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Fussball

"Sollten nicht mehr auf die Spitze schauen"

Von Für SPOX in der Imtech Arena: Benny Semmler
Bayern Münchens Philipp Lahm (r.) im Zweikampf mit Hamburgs Maxim Choupo-Moting
© Getty

Ein Punkt gewonnen - oder weitere zwei Punkte auf die Tabellenspitze verloren? Nach dem 0:0 beim Hamburger SV zum Auftakt des 9. Spieltags sprach Bayern Münchens Philipp Lahm über die Gefühlslage in der Kabine, die ungewohnte Taktik und Anatolij Tymoschtschuk alles neuen Partner in der Viererkette des Rekordmeisters.

SPOX: Philipp Lahm, In den vergangenen Jahren kassierten Sie jeweils eine 0:1-Niederlage in Hamburg. Sind Sie nun, nach dem der HSV erneut das bessere Team war, mit dem Remis zufrieden?

Phillip Lahm: Hätten wir nicht so viele Punkte Rückstand und wären im Spitzenfeld dabei, dann hätten wir mit dem einen Punkt leben können. Aber das ist nicht der Fall. Wir wollten den HSV schlagen und unbedingt gewinnen. Nur nach der 80. Minute, als Pitroipa die Riesenchance hat, können wir natürlich froh sein, dass wir überhaupt einen Punkt mitgenommen haben.

SPOX: Der FC Bayern überraschte in Hamburg mit einer untypisch defensiven Grundhaltung. Sie wollten den HSV auskontern.

Lahm: Ja, das war unsere Taktik. Wir haben seit mehreren Wochen drei Spiele in der Woche. Da ist es nicht immer leicht, da kann man nicht immer das Spiel machen. Der HSV hat Schwächen im Spielaufbau - und diese wollten wir nutzen. Ich finde, wir haben die Taktik gut umgesetzt. Nur im letzten Drittel hat der letzte Pass gefehlt.

SPOX: Der Rückstand auf Platz 1 droht nun noch größer zu werden. War die Stimmung in der Kabine dementsprechend?

Lahm: Na klar, jeder ist nach so einem Spiel enttäuscht. Wir sind alle der Meinung, dass wir die Chance zum Sieg hatten. Wir hätten einfach mehr aus diesem Spiel mitnehmen müssen. Aber uns hat die Überzeugung im Torabschluss gefehlt.

SPOX: Vor fast genau einem Monat haben Sie gesagt, es werde jetzt richtig schwer, diesen großen Rückstand aufzuholen. Wie würden Sie die Lage aktuell beschreiben?

Lahm: Nach dem letzten Jahr wissen wir, wie schwer es ist, wenn man einen großen Rückstand Woche für Woche hinterher rennt. Keine Frage: Die Situation ist eine ähnliche wie im Vorjahr. Mit dem Unterschied, dass der Rückstand auf den Spitzenreiter noch größer ist. Wobei ich meine, dass wir erstmal nicht mehr auf die Tabellenspitze schauen sollten.

SPOX: Louis van Gaal setzt in der Innenverteidigung weiter auf den defensiven Mittelfeldspieler Anatolij Tymoschtschuk. Martin Demichelis bleibt außen vor. Überrascht Sie die Entscheidung?

Lahm: Bei Anatolij muss man sehen, dass er seit Monaten oder sogar seit über einem Jahr überragend trainiert. Er stand die ganze Zeit hinten dran und hat sich aber nie aufgegeben. Er hat immer 100 Prozent gegeben und es verdient, jetzt auch von Anfang zu spielen.

SPOX: Demnach können Sie gut Tymoschtschuk als Partner in der Viererkette leben?

Lahm: Er hat einen vorbildlichen Charakter. Und wie gesagt: Selbst als er hinten dran war, hat er sich sensationell eingebracht und jede Trainingseinheit auf hohem Niveau bestritten. Und das war sicherlich nicht einfach - aber er hat's geschafft. Und das findet die Mannschaft beeindruckend.

SPOX: Wie bewerten Sie den zweiten Anlauf von Toni Kroos bislang? Gegen Hamburg fand er kaum ins Spiel.

Lahm: Jeder weiß, dass Toni ein überragender Fußballer ist. Doch momentan müssen wir uns alle noch finden  - auch er. Aber er findet sich immer besser in unserem System zurecht.

SPOX: Am Dienstag die Champions League, am Freitag das Topspiel beim Hamburger SV.  Karl-Heinz Rummenigge fand die frühe Ansetzung "unglücklich".

Lahm: Es steht doch außer Frage, dass, wenn man am Dienstag in der Champions League im Einsatz war, eine Freitagspartie ungünstig ist. Und da wir gerade fast nur englische Wochen spielen, wäre jeder freie Tag für uns wichtig.

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