Schrecksekunde und epischer Tiebreak! Alexander Zverev kämpft sich trotz Knieproblemen ins Wimbledon-Achtelfinale

SID
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Alexander Zverev hat die Runde der letzten 16 in Wimbledon erreicht. Ein Sturz im zweiten Satz ließ seine Fans den Atem anhalten.

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Alexander Zverev flachste mit Pep Guardiola und konnte schon wieder lachen. "Wir brauchen dich zurück bei Bayern München. Wenn du keine Lust mehr auf Fußball hast, kannst du mich trainieren", sagte der Tennis-Olympiasieger nach seinem Achtelfinaleinzug in Wimbledon und nahm die Glückwünsche des Starcoaches von Manchester City entgegen - er hatte den Schreckmoment in seinem Match offenbar schon gut verarbeitet.

Zverev bleibt in Wimbledon trotz eines schmerzhaften Sturzes auf Kurs. Der Olympiasieger aus Hamburg setzte sich am Samstag im Drittrundenduell gegen den britischen Hoffnungsträger Cameron Norrie mit 6:4, 6:4, 7:6 (17:15) durch.

Ausgeschieden ist dagegen Jan-Lennard Struff. Der Warsteiner unterlag dem Vorjahres-Halbfinalisten Daniil Medwedew aus Russland mit 1:6, 3:6, 6:4, 6:7 (3:7). Die Partie hatte am Freitag begonnen und konnte wegen Regens erst am Samstag beendet werden.

Alexander Zverev - Sorgen ums Knie: "Ich werde es checken lassen"

Zverev, dessen Match Guardiola aus der Royal Box und auch 2014-Weltmeister Mats Hummels auf dem Centre Court verfolgten, musste sich nach einem Sturz beim Stand von 2:2 im zweiten Satz am linken Knie behandeln lassen und bekam später einen Tapeverband angelegt. Für einen Moment wurden Erinnerungen an die schwere Knöchelverletzung bei den French Open 2022 wach - doch Zverev berappelte sich und brachte den Sieg durch. Am Abend stand eine MRT-Untersuchung an.

"Ich werde es checken lassen. Ich fühle mich in manchen Bewegungen etwas eingeschränkt", sagte Zverev: "Aber ich war in der Lage, auf meinem Level weiterzuspielen." Jan Lennard-Struff will am Samstag noch nachziehen. Die schwere Aufgabe des Warsteiners gegen den Russen Daniil Medwedew soll beim Stand von 1:6, 3:6, 6:4, 1:1 fortgesetzt werden. Am Freitag war die Partie wegen anhaltenden Regens unterbrochen werden.

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Alexander Zverev wehrt fünf Satzbälle ab in epischem Tiebreak

Zverev hofft in London nun auf mehr. Der Sprung ins Viertelfinale gelang ihm bei dem Tennis-Klassiker bislang noch nicht, bei den drei anderen Grand-Slam-Events in Melbourne, Paris und New York erreichte er mindestens das Halbfinale. Zuletzt verpasste der Hüne mit einer Finalniederlage bei den French Open seinen ersten Major-Titel.

Um den will der starke Aufschläger nun an der Church Road mitspielen. Die größten Favoriten auf die Trophäe sind zwar der italienische Weltranglistenerste Jannik Sinner und der dreimalige Grand-Slam-Sieger Carlos Alcaraz aus Spanien. Doch die Experten haben auch Zverev im Blick, der die ersten beiden Runden glatt gewonnen hatte.

Turnier-Rekordsieger Roger Federer hält einen Triumph von Zverev für möglich. "Wichtig ist für ihn einfach, im Kopf, mental, an sich zu glauben", sagte der Schweizer im Interview bei Prime Video. Und es gelte, die gefährliche erste Woche schadlos zu überstehen. Das ist Zverev gelungen - wenn das Knie weiter hält.

Gegen Norrie schlug Zverev als klarer Favorit und mit einer 5:0-Bilanz auf. Bei eigenem Service dominierte Zverev, der keinen einzigen Breakball zuließ, und seinerseits immer wieder Druck aufbaute. Der Engländer kämpfte mit Unterstützung des Publikums und erreichte den Tiebreak des dritten Satzes, in dem es nochmal spannend wurde. Zverev wehrte fünf Satzbälle gegen sich ab - und nutzte seinen sechsten Matchball.