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Fussball

DFB-Team: Niklas Süle positiv auf Corona getestet - Fragen und Antworten

Von Maximilian Lotz / SID
Niklas Süle wurde trotz Impfschutzes positiv auf Corona getestet. Was bedeutet das für Joshua Kimmich?

Der positive Coronatest von Niklas Süle hat bei der Nationalmannschaft die Abläufe durcheinander gewirbelt. Drei weitere Spieler des FC Bayern müssen in Quarantäne. SPOX und GOAL beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie reagierte der DFB auf den positiven Coronatest von Süle?

Bayern-Verteidiger Niklas Süle wurde am Montag nach der Ankunft in Wolfsburg im Rahmen einer Pool-Testung positiv auf das Coronavirus getestet. Der 26-Jährige ist vollständig geimpft und zeigte laut DFB-Mitteilung keine Symptome.

"Er ist mit neun Spielern gemeinsam angereist und die Arbeit von Tim Meyer (DFB-Teamarzt, Anm.d.Red.) hat mit dem Gesundheitsamt begonnen. Das Ergebnis war, dass Süle und vier weitere Spieler abreisen müssen. Die restlichen Spieler müssen nicht abreisen", erklärte DFB-Direktor Oliver Bierhoff auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

Welche Spieler sind von Quarantäne-Regelung betroffen?

Vom zuständigen Gesundheitsamt München Land wurden Süles Bayern-Teamkollegen Joshua Kimmich, Jamal Musiala und Serge Gnabry sowie Karim Adeyemi von Red Bull Salzburg als Kontaktpersonen der ersten Kategorie eingestuft. "Die Spieler werden einzeln nach Hause gefahren, das ist eine Voraussetzung", sagte Bierhoff.

Wie der FC Bayern mitteilte, muss auch Eric Maxim Choupo-Moting in Quarantäne, da er Kontakt zu Süle hatte. Aufgrund der 14-tägigen Quarantäneregelung stehen den Bayern die betroffenen Spieler voraussichtlich beim Spiel beim FC Augsburg am 19. November nicht zur Verfügung. In der Champions League in exakt zwei Wochen bei Dynamo Kiew könnten sie dann wohl wieder mitwirken.

Was passiert mit den anderen Kontaktpersonen von Süle?

Die anderen vier Spieler, die am Montag mit Süle im Flugzeug von München nach Wolfsburg gesessen hatten, erhalten laut DFB-Direktor Oliver Bierhoff eine "besondere Betreuung", etwa in Form einer gesonderten Anreise zum Training. In Quarantäne müssen sie aber nicht. Die Namen der betroffenen Spieler nannte Bierhoff nicht.

Als Reaktion auf die Abreise der vier Spieler nominierte der DFB für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein am Donnerstag und drei Tage später in Armenien die Wolfsburger Maximilian Arnold und Ridle Baku sowie Kevin Volland (AS Monaco) nach.

DFB-Team: Verbleibende Länderspiele 2021

DatumGegnerSpielortUhrzeitWettbewerb
11. NovemberLiechtensteinWolfsburg20.45 UhrWM-Qualifikation
14. NovemberArmenienJerewan18 UhrWM-Qualifikation

Was bedeutet der Coronafall für den ungeimpften Kimmich?

Kimmich hatte zuletzt mit seinem öffentlich geäußerten Impf-Verzicht für Wirbel gesorgt. "Kimmichs Meinung ist bekannt. Man muss das akzeptieren. Wie lange die Quarantäne ist, ist in Hand des Gesundheitsamtes. Das hängt von der Testung ab und davon, ob Beschwerden auftreten", sagte DFB-Teamarzt Meyer.

Für enge Kontaktpersonen gilt laut der aktuellen bayerischen Coronaschutzverordnung eine 14-tägige Quarantänepflicht. Diese endet, wenn während der Isolation keine coronatypischen Symptone auftreten und nach Ablauf dieser 14 Tage ein negatives Testergebnis vorliegt. Allerdings gilt keine Quarantänepflicht für "enge Kontaktpersonen, die vollständig gegen COVID-19 geimpft sind (ab Tag 15 nach der abschließenden Impfung)", wie der aktuellen Fassung der bayerischen Coronaschutzverordnung zu entnehmen ist.

Sind auch Gnabry, Musiala und Adeyemi ungeimpft?

Dieser Schluss liegt nahe, bestätigen wollte ihn der DFB am Dienstag aber nicht. Teamarzt Meyer verwies auf die Schweigepflicht. "Die Impfung ist ein Kriterium, genau wie die Intensität und Dauer der Kontakte", sagte Meyer ausweichend.

Muss der DFB das eigene Hygienekonzept überarbeiten?

Nein, die Nationalmannschaft muss auch nach den positiven Fällen keine strengeren Hygiene-Auflagen erfüllen. Das gemeinsam erarbeitete und immer wieder nachgebesserte Hygienekonzept sei "so ausführlich und detailliert, dass ich denke, dass es vollkommen ausreicht", sagte Monika Müller, Dezernentin für Soziales, Gesundheit, Klinikum und Sport bei der Stadt Wolfsburg, dem SID.

Die Entscheidung, die fünf Spieler in Quarantäne zu schicken, wurde vom Gesundheitsamt in München getroffen. "Das Ergebnis ist hier richtig und hätten wir genauso getroffen", sagte die Wolfsburger Stadträtin, die aber auch betonte, dass man über die Zuständigkeit in dem Fall "trefflich streiten" könne.

Vorgesehen sei für die vier im Teamquartier verbliebenen Spieler ein täglicher PCR-Test, verriet Müller: "Quarantänen sind nur dann erforderlich, wenn ich entweder nicht vollständig geimpft oder nicht innerhalb der letzten sechs Monate den Status 'Genesener" erhalten habe."

Denkt man beim DFB über eine Impfpflicht nach?

Nein, das ist aktuell offenbar nicht geplant. Meyer und Bierhoff verwiesen dabei auf die aktuell geltenden gesetzlichen Regelungen. "Wir befinden uns bei den Fußball-Profis im Rahmen des Arbeitsschutzes. Da gibt die Politik Rahmenbedingungen vor. Bei Zuschauern geht es um die Freizeit - für beide Konstellationen gibt es einen unterschiedlichen Rahmen. Das ist manchmal schwierig zu verstehen", erklärte Meyer.

Bierhoff ergänzte: "Es wird ein gesetzlicher Rahmen vorgegeben, in dem wir uns bewegen. Bei einer Mannschaft kann man das auch als ungeimpfter Spieler machen. Wie die Entscheidungen getroffen werden müssen, kann ich nicht nachvollziehen."

WM-Qualifikation: Die Tabelle der Gruppe J

PlatzMannschaftSpieleToreDifferenzPunkte
1Deutschland823:32021
2Rumänien811:8313
3Nordmazedonien815:10512
4Armenien88:11-312
5Island811:15-48
6Liechtenstein82:23-211
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