"Hat ein extremes Tempo": So begründet Julian Nagelsmann den überraschenden Startelf-Einsatz von Emre Can gegen Spanien

Von Tim Ursinus
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© getty

Emre Can steht im Viertelfinale gegen Spanien überraschend in der Startelf der deutschen Nationalmannschaft. Bundestrainer Julian Nagelsmann begründete seine Entscheidung vor dem Spiel mit dessen Laufgeschwindigkeit.

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Der Kapitän von Borussia Dortmund verfüge über "ein extremes Tempo", erklärte Nagelsmann vor dem Spiel bei MagentaTV und ergänzte: "Er ist mit unser schnellster Spieler im Kader im Defensivbereich. Wir wollen auch ein bisschen die Kreise von Fabian Ruiz eingrenzen - ein Schlüsselspieler, der immer wieder auf den linken Flügel kippt. Der viele Situationen löst, wenn Rodri in Manndeckung genommen wird. Er ist einfach ein Spieler, der viel im Aufbau beteiligt ist und Emre ist sehr schnell und hat die Fähigkeit, die Spieler zu unterstützen."

In der ARD fügte Nagelsmann dahingehend an: "Emre bringt sehr viel Tempo mit, das ist ein großer Vorteil. Er hat den Job, Fabian Ruiz einzuschränken. Da hat Emre große Tempovorteile und kann viele Bälle klauen."

Außerdem sei das DFB-Team durch die Entscheidung für Can und gegen Robert Andrich "taktisch noch ein Stück variabler, weil er auch schon häufig in einer Dreierkette gespielt hat."

Allerdings wechselte Nagelsmann zur Halbzeit Can bereits wieder aus und brachte Andrich ins Spiel.

"Von einem Paradigmenwechsel sind wir da ganz weit weg"

Auf Nachfrage von MagentaTV-Experte Michael Ballack, ob Nagelsmann wie schon zeitweise im Achtelfinale gegen Dänemark auf eine Dreierkette setzen werde, antwortete er: "Wir haben das nicht zwingend vor, aber wir wollen natürlich darauf vorbereitet sein, ohne wechseln zu müssen. Klar, kann Rob das auch. Aber Emre hat mit 35 km/h mehr Speed. Das ist eine Waffe, die Spanien hat über die Flügel, wo wir noch einen Tempospieler zusätzlich auf dem Platz haben wollen. Emre läuft 35 und das ist gut zu wissen."

Darüber hinaus beteuerte Nagelsmann, dass die erneute Änderung der Startelf kein Paradigmenwechsel sei. Er setze weiterhin auf "13 Spieler, die mehr Spielzeit bekommen, als die anderen - und das ist nach wie vor der Fall. Von einem Paradigmenwechsel sind wir da ganz weit weg."

Daran würde auch die Tatsache nichts ändern, dass Can erst spät zur Mannschaft dazugestoßen ist. Der 30-Jährige war wegen einer erneuten Erkrankung von Aleksandar Pavlovic nachnominiert worden.

Neben Can gibt es einen weiteren Tausch im Vergleich zum Dänemark-Spiel: Jonathan Tah kehrt nach seiner Gelbsperre für Nico Schlotterbeck zurück in die erste Elf.

Deutschland vs. Spanien: Die Aufstellungen

Deutschland vs. Spanien

Aufstellung DeutschlandNeuer - Kimmich, Rüdiger, Tah, Raum - Can, Kroos - Musiala, Gündogan, Sané - Havertz
Aufstellung SpanienUnai Simon - Carvajal, Le Normand, Laporte, Cucurella - Rodri - Pedri, Fabián - Lamine Yamal, Morata, Williams