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Fussball

"Ich habe nicht Herrn Watzke kritisiert"

Kevin Großkreutz wechselte von Borussia Dortmund zu Galatasaray
© imago

SPOX: Die Entscheidung, Borussia Dortmund zu verlassen, war sicherlich auch keine einfache. Wann ist sie gereift?

Großkreutz: Als ich vom Verein Zeichen bekam - und ich meine Zeichen, keine Worte. Mir wurde nicht explizit gesagt, dass ich den Verein verlassen soll. Es sind einige Dinge schief gelaufen und deswegen bin ich auch von mir aus gegangen.

SPOX: Man hört Enttäuschung heraus.

Großkreutz: Ich habe für den BVB jahrelang alles gegeben. Mit einem verdienten Spieler so umzugehen, ist nicht schön. Ich werde den Verein immer in meinem Herzen tragen, aber ich musste diese Entscheidung so treffen.

SPOX: Dabei gab es kurz nach der Verpflichtung von Thomas Tuchel ein Gespräch zwischen Ihnen beiden. Gab es damals schon diese Zeichen, von denen Sie gerade gesprochen haben?

Großkreutz: Ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass es ein gutes Gespräch war. Daher war ich ehrlich gesagt auch überrascht, wie das letztlich lief. Es war nicht schön, wie mit mir hinterher umgegangen wurde.

SPOX: Was war passiert?

Großkreutz: Man sprach nicht mehr mit mir. Ich bin zum Training gekommen und hatte das Gefühl, hier gar nicht gebraucht zu werden.

SPOX: Sie haben sich via Instagram kritisch über manche Entwicklungen beim BVB geäußert und dann eine heftige Reaktion aus Dortmund erfahren. Wie haben Sie das aufgenommen?

Großkreutz: Es war enttäuschend, dass man persönlich wurde. Ich hatte als Fan gesprochen und nicht mehr als Spieler. Ich habe ausgedrückt, was die Fans und ich denken. Damit habe ich keine Person im Verein kritisiert. Das habe ich noch nie getan und werde ich auch nie tun.

SPOX: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke meinte, Sie wären nie zu ihm gekommen und hätten diese Bedenken geäußert.

Großkreutz: Dann hätte ich auch sofort einen Anschiss oder gar eine Strafe bekommen. Ich habe nicht Herrn Watzke oder Herrn Zorc kritisiert. Jeder Fan sollte seine Meinung äußern dürfen und genau das habe ich getan. Ich bin nicht mehr Spieler des Vereins, aber als Fan bin ich geblieben.

SPOX: Von den Anhängern bekamen Sie große Unterstützung für Ihre Aussagen. Dort ist Ihre Message angekommen.

Großkreutz: Ich kenne viele Leute auf der Südtribüne, die genauso denken. Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass der BVB so bleiben soll, wie er ist und nicht wie andere Vereine werden sollte.

SPOX: Auch Jürgen Klopp hat Dortmund verlassen. Haben Sie Ihm zu seinem Wechsel nach Liverpool schon gratuliert?

Großkreutz: Klar, sofort. Er hat mich nach meinem Wechsel beglückwünscht und gesagt, dass ich hierher passe und mit dem emotionalen Umfeld die richtige Wahl getroffen habe. Er hat mir auch mit auf den Weg gegeben, die Geduld zu bewahren und hart an mir zu arbeiten. Das tat natürlich gut. Liverpool steht für Emotionen und Leidenschaft - genau wie er. Jürgen Klopp ist ein Freund geworden. Unsere beiden Familien sind freundschaftlich zusammengewachsen. Wir haben gemeinsam große Erfolge gefeiert, viele Höhen und Tiefen erlebt. Wir stehen in ständigem Kontakt.

SPOX: Dasselbe gilt wohl auch für Lukas Podolski und Sie. Poldi trinkt Cay, den türkischen Tee, bis zum Abwinken. Hat er Sie damit schon infiziert?

Großkreutz: Absolut. So viel Tee wie hier habe ich in meinem Leben noch nicht getrunken. (lacht)

Seite 1: Großkreutz über Fankultur und die Parallelen zwischen Gala und dem BVB

Seite 2: Großkreutz über seinen unschönen Abschied, Kritik an Watzke und Klopp

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