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FC Bayern München - Dayot Upamecano überzeugt gegen Wolfsburg: Junger Mann für drei Rollen

FC Bayern München, Dayot Upamecano
© imago images

Nach einer für ihn schwierigen Zeit überzeugte Dayot Upamecano beim 4:0-Sieg seines FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg - und zwar in gleich drei Rollen.

Nachdem Julian Nagelsmann schon eine ganze Weile über Dayot Upamecanos starke Leistung beim 4:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg gesprochen hatte, wollte er eine Sache noch in Erinnerung rufen. "Er ist nach wie vor ein junger Spieler, das betone ich immer wieder", sagte der Trainer des FC Bayern München also. "Weil man ihn schon so lange in der Bundesliga sieht, vergisst man manchmal, dass er noch keine 28 ist."

Tatsächlich ist der Franzose gerade erst 23 Jahre alt geworden, hat aber trotzdem schon 127 Bundesligaspiele absolviert. Die wenigsten seiner Auftritte sind einfach nur fader Durchschnitt, stattdessen wechseln sich gerne Genie und Wahnsinn ab. In Nagelsmanns Augen hat das durchaus schlüssigerweise etwas mit seinem Alter zu tun. Bisweilen erinnert Upamecano an den jungen Jerome Boateng, der später zu einem permanenten Stabilisator in der Innenverteidigung des FC Bayern heranwachsen sollte.

Bei Upamecano nahm zuletzt aber bekanntlich wieder eher der Wahnsinn Überhand: Beim Topspiel gegen Borussia Dortmund (3:2) hatte er mehrfach gepatzt und anschließend auch gegen den FSV Mainz 05 (2:1) unsicher gewirkt. Daraufhin war er in die Kritik geraten, am Dienstag in Stuttgart (5:0) saß er nur auf der Bank. Gut möglich, dass Upamecano dort auch für das Spiel gegen Wolfsburg geblieben wäre, hätte Niklas Süle nicht gerade mehrere körperliche Probleme.

FC Bayern Dayot Upamecanos drei Rollen gegen Wolfsburg

So kehrte Upamecano aber direkt in die Startelf zurück - und machte relativ unverhofft eines seiner bisher besten Spiele für den FC Bayern. Und zwar nicht nur als Innenverteidiger, sondern auch als Regisseur und Torjäger. Genie!

Weil Wolfsburg extrem tief stand, rückte Upamecano genau wie seine Mitspieler extrem hoch auf. Oder bedingte das andere erst das eine? Wieder und wieder kam er tief in der gegnerischen Hälfte an den Ball (138 Ballaktionen, Bestwert), sogar sein durchschnittlicher Aufenthaltsort auf dem Platz lag beachtlicherweise jenseits der Mittellinie. Von dort aus versuchte Upamecano das Spiel im Stile eines Regisseurs mit Vertikalpässen anzukurbeln. Am allerbesten klappte das kurz vor Schluss, als er Robert Lewandowskis Treffer zum 4:0 mit einem genialen Chip auf Jamal Musiala einleitete. "In der ersten Halbzeit hat er zwei, drei nicht gebracht", analysierte Nagelsmann. "Das war der Trainingseffekt, den er sich selbst beschert hat, dass der Ball dann kam."

Zu diesem Zeitpunkt lag Upamecanos Auftritt als Torjäger übrigens schon hinter ihm, zwischenzeitlich hatte er per Kopf zum 2:0 getroffen. Es war sein erster Treffer für den FC Bayern. "Endlich mal", sagte Nagelsmann. Und weil er schon beim Thema war, forderte er gleich ganz generell: "Wir müssen es auch hinkriegen, dass unsere Abwehrspieler torgefährlich werden." Wo das nur hinführen soll? In der bisherigen Saison erzielte seine Mannschaft im Schnitt bereits 3,3 Tore pro Spiel.

In seiner ursächlichen Funktion als Innenverteidiger war Upamecano gegen harmlose Wolfsburger unterdessen kaum gefordert. Trotzdem sei er laut Nagelsmann "in der Restverteidigung sehr konzentriert" gewesen. "Wir hatten eine gute Kontrolle. Das ist manchmal wichtiger als 20 Chancen."

FC Bayern München: Dreikampf in der Innenverteidigung

Für Upamecano war es der versöhnliche Abschluss eines abwechslungsreichen Halbjahres: Der Wechsel für 42,5 Millionen Euro von RB Leipzig nach München. Das verheerende Auftaktspiel gegen Borussia Mönchengladbach, starke Leistungen samt Assists bei Bayer Leverkusen und gegen die TSG Hoffenheim, der Tiefpunkt beim 0:5-Debakel im DFB-Pokal in Gladbach Mitte Oktober und schließlich die schwachen Auftritte im Dezember. Vielleicht auch um Rücksicht auf sein Alter zu nehmen, attestierte Nagelsmann Upamecano "eine stabile Hinrunde" und lediglich "zwei schwächere Spiele", ohne diese konkret zu benennen.

Tatsächlich schenkte der Trainer keinem der drei Innenverteidiger mehr Spielminuten als Upamecano (1832), den er schon aus Leipziger Zeiten schätzt und vor allem einschätzen kann. Süle kommt auf 1472 Minuten und Lucas Hernandez auf 1470, in Stuttgart hatten sie Seite an Seite überzeugt. Wer von den dreien sich langfristig in der Innenverteidigung durchsetzen wird, erscheint aktuell - genau wie vor der Saison - noch nicht absehbar.

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