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Fussball

Super League: UEFA leitet Disziplinarmaßnahmen gegen Juve, Real Madrid und Barca ein

SID

Neun Gründungsmitglieder der Super League sind unter Sanktionen von der UEFA wieder eingegliedert worden. Gegen Juventus Turin, Real Madrid und den FC Barcelona aber will der Verband mit aller Härte vorgehen.

Teure Buße für neun der zwölf Abtrünnigen, juristische Härte gegen die drei "Unverbesserlichen": Die UEFA hat das Gros der Gründungsmitglieder der krachend gescheiterten Super League unter Auferlegung von empfindlichen Sanktionen wieder eingegliedert.

Gegen Real Madrid, den FC Barcelona und Juventus Turin, die sich laut Verbandsmitteilung vom Freitagabend "bisher geweigert haben, der so genannten Super League abzuschwören", will der Kontinentalverband indessen mit aller juristischen Härte vorgehen - dem wirtschaftlich angeschlagenen Hochadel des europäischen Vereinsfußballs drohen weit höhere Strafen.

Die UEFA behalte sich "alle Rechte vor, alle ihr angemessen erscheinenden Maßnahmen" gegen diese drei Vereine zu ergreifen, die in der fast 500 Wörter langen Pressemitteilung namentlich nicht genannt wurden: "Die Angelegenheit wird umgehend an die zuständigen UEFA-Disziplinarorgane weitergeleitet werden."

Die anderen Gründungsmitglieder der Totgeburt Super League haben dagegen wohl in einem regelrechten Canossagang Buße getan. "Im Geiste der Versöhnung und zum Wohle des europäischen Fußballs" hätten neun der zwölf "am sogenannten Super-League-Projekt beteiligten Klubs" bei der UEFA eine Verpflichtungserklärung eingereicht, heißt es im Duktus des Kontinentalverbandes: "Diese neun Vereine erkennen an und akzeptieren, dass das Super-League-Projekt ein Fehler war und entschuldigen sich bei den Fans, den nationalen Verbänden, den nationalen Ligen, den anderen europäischen Vereinen und der UEFA."

UEFA und CL-Reform: Nur eine Super League light

Namentlich handelt es sich um die sechs englischen Klubs FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspur, FC Arsenal, FC Chelsea sowie AC und Inter Mailand aus Italien und den spanischen Klub Atletico Madrid. Zwei von ihnen, Manchester City und der FC Chelsea, bestreiten am 29. Mai das Finale der UEFA Champions League.

Eine formelle Bestätigung der Verpflichtungen und der Art und Weise der Wiedereingliederung sei bereits vereinbart und von den neun Vereinen unterzeichnet worden.

Diese Klubs werden insgesamt 15 Millionen Euro für die Förderung des Jugend- und Breitenfußballs spenden. Fünf Prozent der Einnahmen aus einer Europapokalsaison müssen sie der UEFA für eine Neuverteilung überlassen. Auch verpflichteten sich die Vereine unter anderem zur Zahlung von 100 Millionen Euro, sollten sie in Zukunft "versuchen, an einem nicht genehmigten Wettbewerb teilzunehmen".

Zudem sind sie verpflichtet, an "den UEFA-Wettbewerben teil, wann immer sie sich dafür qualifizieren" und wieder Mitglieder der Klubvereinigung ECA zu werden. Das Wichtigste: Die Klubs sollen alles tun, "um jegliche vertragliche Vereinbarung mit der Super League zu lösen".

Auf diese nämlich könnten sich Real, Barca und Juventus stützen. Real-Präsident Florentino Perez als einer der Hauptinitiatoren der Superliga, die aufgrund massiver Fanproteste am 21. April und damit nur gut zwei Tage nach ihrer Ausrufung gescheitert war, jedenfalls sagte zuletzt dem Radiosender Cadena Ser, das Projekt Super League sei auf "Stand-by".

Auf die Frage, ob es falsch sei zu denken, dass der Wettbewerb nun tot sei, antwortete Perez: "Auf jeden Fall. Wir arbeiten daran. Es wird etwas herauskommen, von dem die Welt denkt, dass es das Beste ist." Die UEFA indessen brachte inmitten des Super-League-Aufruhrs ihre umstrittene Champions-League-Reform durch, von der nicht wenige behaupten, sie sei eine Super League light.

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