Hälfte des zweiten Viertels in der Kabine. Der Center hatte wohl ein dringendes menschliches Bedürfnis, fehlte seinem Team dadurch aber auf dem Feld. Miami leistete sich nur einen einzigen Ballverlust und konnte sogar James wertvolle Minuten zum Verschnaufen geben. Wade und auch Andersen, der seinen 16. Korb in Serie machte, sprangen in die Bresche.

Und was war mit George? Der Star der Pacers fand überhaupt nicht ins Spiel, nahm im ersten Durchgang nur drei Würfe und konnte zudem James defensiv nicht halten. Vornehmlich West und Hibbert hielten offensiv dagegen. Dennoch machten die Heat unfassbare 70 Punkte in der ersten Halbzeit und stellten damit sogar einen neuen Franchise-Rekord auf - und das bei den Pacers.

Es musste etwas passieren bei Indiana und das tat es auch. Die Pacers starteten mit einem 10:2-Lauf in die zweite Hälfte, kam zeitweise bis auf 7 Zähler ran, aber immer wenn Indiana dran war, drehte Miami wieder auf.

Dabei wurde Haslem zum X-Factor. Der Power Forward traf unglaublich konstant aus der Mitteldistanz und stellte die Pacers als zusätzliche Offensiv-Option im Spiel der Heat vor unüberbrückbare Probleme. Zudem penetrierten Wade und Chalmers immer wieder in die Zone.

Miami antwortete mit einen Lauf und baute die Führung wieder aus. Daran konnten auch die Foulprobleme der Heat nichts ändern. Bosh, Haslem und Chalmers gingen allesamt mit 4 Fouls ins Schlussviertel. Der Meister spielte die Partie allerdings locker runter und gewann letztendlich mit einer starken Teamleistung.

Indiana fand defensiv nie Zugriff und ließ vor allem in der Zone viel zu viel zu. 114 zugelassene Punkte sind sicher nicht der Anspruch der Pacers. In der Nacht zum Mittwoch haben sie in Spiel 4 die Chance zur Wiedergutmachung.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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