Der FC Bayern München auf Trainersuche: Wie ist der Stand bei Roberto De Zerbi, Julian Nagelsmann, José Mourinho, Ralf Rangnick und den anderen Kandidaten?

Von Oliver Maywurm
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Thomas Tuchels Zeit beim FC Bayern München läuft mit Saisonende bekanntlich ab, die Suche nach einem Nachfolger ist in vollem Gange. Dabei kristallisieren sich aktuell zwei Top-Kandidaten heraus.

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Xabi Alonso wird es nicht. "Es gab viele Spekulationen. Ich habe nach reiflicher Überlegung die Entscheidung getroffen, dass das der richtige Ort für mich ist", verkündete der Spanier vergangenen Freitag seinen Verbleib bei Bayer Leverkusen.

Für die Werkself natürlich eine sehr freudige Nachricht. Für den FC Bayern dagegen ein Dämpfer, galt Alonso doch als absoluter Wunschkandidat auf die Nachfolge des scheidenden Coaches Thomas Tuchel.

Dass Sebastian Hoeneß nicht an die Säbener Straße kommt, ist indes bereits seit dessen Vertragsverlängerung beim VfB Stuttgart Anfang März klar. Zwei der Kandidaten, die rund um den FCB in den vergangenen Wochen am heißesten gehandelt wurden, sind also aus dem Rennen.

Aber es bleiben ja noch zahlreiche Namen, die als Bayern-Trainer ab der Saison 2024/25 infrage kommen. Sportvorstand Max Eberl setzt sich bei der Suche zwar kein Ultimatum, sagte zuletzt gegenüber Sky aber, dass der neue Coach bestmöglich noch im April fix gemacht werden soll. "Wir sind an mehreren Trainern dran", so Eberl. "Wir loten aus, wir schauen, was wirklich machbar ist. Wir versuchen, den passenden Trainer zu finden."

SPOX verschafft hier einen Überblick darüber, wie der aktuelle Stand bei den Trainerkandidaten der Bayern ist.

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José Mourinho zum FC Bayern München?

Zwar hat Mourinho mit der Roma immerhin 2022 die Conference League gewonnen und es vergangenen Sommer bis ins Europa-League-Finale geschafft - der ganz große Zauber von The Special One schien in den vergangenen Jahren aber mehr und mehr zu verfliegen.

Dennoch wurde Mourinho qua seines großen Namens natürlich auch mit Bayern in Verbindung gebracht. Denn der 61-Jährige ist seit seinem Aus in Rom Mitte Januar bekanntlich verfügbar und betonte zuletzt, ab Sommer wieder auf einer Trainerbank sitzen zu wollen. "Es gibt keine Neuigkeiten. Ich habe keinen Verein, ich bin frei. Aber ich möchte arbeiten, im Sommer will ich arbeiten", sagte er Ende März.

TV-Experte und Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann brachte Mourinho zuletzt als Option dafür ins Spiel, Tuchel schon jetzt zu beerben und Bayern durch die restliche Saison zu führen: "Das ist ein fachlich hervorragender Mann. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass der sagt, die acht oder zehn Wochen mache ich und wenn es gut läuft, noch ein weiteres Jahr", so Hamann bei Sky90.

Dem Vernehmen nach kommt es für Bayern allerdings auch bei einem Ausscheiden im Champions-League-Viertelfinale gegen Arsenal nicht infrage, sich doch schon vor Saisonende von Tuchel zu trennen. Und was dessen langfristige Nachfolge angeht, verneinte Eberl zwar zuletzt nicht, dass auch Mourinho Thema werden könnte - dass der Portugiese tatsächlich an der Säbener Straße übernimmt, scheint aber aktuell nicht sonderlich realistisch.

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Ralf Rangnick zum FC Bayern München?

Kurz vor der Bekanntgabe Alonsos, in Leverkusen zu bleiben, kamen Medienberichte auf, wonach Ralf Rangnick Bayerns erste Alternative für den Fall einer Absage des spanischen Wunschkandidaten sei.

Der 65-Jährige ist zwar noch bis 2026 als Nationaltrainer Österreichs gebunden und hat das ÖFB-Team zu einem Geheimfavoriten bei der EM im Sommer entwickelt - doch laut ran soll es ein großer Lebenstraum Rangnicks sein, den FC Bayern zu trainieren.

Allerdings schwang die Berichterstattung rund um Rangnick und den FCB zuletzt wieder in eine andere Richtung um. Laut Sky wird er nicht neuer Bayern-Trainer, zumal eine Verpflichtung Rangnicks auch zeitliche Komplikationen mit sich bringen würde. Schließlich ist er möglicherweise bis Anfang/Mitte Juli mit Österreich bei der EM aktiv und könnte dann erst verspätet zur Sommer-Vorbereitung des FCB dazustoßen.

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Hansi Flick zum FC Bayern München?

Hansi Flick wäre im Gegensatz zu Rangnick in jedem Fall verfügbar, ist seit seiner Entlassung als Bundestrainer im September vergangenen Jahres ohne Trainerjob.

Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Trennung von Tuchel war Flick einer der präsentesten Namen, wenn es um Spekulationen über den neuen Bayern-Trainer ging. Eine mögliche Rückkehr des Triple-Coaches von 2020 galt als naheliegende Lösung, zumal er die Differenzen mit Uli Hoeneß, die wohl aus der Trennung 2021 resultierten, offenbar beigelegt hat.

Und Flick soll sich ein neuerliches Engagement in München auch vorstellen können, allerdings zählt er nicht zu den Top-Kandidaten. Zumal der 59-Jährige auch als Nachfolger von Xavi beim FC Barcelona im Gespräch ist.

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Zinédine Zidane zum FC Bayern München?

Auch der Name Zinédine Zidane geistert rund um den FC Bayern immer wieder umher. Der Franzose wäre natürlich eine sehr spektakuläre Lösung mit enormer Strahlkraft, die nicht nur der Aura eines ehemaligen Weltstars als Spieler entspringt, sondern auch seinen Erfolgen als Trainer von Real Madrid.

Und frei wäre er bekanntlich, seit dem Ende seiner zweiten Amtszeit bei Real im Sommer 2021 hat der 51-Jährige nicht mehr als Trainer gearbeitet. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Engagements von Zidane in München aktuell nicht sonderlich hoch, viel eher reizen ihn wohl andere Vereine wie Juventus Turin, sein Ex-Klub als Spieler.

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Julian Nagelsmann zum FC Bayern München?

Julian Nagelsmann kristallisiert sich derzeit als einer der beiden Top-Kandidaten auf den Trainerposten beim FC Bayern heraus. Eine spektakuläre Rückkehr an den Ort, an dem er erst vor gut einem Jahr entlassen wurde, könnte tatsächlich sehr konkret werden.

Kompliziert wird die Angelegenheit logischerweise durch Nagelsmanns aktuellen Job als Bundestrainer. Der Vertrag des 36-Jährigen läuft zwar bekanntlich nach der EM im Sommer aus - doch der DFB würde wohl gerne auch über das Heimturnier hinaus mit Nagelsmann weiter machen.

Laut Sky sind zeitnah Gespräche geplant, der DFB will seinen Nationalcoach demnach mit einem neuen Vertrag bis nach der WM 2026 ausstatten. Für Nagelsmann selbst kommt sowohl ein Weitermachen beim Verband als auch eine Rückkehr in den Klubfußball infrage, wie er zuletzt auch rund um die März-Länderspiele betonte: "Wenn ich ein passendes Angebot vorliegen habe, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich vor der EM unterschreibe", sagte er. Derzeit habe er jedoch "nichts vorliegen".

Demnächst könnte nun etwas Unterschriftsreifes ins Haus flattern, ob nun vom DFB oder von Bayern München. Beim FCB sind laut Sky nicht alle Personen aus der Chefetage von Nagelsmann überzeugt, dennoch ist er wohl einer der zwei am intensivsten diskutierten Namen. Auch der Trainer selbst könne sich eine Rückkehr an die Säbener Straße vorstellen, wo er schon von Sommer 2021 bis Frühjahr 2023 gearbeitet hatte.

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Unai Emery zum FC Bayern München?

Auch Unai Emery soll auf der Kandidaten-Liste des FC Bayern für die Tuchel-Nachfolge stehen.

Der Spanier machte sich einst als Erfolgstrainer des FC Sevilla europaweit einen Namen, warf Bayern dann 2022 mit dem FC Villarreal aus der Champions League. Nicht nur deshalb hat man sich beim FCB natürlich auch an Emery erinnert.

Aktuell arbeitet der 52-Jährige erfolgreich bei Aston Villa, führt den Traditionsklub aus Birmingham womöglich überraschend in die Champions League. Emery wurde beim FCB wohl diskutiert, aktuell ist er bei der Trainersuche dem Vernehmen nach aber nicht mehr sonderlich präsent.

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Roberto De Zerbi zum FC Bayern München?

Der zweite Top-Kandidat neben Nagelsmann: Roberto De Zerbi hat auf all seinen bisherigen Trainerstationen nachgewiesen, dass er Spieler und Mannschaften besser machen kann. Aus Brighton hat er ein Team geformt, das mittlerweile den Anspruch hat, ins obere Drittel der Premier League zu gehören.

Laut kicker und Sport Bild soll Bayern bereits Kontakt zu De Zerbi aufgenommen haben, Eberl hat ihn wohl über das Interesse des FCB informiert.

De Zerbis Vertrag in Brighton ist noch bis 2026 datiert, darin soll eine Ausstiegsklausel in Höhe von 14 Millionen Euro verankert sein. Zuletzt erklärte der Italiener, dass er bezüglich seiner Zukunft noch keine Entscheidung getroffen hat.

Ein mögliches Problem für Bayern: De Zerbi gilt auch beim FC Liverpool und beim FC Barcelona als einer der Top-Optionen für die Nachfolge von Jürgen Klopp respektive Xavi. Man müsste also möglicherweise viel Überzeugungsarbeit leisten, um den 44-Jährigen nach München zu holen.

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Antonio Conte zum FC Bayern München?

"Ich habe auch gelesen, dass mir Antonio Conte irgendwelche Listen schickt mit Spielern. Da sehe ich immer, wie pervers, wie kurios unsere Trainersuche ist - wer da alles zugesagt und abgesagt hat." Das sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl zuletzt im ZDF, als er auf die Suche nach dem neuen FCB-Coach angesprochen wurde.

Conte war zuvor eher als Außenseiter-Kandidat gehandelt worden. Und daran hat eigentlich auch Eberls Erwähnung des Italieners nichts geändert.

Zwar wäre Conte verfügbar, hat seit seinem Aus bei Tottenham im März 2023 keinen neuen Trainerjob mehr angenommen. Und die Erfolge des Italieners aus der Vergangenheit machen ihn sicherlich auch für Bayern interessant. Aktuell deutet aber nicht viel daraufhin, dass das Thema Conte an der Säbener Straße wirklich konkret werden könnte.

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Arne Slot zum FC Bayern München?

Anfang März brachte die AZ auch Arne Slot als möglichen Tuchel-Nachfolger ins Gespräch. Wie ernsthaft man sich beim FCB mit dem Erfolgstrainer von Feyenoord Rotterdam tatsächlich beschäftigt, hat sich seitdem nicht konkretisiert.

Als er vor einigen Wochen nach einem 2:2 bei der PSV Eindhoven um Trainerkollege Peter Bosz auf das angebliche Bayern-Interesse angesprochen wurde, zeigte sich Slot betont lässig. Der 45-Jährige, der Feyenoord vergangene Saison zum niederländischen Meistertitel geführt hatte, nahm sein Namensschild in die Hand und fragte vielsagend: "Steht hier Peter Bosz drauf?"

Später erklärte er etwas ernsthafter: "Ich kann das nicht wirklich beantworten. Aber es ist schön, dass ich auf einer Liste stehe."

Slot hatte Feyenoord 2021 übernommen, sein Vertrag in Rotterdam läuft noch bis 2026.

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Erik ten Hag zum FC Bayern München?

Mit Erik ten Hag wird auch ein weiterer Niederländer zart mit den Bayern in Verbindung gebracht. Der kicker schrieb zuletzt von Außenseiterchancen, die der Trainer von Manchester United aktuell auf die Nachfolge von Thomas Tuchel beim FCB hat.

Ten Hag steht bei United zwar noch bis 2025 unter Vertrag, ist im Old Trafford aber keineswegs unumstritten. Ein Aus in Manchester nach Saisonende ist durchaus möglich. In diesem Fall könnte der 54-Jährige tatsächlich noch einmal konkreter Thema in München werden, wo er von 2013 bis 2015 als Coach der zweiten Mannschaft arbeitete. Aktuell ist ten Hag aber keine wahrscheinliche Option.

Die zwei Top-Kandidaten des FC Bayern im Steckbrief

Julian Nagelsmann Roberto De Zerbi
Deutsche NationalmannschaftAktuelle StationBrighton & Hove Albion
31. Juli 2024Vertrag dort bis30. Juni 2026
36Alter44
DeutschlandNationalitätItalien
Hoffenheim (2016 - 2019), Leipzig (2019 - 2021), Bayern (2021 - 2023), Deutsche Nationalmannschaft (seit 9/2023)Weitere Stationen als Trainer im SeniorenbereichDarfo Boario (2013 - 2014), Foggia (2014 - 2016), Palermo (9/2016 - 11/2016), Benevento (2017 - 2018), Sassuolo (2018 - 2021), Donezk (2021 - 2022), Brighton (seit 2022)
Deutscher Meister (2022), Deutscher Supercup-Sieger (2021, 2022)Größte TitelUkrainischer Supercup-Sieger (2021)