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French Open und Paris-Roubaix: Corona-Krise trifft französische Monumente des Sports

SID
Nach der Fußball-EM wurden auch die French Open verschoben.

Frankreich ist von der Corona-Krise schwer getroffen. Die French Open im Tennis und der Radsportklassiker Paris-Roubaix müssen daher aufwendig umplanen. Auch die Tour de France gerät langsam ins Blickfeld.

Die French Open erst im Herbst und der Radsport-Klassiker Paris-Roubaix auf unbestimmte Zeit verschoben - zwei französische Monumente des Sports bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren. Das deutsche Nachbarland ist schwer getroffen, jetzt reagierten die Veranstalter der Top-Konkurrenzen. Die Jahrespläne von deutschen Stars wie Angelique Kerber und John Degenkolb werden mächtig durcheinandergewirbelt.

Das berühmteste Sandplatzturnier im Tennis, das Grand-Slam-Turnier von Roland Garros, soll nun vom 20. September bis 4. Oktober stattfinden. Ursprünglich waren die French Open vom 24. Mai bis 7. Juni geplant. "Wir müssen im Kampf um die Gesundheit aller solidarisch zusammenstehen", sagte Bernard Giudicelli, Präsident des französischen Tennisverbands FFT.

Er sprach von einer schwierigen und mutigen Entscheidung - die für Aufsehen in der Szene sorgte. Finden die US Open wie geplant vom 31. August bis 13. September statt, liegt gerade einmal eine Woche zwischen den beiden Events von Weltrang. Und die French Open fallen in eine Zeit, für die andere Wettkämpfe geplant waren, unter anderem der von Roger Federer mitorganisierte Laver Cup. Der Tourplan wird mächtig durchgeschüttelt, die Veranstalter des Rasenturniers von Wimbledon halten jedoch laut Statement vom Dienstag vorerst an ihrem Termin vom 29. Juni bis 12. Juli fest.

John Degenkolb: "Aktuell ist alles denkbar"

Auch im Radsport gerät immer mehr ins Wanken. Die Kopfsteinpflaster-Tortur von Paris-Roubaix durch die sogenannte Hölle des Nordens hätte am Ostersonntag (12. April) stattfinden sollen, ein Ausweichtermin wird bereits gesucht. Und inzwischen gerät auch das sportliche Heiligtum der Franzosen in den Blick, die Tour de France. Am 27. Juni soll sie in Nizza beginnen.

"Aktuell ist alles denkbar. Auch die Tour steht nicht über dem Wohl der Bürger", sagte Degenkolb dazu in einem FAZ-Interview. Tour-Boss Christian Prudhomme spielte erst einmal auf Zeit. "Es sind noch über 100 Tage bis zum Grand Depart", sagte er dem französischen Radiosender RMC.

Paris-Roubaix war für einige deutsche Radprofis das große Ziel des Frühjahrs. Nils Politt (Köln/Israel Start-up Nation) wollte nach Rang zwei im Vorjahr um den Sieg kämpfen, auch der frühere Roubaix-Champion Degenkolb (Gera/Lotto-Soudal) hatte sein Lieblingsrennen fest im Visier.

Mehr als 6660 Personen in Frankreich infiziert

Die neuen Turnierpläne im Tennis kamen nicht bei jedem Profi gut an. "Das ist Wahnsinn", twitterte Vasek Pospisil, Nummer 93 der Welt aus Kanada. Vor allem kritisierte er den Mangel an Kommunikation der Spielerorganisation ATP. Die Männer-Tour (bis 26. April) und Frauen-Tour WTA (2. Mai) hatten zuletzt bereits längere Pausen angekündigt, doch das wird kaum reichen.

Frankreich ist stark von der Corona-Pandemie betroffen, mit Stand Dienstagnachmittag waren dort bereits 148 Menschen der Erkrankung COVID-19 erlegen. Mehr als 6660 Personen waren Infiziert.

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