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Fussball

Thesen zum 5. Bundesliga-Spieltag: Kollateralschaden bei RB Leipzig - Borussia Mönchengladbachs Strategie wird zum Boomerang

Von Stefan Rommel
RB Leipzig kommt derzeit nicht vom Fleck.

RB Leipzig trifft das Tor einfach nicht - und das liegt auch an Jesse Marschs radikaler Spielidee. Dazu: Wie Robert Andrich Bayer Leverkusens Erfolg gefährdete und warum Köln-Keeper Timo Horn offenbar vom Sorgenkind zum Retter wird.

Wird Gladbachs Transferstrategie zum Boomerang?

Fast ein halbes Dutzend Gladbacher Spieler weckte im Sommer Begehrlichkeiten anderer, größerer Klubs. Und doch gelang es Sportchef Max Eberl, seine Truppe zusammenzuhalten. Das war eine große Leistung von Eberl, der sich mit seinen Kollegen und dem neuen Trainer Adi Hütter offenbar darauf verständigen konnte, das Kadermanagement für diese Saison ein wenig auszusetzen.

Was auf den ersten Blick als positives Signal gedeutet wird, könnte sich paradoxerweise aber auch zu einem Problem entwickeln. In der letzten Saison verknüpfte man die verkorkste Rückserie mit dem angekündigten Abgang von Marco Rose. Nun geht dessen Nachfolger Hütter in eine neue Saison und plagt sich mit den alten Problemen herum.

Gladbach verfällt schon nach wenigen Spieltagen wieder in den Trott des Frühjahrs, hat nach der 0:1-Pleite beim FC Augsburg nun seit Februar die wenigsten Punkte aller aktuellen Bundesligisten (ausgenommen der Aufsteiger) geholt und manch einer hätte sich nun wohl doch ein paar Veränderungen im Kader gewünscht. Das alte Personal und die neuen Ideen von Hütter vertragen sich noch nicht so gut und Gladbach muss nun schnell die Kurve kriegen, um seinen Zielen nicht schon früh wieder hinterher zu rennen.

Der Kollateralschaden des Red-Bull-Fußballs

RB Leipzig schliddert so langsam in eine für alle Beteiligten gefährliche Situation: Gefährlich für die hohen Ziele des Klubs und seine Ansprüche, gefährlich für den neuen Trainer Jesse Marsch. Dabei spielt die Mannschaft nicht so schlecht, wie sie aktuell punktet. Nur hat Leipzig das große Problem der letzten Saison transportiert in die neue Spielzeit: Die Chancenverwertung ist katastrophal, nach fünf Spieltagen stehen ganze sechs erzielte Tore - vier davon in einem Spiel gegen Stuttgart.

80 Torschüsse hat Leipzig dafür schon abgegeben und auch gegen Köln wäre mit mehr Kälte vor dem gegnerischen Tor ein Sieg drin gewesen. Das Dilemma nun am noch verhinderten Torjäger Andre Silva festzumachen, greift zu kurz. Vielleicht ist eher die sehr hektische Spielweise der Mannschaft ein Grund, warum die Ruhe und Konzentration vor dem gegnerischen Tor fehlt.

Marsch hat nach der Nagelsmann-Ära mit mehr Ballbesitz und Positionsspiel wieder das ureigene Red-Bull-Pressing-Umschaltspiel ausgerufen. Das stresst nicht nur den Gegner, sondern auch die eigenen Spieler, körperlich wie mental. Die Frage stellt sich, ob Marsch das Red-Bull-Rad nicht ein wenig überdreht und seiner Mannschaft vielleicht einen etwas weniger wilden Stil verordnen sollte.

1. FC Köln: Warum Timo Horn derzeit ein großer Rückhalt ist

In der letzten Saison leistete sich Timo Horn einige böse Schnitzer und schien kurz davor, seinen Stammplatz zu verlieren. In dieser Saison hielt Horn seiner Mannschaft aber schon mehrmals die Punkte fest, so wie zuletzt in Freiburg und nun gegen Leipzig. Die Quote seiner Paraden erhöhte sich bis jetzt um über zehn Prozent. Zwar bleibt Horns Technik in einigen Situationen immer noch etwas unsauber, aber am Ende zählen Paraden und die Hoffnung, dass der Keeper sich noch weiter verbessern kann.

Dafür zuständig ist seit einigen Wochen auch Uwe Gospodarek. Kölns neuer Torwarttrainer löste Andreas Menger ab, der davor drei Jahre lang für die Kölner Torhüter zuständig war. Und offenbar tut er seinem Schützling und dessen Spiel mindestens so gut wie der neue Trainer Steffen Baumgart.

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