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Fussball

Die U21-Europameisterschaft als Schaufenster genutzt: Diese deutschen Titel-Helden könnten im Sommer wechseln

Von Daniel Nutz
Niklas Dorsch und Lukas Nmecha sind Wechselkandidaten.

Die deutschen U21-Europameister sind nicht nur durch ihre Leistungen bei der EM gefragt. SPOX und Goal zeigen die Kandidaten, die im Sommer einen Wechsel anstreben könnten.

Der Jubel kannte auf deutscher Seite keine Grenzen mehr, als der georgische Schiedsrichter Giorgi Kruashvili am Sonntagabend nach mehr als fünf Minuten Nachspielzeit das Finale der U21-Europameisterschaft zwischen der DFB-Auswahl und Portugal (1:0) abpfiff.

Das goldene Tor von Angreifer Lukas Nmecha bedeutete den dritten U21-EM-Titel in den letzten zwölf Jahren. Dabei war die die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz längst nicht als Favorit in das Turnier gegangen.

Mannschaftliche Geschlossenheit und ein unbändiger Wille führte Deutschland letztlich an Europas Spitze in dieser Altersklasse - auch die Tatsache, dass einige Spieler bei Bundesligisten nur Ersatz sind oder noch bei Zweitligisten und Klubs aus kleineren Ligen auflaufen, wurde mit der richtigen Einstellung kaschiert.

Während sich Spieler wie Bayer Leverkusens Offensivjuwel Florian Wirtz oder Ridle Baku vom Champions-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg mit ihren Auftritten auch für die A-Nationalmannschaft empfohlen haben, geht es bei anderen Akteuren im kommenden Sommer wohl zunächst darum, den nächsten Schritt beispielsweise in eine Topliga, zu einem besseren Klub oder zu einem Team mit besserer persönlicher Perspektive zu machen.

SPOX und Goal zeigen Kandidaten, die im Sommer einen Wechsel anstreben könnten.

LUKAS NMECHA (MANCHESTER CITY)

Für Lukas Nmecha hätte die Spielzeit persönlich wohl nicht viel besser laufen können. Im August 2020 ließ er sich von Manchester City nach Belgien zum RSC Anderlecht ausleihen, wo ihm in 41 Pflichtspielen 21 Treffer und drei Vorlagen gelangen.

Bei der U21-EM lief es ebenfalls wie am Schnürchen. Neben dem Titel mit der Mannschaft durfte er sich nämlich über eine individuelle Auszeichnung freuen: Mit vier Turniertreffern wurde der 22-Jährige Torschützenkönig.

Nun geht es für ihn vorerst zum englischen Meister zurück. Dass er sich im Star-Ensemble von Pep Guardiola einen Platz ergattern kann, ist trotz seiner Leistungen unwahrscheinlich. An Interessenten dürfte es ihm nun aber voraussichtlich nicht mangeln.

"Wenn das hier vorbei ist und wir hoffentlich den Titel gewonnen haben, dann entscheide ich gemeinsam mit meiner Familie, was der beste nächste Schritt für mich ist. Der nächste Move wird sehr wichtig für mich, da muss ich gut drüber nachdenken", sagte er noch im Laufe der Endrunde. Nach Informationen von SPOX und Goal strebt Nmecha im Sommer eine Veränderung an.

NIKLAS DORSCH (KAA GENT)

Dorsch ragte im Endspiel gegen Portugal aus einer starken DFB-Elf heraus. Sein Auftritt im zentralen Mittelfeld erinnerte ein wenig an den von Bastian Schweinsteiger beim WM-Finale 2014 gegen Argentinien, als dieser aufopferungsvoll um jeden Ball kämpfte und im Anschluss der gefeierte Held war.

Der 23-Jährige kontrollierte das Spiel aus der Zentrale, holte alles aus seinem Körper heraus und wurde zurecht zum besten Spieler der Partie gekürt.

Im vergangenen Sommer war Dorsch vom 1. FC Heidenheim zum belgischen Erstligisten Gent gewechselt, wo er bereits Erfahrung in der Europa League sammelte. Nun dürfte der nächste Schritt folgen. "Wenn etwas Passendes kommt, werde ich mir mit Sicherheit darüber Gedanken machen", sagte er bereits im April gegenüber transfermarkt.de. Schließlich sei die EM-Endrunde "eine super Plattform, die ich auch nutzen möchte".

Nach Informationen von SPOX und Goal strebt Dorsch definitiv einen Wechsel im Sommer an, aufgrund seiner Leistungen ist eine Rückkehr nach Deutschland in die Bundesliga jedoch nicht die einzige Option für den Rechtsfuß. Aus der Premier League und der Ligue 1 gibt es ebenfalls Anfragen für das ehemalige Talent des FC Bayern München.

Niklas Dorsch: Karrierestationen

JahreStation
2009-2012Jugend 1. FC Nürnberg
2012-2015Jugend FC Bayern München
2015-2018FC Bayern München II
2016-2018FC Bayern München
2018-20201. FC Heidenheim
2020-KAA Gent

MERGIM BERISHA (RED BULL SALZBURG)

Berisha wechselte schon im Kindesalter in die Jugend der Salzburger, kämpfte sich dort bis in den Seniorenbereich hinauf und war nach drei vorangegangenen Leihen in der abgelaufenen Spielzeit eine absolute Stammkraft beim österreichischen Meister.

Dem Offensivspieler gelangen in 42 Pflichtspielen 22 Tore und 14 Assists, in der Champions League schenkte er Welttorhüter Manuel Neuer zwei Buden ein.

Im Angriff ist Berisha flexibel einsetzbar. Während er bei den Roten Bullen meistens zentral zum Einsatz kam, bot ihn Kuntz in Deutschlands U21 bei der Endrunde immer Linksaußen auf. Treffer gelang ihm dort keiner, was unter anderem an fünf Aluminiumtreffern lag.

In Salzburg steht der 23-Jährige bis 2022 unter Vertrag, folglich dürfte im Sommer eine Entscheidung über den weiteren Karriereverlauf fallen, sofern Red Bull ihn nicht ein Jahr später ablösefrei verlieren will.

FINN DAHMEN (FSV MAINZ 05)

Der 23-jährige Dahmen ist ein Mainzer Eigengewächs und wurde dort 2018 mit einem Profivertrag ausgestattet. Seitdem durfte er sich aber lediglich über drei Einsätze in der Bundesliga freuen - alle in der abgelaufenen Spielzeit.

Bei der U21-EM wurde er im Viertelfinale beim Elfmeterschießen gegen Dänemark mit zwei parierten Versuchen zum Matchwinner. Kuntz schenkte Dahmen in allen Spielen der Endrunde sein Vertrauen.

An seinem Status als Nummer zwei hinter Robin Zentner in Mainz, wo er noch bis 2023 unter Vertrag steht, wird auch der EM-Titel nichts ändern.

Nach Informationen von SPOX und Goal ist ein Verbleib von Dahmen dennoch im Sinne des Vereins, und auch der Spieler selbst hegt aktuell noch keine Abschiedsgedanken. Bleibt abzuwarten, ob ein verlockendes Angebot mit Aussicht auf Spielpraxis doch noch für ein Umdenken sorgen könnte.

NICO SCHLOTTERBECK (SC FREIBURG)

Die vergangene Spielzeit verbrachte Schlotterbeck auf Leihbasis bei Union Berlin und überzeugte dort vor allem in der zweiten Saisonhälfte auf ganzer Linie. Daran knüpfte er bei der Europameisterschaft nahtlos an und bildete mit Amos Pieper ein starkes Innenverteidiger-Duo.

Nun geht es vorerst zurück zum SC Freiburg, an den er noch zwei Jahre gebunden ist und wo er von nun an möglicherweise an der Seite seines Bruders Keven auflaufen wird.

In Stein gemeißelt ist ein Verbleib im Breisgau allerdings nicht. Der Verein schloss einen Verkauf Schlotterbecks in Person von Sportdirektor Klemens Hartenbach nicht aus, "wenn es in Sachen Ablöse richtig rummst". Und auch der Spieler selbst würde ungern bleiben, falls sein Bruder in der Defensive ein direkter Konkurrent wäre.

"Wenn zu uns gesagt wird, wir spielen beide linker Innenverteidiger, dann wäre es ein Problem intern in der Familie", sagte er zuletzt. "Dem würde ich dann gerne aus dem Weg gehen." Sollte er jedoch an der Seite seines Bruders auflaufen können, kann sich Schlotterbeck durchaus vorstellen, "dass wir zusammen in Freiburg spielen".

Laut dem kicker trat der VfB Stuttgart bereits an den 21-Jährigen heran und führte intensive Gespräche mit der Spielerseite. Bei einer Ablösesumme von rund 15 Millionen Euro wäre Schlotterbeck wohl zu haben. Seine Auftritte im DFB-Trikot dürften weitere Interessenten auf den Plan rufen.

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