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Fury vs. Wilder III: Der Gypsy King sucht den richtigen Draht

 
Nur zwei Wochen nach der sensationellen Niederlage von Anthony Joshua gegen Oleksandr Usyk kommt es am frühen Sonntagmorgen (ab 5.00 Uhr auf DAZN) zum nächsten großen Schwergewichtsfight: Tyson Fury trifft zum dritten Mal auf Deontay Wilder.
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Nur zwei Wochen nach der sensationellen Niederlage von Anthony Joshua gegen Oleksandr Usyk kommt es am frühen Sonntagmorgen (ab 5.00 Uhr auf DAZN) zum nächsten großen Titelfight im Schwergewicht: Tyson Fury trifft zum dritten Mal auf Deontay Wilder.

WBC-Weltmeister Fury wird nach der nächsten Titelverteidigung streben und Wilder erneut in die Knie zwingen wollen. Ein Schiedsgericht hatte dem Amerikaner den Kampf zugesprochen, eigentlich wollte Fury gegen Landsmann Joshua antreten.
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WBC-Weltmeister Fury wird nach der nächsten Titelverteidigung streben und Wilder erneut in die Knie zwingen wollen. Ein Schiedsgericht hatte dem Amerikaner den Kampf zugesprochen, eigentlich wollte Fury gegen Landsmann Joshua antreten.
Rückblick: 2018 hatte Fury WBC-Champion Deontay Wilder herausgefordert, der US-Amerikaner hatte alle seine 40 Kämpfe zuvor durch Knockout oder Aufgabe gewonnen. Fury ging zweimal zu Boden, war aber ansonsten besser - unentschieden!
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Rückblick: 2018 hatte Fury WBC-Champion Deontay Wilder herausgefordert, der US-Amerikaner hatte alle seine 40 Kämpfe zuvor durch Knockout oder Aufgabe gewonnen. Fury ging zweimal zu Boden, war aber ansonsten besser - unentschieden!
Im Vorfeld hatte dies kaum jemand für möglich gehalten, zumal Fury von 2015 bis 2018 nicht gekämpft hatte. Mit dem Remis waren beide unzufrieden - im Februar 2020 kam es zum Rückkampf. Und diesmal lief alles ganz anders ab.
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Im Vorfeld hatte dies kaum jemand für möglich gehalten, zumal Fury von 2015 bis 2018 nicht gekämpft hatte. Mit dem Remis waren beide unzufrieden - im Februar 2020 kam es zum Rückkampf. Und diesmal lief alles ganz anders ab.
Ein Fury in Topform dominierte Wilder nach Belieben und siegte durch technischen K.o., weil dessen Ecke in der siebten Runde das Handtuch warf. Wilder warf dem neuen Titelträger anschließend vor, Gewichte in seine Handschuhe geschmuggelt zu haben.
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Ein Fury in Topform dominierte Wilder nach Belieben und siegte durch technischen K.o., weil dessen Ecke in der siebten Runde das Handtuch warf. Wilder warf dem neuen Titelträger anschließend vor, Gewichte in seine Handschuhe geschmuggelt zu haben.
Zudem beklagte Wilder, seine Maske und das schwere Kostüm hätten ihn auf dem Weg zum Ring ermüdet, beschuldigte seine Ecke und sprach sogar von einem "Fluch". Für Fury natürlich alles nur Ausreden: "Tu dir einen Gefallen und tritt zurück!"
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Zudem beklagte Wilder, seine Maske und das schwere Kostüm hätten ihn auf dem Weg zum Ring ermüdet, beschuldigte seine Ecke und sprach sogar von einem "Fluch". Für Fury natürlich alles nur Ausreden: "Tu dir einen Gefallen und tritt zurück!"
Fury wollte nach dem Sieg sofort den großen Vereinigungskampf mit Anthony Joshua, der zu diesem Zeitpunkt noch die übrigen wichtigen WM-Gürtel (WBA, WBO, IBF) besaß. Erst ein Schiedsgericht zwang ihn zu Duell Nummer drei. SPOX stellt die Fighter vor.
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Fury wollte nach dem Sieg sofort den großen Vereinigungskampf mit Anthony Joshua, der zu diesem Zeitpunkt noch die übrigen wichtigen WM-Gürtel (WBA, WBO, IBF) besaß. Erst ein Schiedsgericht zwang ihn zu Duell Nummer drei. SPOX stellt die Fighter vor.
DER HERAUSFORDERER: Deontay Wilder | USA | 35 Jahre alt | Spitzname: "Bronze Bomber" | Größe: 2,01 Meter | Reichweite: 2,11 Meter | Stil: Linksauslage | Bilanz: 44 Kämpfe - 42 Siege (41 nach K.o.) - 1 Niederlage - 1 Unentschieden.
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DER HERAUSFORDERER: Deontay Wilder | USA | 35 Jahre alt | Spitzname: "Bronze Bomber" | Größe: 2,01 Meter | Reichweite: 2,11 Meter | Stil: Linksauslage | Bilanz: 44 Kämpfe - 42 Siege (41 nach K.o.) - 1 Niederlage - 1 Unentschieden.
Seit Jahren wird Wilder wegen seiner unglaublichen Rechten gefürchtet. Experten meinen, Wilder sei der härteste Puncher seit Mike Tyson. Selbst Fury sieht die Gefahr: "Ich spiele mit einer Atombombe, ich spiele an ihr herum und schneide Drähte durch."
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Seit Jahren wird Wilder wegen seiner unglaublichen Rechten gefürchtet. Experten meinen, Wilder sei der härteste Puncher seit Mike Tyson. Selbst Fury sieht die Gefahr: "Ich spiele mit einer Atombombe, ich spiele an ihr herum und schneide Drähte durch."
Dabei strebte der hochgewachsene Junge aus Tuscaloosa nach dem High-School-Abschluss eine Karriere als Football- oder Basketballprofi an. Zum Boxen brachte ihn vor allem ein schwerer Schicksalsschlag.
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Dabei strebte der hochgewachsene Junge aus Tuscaloosa nach dem High-School-Abschluss eine Karriere als Football- oder Basketballprofi an. Zum Boxen brachte ihn vor allem ein schwerer Schicksalsschlag.
Seine 2005 geborene Tochter litt unter einer Fehlbildung der Wirbelsäule, die je nach Ausprägung zu einer erheblichen Beeinträchtigung führen kann. Mittlerweile hat er acht Kinder.
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Seine 2005 geborene Tochter litt unter einer Fehlbildung der Wirbelsäule, die je nach Ausprägung zu einer erheblichen Beeinträchtigung führen kann. Mittlerweile hat er acht Kinder.
Statt zu studieren arbeitete Wilder, um die hohen medizinischen Kosten bezahlen zu können - und lernte gemeinsam mit seiner Tochter zu kämpfen. Nach harten Arbeitstagen ging er zum Boxtraining und verfolgte so beharrlich seinen neuen Traum.
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Statt zu studieren arbeitete Wilder, um die hohen medizinischen Kosten bezahlen zu können - und lernte gemeinsam mit seiner Tochter zu kämpfen. Nach harten Arbeitstagen ging er zum Boxtraining und verfolgte so beharrlich seinen neuen Traum.
Wilder gewann die National Golden Gloves und die US-Meisterschaften im Jahr 2007 sowie eine Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking - und das mit nur knapp 30 Kämpfen Erfahrung. Seinen ersten Profivertrag bekam er mit 23 Jahren.
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Wilder gewann die National Golden Gloves und die US-Meisterschaften im Jahr 2007 sowie eine Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking - und das mit nur knapp 30 Kämpfen Erfahrung. Seinen ersten Profivertrag bekam er mit 23 Jahren.
Bis zu seinem WBC-Titelgewinn gegen Bermane Stiverne 2015 gewann Deontay Wilder jeden seiner 32 Profikämpfe nach Knockout - dabei kam kein Gegner über die vierte Runde hinaus. Eine derartige K.o.-Quote konnte zuvor noch kein Weltmeister vorweisen.
© getty
Bis zu seinem WBC-Titelgewinn gegen Bermane Stiverne 2015 gewann Deontay Wilder jeden seiner 32 Profikämpfe nach Knockout - dabei kam kein Gegner über die vierte Runde hinaus. Eine derartige K.o.-Quote konnte zuvor noch kein Weltmeister vorweisen.
Skandale gab es auch: 2013 wurde Wilder in Las Vegas festgenommen, nachdem ihm häusliche Gewalt und Strangulierung einer Frau vorgeworfen wurde. Nach Angaben der Polizei "hatte die Frau geschwollene Augenbrauen, eine möglicherweise gebrochene Nase, ...
© IMAGO / ZUMA Wire
Skandale gab es auch: 2013 wurde Wilder in Las Vegas festgenommen, nachdem ihm häusliche Gewalt und Strangulierung einer Frau vorgeworfen wurde. Nach Angaben der Polizei "hatte die Frau geschwollene Augenbrauen, eine möglicherweise gebrochene Nase, ...
... eine aufgeschnittene Lippe und rote Flecken an ihrem Hals". Wilder kam gegen Kaution wieder frei. Sein Anwalt erklärte später, dass Wilder sein Handeln bedauere und "instinktiv unter dem falschen Eindruck gehandelt habe, dass ihn jemand bestiehlt."
© IMAGO / Pacific Press Agency
... eine aufgeschnittene Lippe und rote Flecken an ihrem Hals". Wilder kam gegen Kaution wieder frei. Sein Anwalt erklärte später, dass Wilder sein Handeln bedauere und "instinktiv unter dem falschen Eindruck gehandelt habe, dass ihn jemand bestiehlt."
Ein Kind von Traurigkeit ist der Amerikaner auf jeden Fall nicht. Im Vorfeld des dritten Fury-Fights beschrieb er seinen Geist als "sehr gewalttätig" und kündigte einen "legalen Mord" an. Bereits 2018 wollte er eine "Leiche auf seinem Teller."
© getty
Ein Kind von Traurigkeit ist der Amerikaner auf jeden Fall nicht. Im Vorfeld des dritten Fury-Fights beschrieb er seinen Geist als "sehr gewalttätig" und kündigte einen "legalen Mord" an. Bereits 2018 wollte er eine "Leiche auf seinem Teller."
DER TITELVERTEIDIGER: Tyson Fury | Großbritannien | 33 Jahre alt | Spitzname: "Gipsy King" | Größe: 2,06 Meter | Reichweite: 2,16 Meter | Stil: Linksauslage | Bilanz: 31 Kämpfe - 30 Siege (21 K.o.-Siege) - keine Niederlage - 1 Unentschieden.
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DER TITELVERTEIDIGER: Tyson Fury | Großbritannien | 33 Jahre alt | Spitzname: "Gipsy King" | Größe: 2,06 Meter | Reichweite: 2,16 Meter | Stil: Linksauslage | Bilanz: 31 Kämpfe - 30 Siege (21 K.o.-Siege) - keine Niederlage - 1 Unentschieden.
Spätestens seit seinem Sieg gegen Wladimir Klitschko 2015 dürfte Fury den meisten Sportfans ein Begriff sein. Sein Vater benannte ihn nach Boxlegende Mike Tyson, wie bei "Iron Mike" ist seine Karriere geprägt von Höhen und Tiefen.
© getty
Spätestens seit seinem Sieg gegen Wladimir Klitschko 2015 dürfte Fury den meisten Sportfans ein Begriff sein. Sein Vater benannte ihn nach Boxlegende Mike Tyson, wie bei "Iron Mike" ist seine Karriere geprägt von Höhen und Tiefen.
Fury stammt aus einer irischen Traveller-Familie - deshalb der Spitzname "Gypsy King" und begleitete bereits seinen Vater, seine Brüder und seinen Cousin zu deren Box-Kämpfen. Furys Onkel besaß ein Boxstudio und war gleichzeitig sein erster Trainer.
© IMAGO / Hans Lucas
Fury stammt aus einer irischen Traveller-Familie - deshalb der Spitzname "Gypsy King" und begleitete bereits seinen Vater, seine Brüder und seinen Cousin zu deren Box-Kämpfen. Furys Onkel besaß ein Boxstudio und war gleichzeitig sein erster Trainer.
Anders als Wilder scheiterte Fury in der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking 2008 und wechselte daraufhin ins Profilager. Sein erster Profikampf fand noch im 2008 statt, drei Jahre später besiegte er Dereck Chisora bei den UK-Champs.
© getty
Anders als Wilder scheiterte Fury in der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking 2008 und wechselte daraufhin ins Profilager. Sein erster Profikampf fand noch im 2008 statt, drei Jahre später besiegte er Dereck Chisora bei den UK-Champs.
Vier Jahre und zehn Kämpfe später stand Fury dann auf einmal auf dem WM-Thron der WBA, WBO, IBF und IBO: Den seit elf Jahren unbesiegten Wladimir Klitschko entthronte er nach 12 Runden und einstimmiger Punktrichterentscheidung.
© IMAGO / Shutterstock
Vier Jahre und zehn Kämpfe später stand Fury dann auf einmal auf dem WM-Thron der WBA, WBO, IBF und IBO: Den seit elf Jahren unbesiegten Wladimir Klitschko entthronte er nach 12 Runden und einstimmiger Punktrichterentscheidung.
Der IBF-Titel wurde ihm aberkannt, nachdem er nicht gegen Pflichtherausforderer Hlaskow antrat und ankündigte, nach dem Rückkampf gegen Klitschko seine Karriere beenden zu wollen. Wegen einer Knöchelverletzung und einer zweijährigen Dopingsperre fiel ...
© getty
Der IBF-Titel wurde ihm aberkannt, nachdem er nicht gegen Pflichtherausforderer Hlaskow antrat und ankündigte, nach dem Rückkampf gegen Klitschko seine Karriere beenden zu wollen. Wegen einer Knöchelverletzung und einer zweijährigen Dopingsperre fiel ...
... der Kampf jedoch ins Wasser. Fury wurde in der Folge von Depressionen heimgesucht, schwoll auf 150 Kilo und hatte mit einem Drogenproblem zu kämpfen. Erst 2018 bekam er seine Probleme in den Griff und kehrte in den Ring zurück.
© IMAGO / ZUMA Wire
... der Kampf jedoch ins Wasser. Fury wurde in der Folge von Depressionen heimgesucht, schwoll auf 150 Kilo und hatte mit einem Drogenproblem zu kämpfen. Erst 2018 bekam er seine Probleme in den Griff und kehrte in den Ring zurück.
Für Skandale sorgte Fury vor allem am Mikrofon: So verglich er Homosexuelle mit Pädophilen und schwafelte über antisemitische Verschwörungstheorien. Stets folgte die Entschuldigung. Mittlerweile beschimpft er eigentlich nur noch seine Gegner.
© getty
Für Skandale sorgte Fury vor allem am Mikrofon: So verglich er Homosexuelle mit Pädophilen und schwafelte über antisemitische Verschwörungstheorien. Stets folgte die Entschuldigung. Mittlerweile beschimpft er eigentlich nur noch seine Gegner.
Aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen setzt sich Fury offen für den Kampf gegen Depressionen und mentale Probleme ein. Im Ring ist er ein Showman und trällert nach Siegen auch gerne mal ein Liedchen.
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Aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen setzt sich Fury offen für den Kampf gegen Depressionen und mentale Probleme ein. Im Ring ist er ein Showman und trällert nach Siegen auch gerne mal ein Liedchen.
Was ist zu erwarten, wenn sich die beiden Fighter zum dritten Mal gegenüberstehen? Fury wird mit seiner unorthodoxen und so cleveren Kampfweise aller Voraussicht nach das Tempo vorgeben. Er ist klarer Favorit und wird nach Punkten kaum zu schlagen sein.
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Was ist zu erwarten, wenn sich die beiden Fighter zum dritten Mal gegenüberstehen? Fury wird mit seiner unorthodoxen und so cleveren Kampfweise aller Voraussicht nach das Tempo vorgeben. Er ist klarer Favorit und wird nach Punkten kaum zu schlagen sein.
Doch Wilder weiß um seine "Atombombe": Er wird versuchen, einen seiner wilden Schwinger anzubringen - denn ein gezielter Schlag mit der Rechten könnte schon reichen. Spannung bis zur letzten Sekunde ist also garantiert!
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Doch Wilder weiß um seine "Atombombe": Er wird versuchen, einen seiner wilden Schwinger anzubringen - denn ein gezielter Schlag mit der Rechten könnte schon reichen. Spannung bis zur letzten Sekunde ist also garantiert!
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