Fussball

RB Leipzigs Allzweckwaffe Christopher Nkunku: Der Nagelsmann-Spieler

Von Daniel Nutz
Christopher Nkunku wechselte im Sommer von PSG zu RB Leipzig.

Mit Christopher Nkunku hat RB Leipzig ein hochdekoriertes Talent von PSG an Land gezogen. Im Nagelsmann-System könnte er eine große Rolle einnehmen.

Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt als Trainer bei RB Leipzig machte Julian Nagelsmann erstmals deutlich, worauf sich die Profis beim Vorjahresdritten der Bundesliga in den kommenden Jahren einstellen müssen.

"Er hat jetzt eine etwas andere Rolle als zuvor", "Das ist eine gute Position, die ich mir für ihn vorstellen kann", "Deshalb muss er defensiv noch stabiler werden" sagte Nagelsmann beispielsweise, als er über Matheus Cunha, Diego Demme oder Ademola Lookman sprach.

Nagelsmann liebt Flexibilität - und fordert ebendiese von seinen Spielern ein. Dazu gehört für den 32-Jährigen auch, dass seine Schützlinge zu jeder Zeit in der Lage sind, das System zu wechseln - oftmals auch während des Spiels.

In Hoffenheim nahm Top-Torjäger Andrej Kramaric das im vergangenen Jahr zum Anlass, in einer Negativphase Kritik am Trainer zu äußern. "Wir wechseln zu oft das System während des Spiels. Wir sind nicht bereit dafür. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen. Das sind viele Fehler von draußen", beklagte der Kroate damals in der Bild.

RB Leipzig bezahlte 13 Millionen Euro für Nkunku an PSG

Nagelsmann ist anspruchsvoll und diesen Ansprüchen sollen seine Profis genügen, daraus macht er keinen Hehl. Das ist auch der Hauptgrund, warum er die Verantwortlichen in Leipzig davon überzeugte, 13 Millionen Euro für Christopher Nkunku an Paris Saint-Germain zu überweisen.

"Christopher kann auf der Acht, der Zehn und als Außenstürmer spielen", freute sich Nagelsmann im Juli über den Transfer. "Das ist ein Punkt, den ich unbedingt erfüllt haben wollte: ein offensiver Spieler, der nicht so fixiert ist auf eine Position, sondern auch innerhalb eines Spiels verschiedene bekleiden kann und variabel einsetzbar ist."

Nkunku kommt mit der Erfahrung von 78 Profieinsätzen und fünf nationalen Titeln mit PSG nach Leipzig. Aber nun, im Alter von 21 Jahren, genügte ihm die Rolle als Rotationsspieler im Star-Ensemble des französischen Meisters nicht mehr.

Nkunku wurde wie Pogba in Lagny-sur-Marne geboren

Der Mittelfeldspieler mit kongolesischen Wurzeln wurde in Lagny-sur-Marne, einer Gemeinde im Osten von Paris, geboren. Mit zwölf Jahren schloss er sich der Akademie von PSG an, dort durchlief er sämtliche Jugendmannschaften als Leistungsträger. Nachdem Nkunku vor der Saison 2014/15 mit einer Teilnahme an der Sommervorbereitung bei den Profis belohnt worden war, feierte er wenige Monate später sein Debüt in der Champions League.

"Mit all den Stars zu spielen war einfach fantastisch und eine ganz neue Welt", sagte Nkunku damals. Spielern wie Zlatan Ibrahimovic, Thiago Silva oder David Luiz bei ihrer täglichen Arbeit zuzusehen, habe ihm gezeigt, was es wirklich bedeutet, Fußballprofi zu sein. "Sie haben mir Selbstvertrauen gegeben und ich habe versucht, den Trainer von meinen Fähigkeiten zu überzeugen."

Verratti für Nkunku ein großes Vorbild

In den folgenden Jahren blickte Nkunku bei PSG speziell zu Marco Verratti auf. "Ich nehme mir sein Spiel zum Vorbild. Er ist auch nicht groß, aber er weiß, wie man seinen Körper perfekt einsetzt", schwärmte Nkunku einst vom Italiener.

Nagelsmann setzte den dynamischen Rechtsfuß bislang in zwei von drei Pflichtspielen von Beginn an auf einer der beiden Achter-Positionen in seinem 3-5-2-System ein. Nkunku ist technisch stark, ballsicher, hat einen guten Abschluss und kann mit gewonnenen Eins-gegen-Eins-Situationen Löcher in der gegnerischen Defensive aufreißen. Verbessern muss er jedoch noch seine Entscheidungsfindung: Oftmals fehlt noch die richtige Balance in seinem Spiel, was sich in unnötigen Ballverlusten oder Fehlpässen widerspiegelt.

French Connection hilft Nkunku bei Entscheidung für Leipzig

Daran gilt es in den kommenden Jahren gemeinsam mit Nagelsmann zu arbeiten. Während der Trainer bis 2023 beim Champions-League-Teilnehmer unterschrieb, band sich Nkunku sogar noch ein Jahr länger an RB.

Wie viel die Verantwortlichen von ihrem neuen Mann halten, wurde bereits bei der Verkündung des Transfers deutlich, als sowohl der Trainer als auch Sportdirektor Markus Krösche in Lobeshymnen verfielen. Auch der French Connection in Leipzig ist es zu verdanken, dass das PSG-Eigengewächs den Weg in die Bundesliga fand, galt doch auch der FC Arsenal mit Ex-PSG-Trainer Unai Emery als potenzieller Abnehmer.

"Es stimmt, dass ich mit einigen Franzosen bei RB befreundet bin und sie von der Nationalmannschaft kenne", erklärte Nkunku: "Ich habe mit dem ein oder anderen gesprochen und es ist die richtige Entscheidung, hierher zu kommen. Hier kann ich mich entwickeln."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung