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Radsport

Tor de France: Van Aert gewinnt siebte Etappe

SID
Wout van Aert gewinnt die siebte Etappe der Tour de France.

Über Stunden gab der Bora-Express Vollgas, doch vor dem ersten Pyrenäen-Showdown verpulverte das deutsche Top-Team die Kräfte fast umsonst: Der belgische Überflieger Wout Van Aert hat auf der hektischen siebten Tour-Etappe die leidenschaftliche Arbeit der Bora-Equipe zunichte gemacht und mit dem zweiten Tageserfolg auch seinem deutschen Teamkollegen Tony Martin einen weiteren Jubelabend beschert. Bora-Star Peter Sagan holte immerhin das Grüne Trikot.

Van Aert, bereits Sieger der fünften Etappe, setzte sich am Freitag nach 168 km zwischen Millau und Lavaur vor dem Norweger Edvald Boasson Hagen (NTT) und dem Franzosen Bryan Coquard (B&B-Vital Concept) durch. Boras Top-Sprinter Sagan verlor im letzten Sprint vor den Pyrenäen die Orientierung und belegte nur den enttäuschenden 13. Platz.

Das Gelbe Trikot trägt der Brite Adam Yates ins französisch-spanische Grenzgebirge. Der Profi vom Team Mitchelton-Scott hat drei Sekunden Vorsprung auf Top-Favorit Primoz Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma). Der deutsche Hoffnungsträger Emanuel Buchmann (+0:22 Minuten) überstand die vielen Windkanten ohne Zeitverlust und verbesserte sich auf den zehnten Platz in der Gesamtwertung.

Eine erneut lockere Fahrt ins Ziel? Ein glückloser Fluchtversuch und ein Sprintduell der schnellsten Fahrer im Finale? Wer an einen klassischen Verlauf einer Tour-Flachetappe glaubte, hatte die Rechnung ohne Bora-hansgrohe gemacht.

Die deutsche Mannschaft gab gleich zu Beginn Vollgas - und erwischte die Konkurrenz völlig unvorbereitet. Im Wind zerlegte der Bora-Express mit hohem Tempo des Feld in mehrere Gruppen, auch Ex-Meister Maximilian Schachmann und Lennard Kämna verrichteten an der Spitze Schwerstarbeit.

Sie zahlte sich aus: Zu den abgehängten zählten unter anderem die Etappensieger Alexander Kristoff, Caleb Ewan sowie Sam Bennett, der Träger des Grünen Trikots. Nach rund einer Stunde war der Widerstand der Verfolger gebrochen. Der Vorsprung auf die ersten Nachzügler um Bennett wuchs auf ein komfortables Maß.

Nutznießer der Aktion war vor allem Bora-Sprinter Sagan. Der dreimalige Weltmeister machte im Zwischensprint 17 Punkte auf Bennett gut. 90 km vor dem Ziel zog der für seine Fluchtversuche berühmte Belgier Thomas De Gendt davon. Der Profi vom Team Lotto-Soudal setzte sich aber nie entscheidend ab und wurde 35 km vor dem Ziel gestellt.

Greipel: "Bin nicht nur hier, um durchzufahren"

In dieser Phase wirbelten Windkanten das ohnehin ausgedünnte Hauptfeld weiter durcheinander. Sagan und Buchmann hielten sich an der Spitze, ihre Helfer verloren aber ebenso den Anschluss wie Mitfavorit Tadej Pogacar (Slowenien/UAE Team Emirates).

Dass der deutsche Sprinter Andre Greipel auch ohne den Bora-Angriff nicht im Finale mitmischen würde, war schon vor dem Start klar gewesen. Die Wunden nach seinem Sturz beim Auftakt in Nizza haben sich entzündet, der 38-Jährige vom Team Israel Start-Up Nation nimmt seit Donnerstag ein Antibiotikum.

"Ich bin nicht nur hier, um durchzufahren. Ich möchte schon versuchen, mal mitzumischen. Aber man muss das akzeptieren, wenn der Körper eine Reaktion zeigt", hatte Greipel vor Etappenstart gesagt.

Am Samstag wird es für Greipel nicht einfacher, wenn die Stunde der Podestkandidaten um Buchmann schlägt. Mit 141 km ist die erste Pyrenäenetappe vergleichsweise kurz, doch nicht minder schmerzhaft. Drei Bergwertungen stehen zwischen Cazeres-sur-Garonne und Loudenvielle auf dem Programm, darunter der Port de Bales, bei der Tour 2020 der erste Anstieg der höchsten Kategorie. Der Col de Mente und der Col de Peyresourde (beide 1. Kategorie) sind aber kaum weniger fordernd.

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