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Fussball

Eintracht Frankfurt - Thesen zum historischen Triumph gegen Barcelona: Die SGE holt jetzt den Titel!

Von Benjamin Heinrich

Das Weiterkommen von Eintracht Frankfurt gegen den FC Barcelona (3:2/1:1) hat gezeigt, dass die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner das Zeug dazu hat, dieses Jahr den Titel zu holen, dass ein Abgang von Filip Kostic im Sommer immer unwahrscheinlicher wird und dass Oliver Glasner nun endgültig in Frankfurt angekommen ist.

1. Die Eintracht holt den Titel

Wer soll Eintracht Frankfurt noch aufhalten? Die Zeichen vor dem Europa League-Viertelfinale gegen den großen FC Barcelona standen eindeutig, bei Sportwetten dürfte sich der eine oder andere, der auf ein Weiterkommen der Eintracht gewettet hat, ein goldenes Näschen verdient haben. Dabei hatten die Hessen in beiden Spielen zusammengerechnet sogar eine Torschussbilanz von 31:17! Eine unfassbare Bilanz mit Blick auf die ungleichen Verhältnisse beider Klubs.

Im Camp Nou waren 25000 Eintracht-Fans, die ihre Mannschaft unnachgiebig nach vorne peitschten. In der Stadt sollen es noch tausende mehr gewesen sein. Ein einzigartiges Ereignis, das im europäischen Fußball seinesgleichen sucht.

Im Halbfinale wartet nun West Ham United. Der Tabellensechste der Premier League stammt aus London. Und genau da hat die Eintracht noch eine Rechnung offen! In der Saison 2018/19 scheiterten die Frankfurter erst im Halbfinale der Europa League am FC Chelsea - im Elfmeterschießen! Zum tragischen Helden wurde damals Innenverteidiger Martin Hinteregger mit seinem verschossenen Elfer, der in den Spielen gegen den FC Barcelona zur Höchstform auflief.

Dass er und seine Mannschaft gegen die Engländer nochmal besonders motiviert sind, steht außer Frage. Im Finale würde dann der Sieger aus der Partie RB Leipzig und Glasgow Rangers warten. Ein aus deutscher Sicht machbares Los. 42 Jahre nach dem letzten Europapokaltitel der SGE ist es nun wieder an der Zeit.

2. Filip Kostic kann jetzt einfach nicht mehr gehen

Er war der Spieler der letzten Jahre, der quasi in jeder Transferperiode schon fast weg gewesen wäre. Im vergangenen Sommer stand ein Wechsel zu Lazio Rom kurz bevor, doch der Abgang von Filip Kostic scheiterte letztlich am fast schon unverschämten Angebot der Italiener, das nicht annähernd marktgerecht war. Dass sich der 29-jährige Serbe dafür sogar wegstreiken wollte, bereute er und die Fans verziehen im schnell.

Anschließend wechselte der dennoch den Berater und wird mittlerweile von Alessandro Lucci betreut, bei dem sich sonst fast ausschließlich Profis aus der Serie A tummeln. Zuletzt schien ein Wechsel im Sommer deshalb sehr wahrscheinlich. Kostics Vertrag läuft 2023 aus.

Doch dann kam dieses Spiel in Barcelona, im Camp Nou. Bei dem Kostic zwei Tore erzielte, in der 4. Minute per Elfmeter, in der 67. dann im gewohnten Kostic-Style zur Vorentscheidung. Anschließend wurde der Nationalspieler von den Fans frenetisch gefeiert - minutenlang! Die Verbindung der Anhänger zu Eintrachts Topspieler, sie ist groß und innig.

In Frankfurt hat Kostic ein System und eine Mannschaft, in der er sich wohlfühlt und aufblüht. Gibt er das im Sommer nochmal auf, um einen letzten großen Vertrag mit einem kleinen Gehaltssprung zu unterschreiben? Nach den Bildern in Barcelona wird das immer unwahrscheinlicher!

3. Oliver Glasner lebt die Eintracht

Was für unglaubliche Szenen im Camp Nou! Als die Jubeltraube sich dem Ende näherte, legte Eintrachts Trainer Oliver Glasner nochmal einen richtigen Dive vor den Frankfurter Fans hin. Auf dem heiligen Rasen setzte der 47-jährige Österreicher an und rutschte mit dem Kopf voraus in Richtung der Kurve.

Glasner, der zuvor in der Bundesliga nur beim VfL Wolfsburg und zuvor in Österreich bei LASK Linz gearbeitet hat, brauchte Anlauf, um die Größe und Bedeutung des Klubs Eintracht Frankfurt zu verstehen. Spätestens aber beim 3:2-Sieg in Barcelona verstand er es. Das wurde auch in seinen Statements nach dem Spiel deutlich, bei denen er sich selbst komplett zurücknahm und den Fokus auf die Spieler, aber auch die Fans richtete. "Die Spieler haben heute das ganze Lob verdient! Als Trainer bist du nichts ohne deine Mannschaft", erklärte Glasner nach dem Spiel.

Und auch seine Emotionen ließ er Revue passieren: "Ich bin jemand, der normal die Ehrenrunde nicht mitgeht. Heute wollte ich es aber aufsaugen und genießen. Das ist der emotionale Lohn, den du bekommst als Sportler, in dem Fall auch als Trainer, den du mit keinem Geld der Welt kaufen kannst. Das ist etwas, das sich ins Herz einbrennt und was du dein Leben lang mit dir trägst. Diesen Abend, diese Gefühle, diese Stimmung werde ich sicherlich mitnehmen, bis ich irgendwann mal hoffentlich eine Etage höher bin."

Die Eintracht und Glasner - sie haben an diesem Abend in Spanien so richtig zueinandergefunden. Und der Österreicher hat erleben dürfen, welche Dimension, welche Größe der Klub hat - mit einem Weiterkommen konnte dieser auch davon etwas zurückgeben.

Europa League: Viertelfinale im Überblick

Datum RückspielAnpfiffHeimAuswärtsErgebnis Hin- und Rückspiel
Donnerstag, 14. April 202218.45 UhrAtalanta BergamoRB Leipzig1:3
Donnerstag, 14. April 202221.00 UhrFC BarcelonaEintracht Frankfurt3:4
Donnerstag, 14. April 202221.00 UhrOlympique LyonWest Ham United1:4
Donnerstag, 14. April 202221.00 UhrGlasgow RangersSporting Braga3:2
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