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Fussball

Bayer erfolglos im Exil

SID
Rene Adler blieb auch im fünften Bundesligaspiel in Düsseldorf nicht ohne Gegentor
© Getty

Die hartnäckige Heim-Allergie könnte Bayer Leverkusen die Qualifikation für die internationale Fußball-Bühne kosten. Auch im fünften "Heimspiel" im Düsseldorfer Exil verpasste der Werksklub den ersehnten ersten Sieg und kam gegen Werder Bremen am Ostersonntag nur zu einem 1:1.

Rang neun unmittelbar vor Bremen und sechs Punkte Rückstand auf den fünften Platz, der zur UEFA-Cup-Qualifikation reicht, bedeuten biederes Bundesliga-Mittelmaß. Entsprechend waren auch die Reaktionen aller Beteiligten.

Völler: "Die Statistik ist nicht schön"

Während die enttäuschten Bayer-Profis wortlos auf direktem Weg in der Kabine verschwanden und auch über eine Stunde nach dem Schlusspfiff nicht zu sprechen waren, verlor sich Bayer-Sportdirektor Rudi Völler in Rechenspielen.

"Die Statistik ist nicht schön. Der Abstand ist größer geworden, aber wir liegen nur zwei Punkte hinter Hoffenheim. Es gibt ja Konstellationen, bei denen auch der sechste Platz reicht", sagte der Weltmeister von 1990.

Kein Gedanke an DFB-Pokal

Einfacher ist es aber wohl für Bayer, das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FSV Mainz 05 (21. April) und danach den Cup am 30. Mai in Berlin gegen den Hamburger SV oder Bremen, die sich am 22. April gegenüberstehen, zu gewinnen.

Davon wollte Bruno Labbadia aber nichts wissen. "Darauf konzentrieren wir uns nicht", sagte der einstige Meisterspieler mit dem 1. FC Kaiserslautern und Bayern München.

Jetzt schon sechs Punkte hinter Stuttgart

Für die junge Bayer-Mannschaft, die am 15. November 2008 mit einem 2:1 gegen Schalke 04 ihren bislang letzten Heimsieg feierte und nach 13. Spieltagen an der Tabellenspitze stand, seien diese Ergebnisse nach Labbadia ein "Lerneffekt, den wir auch in die neue Saison mitnehmen wollen."

"Schade ist nur, dass der VfB Stuttgart in letzter Minute noch gegen Hamburg gewonnen hat. Jetzt liegen wir sechs Punkte zurück", so der Bayer-Coach.

Kroos mit gelungenem Debüt

Dabei begann für Leverkusen alles nach Maß. Tranquillo Barnetta erzielte mit einem tollen Schuss aus 20 Metern in den Torwinkel das 1:0 (12.). Den Ball für den Schweizer Nationalspieler legte das 19 Jahre junge Mittelfeldtalent Toni Kroos auf.

Die Leihgabe von Bayern München spielte erstmals von Beginn an und hatte ein "gelungenes Debüt" (Labbadia). Doch Claudio Pizarro sorgte mit seinem 16. Saisontor (33.) noch für den Bremer Ausgleich.

Nächstes Spiel beim Spitzenreiter Wolfsburg

"Unser Manko ist die fehlende Geduld und die schnelle Unzufriedenheit", meinte der Bayer-Coach weiter. Auswärts hat das Team damit weniger Probleme, wie zuletzt beim 2:0 im Derby beim 1. FC Köln gesehen. Deshalb blickte Sportchef Völler optimistisch auf das bevorstehende Auswärtsspiel bei Spitzenreiter VfL Wolfsburg: "Warum sollen wir dort nicht etwas holen?"

Beim Vizemeister aus Bremen wollte man sich nach einer bislang grausamen Saison gar nicht erst mit Gerede über Möglichkeiten blamieren, der Rückstand auf den fünften Platz beträgt zwölf Zähler.

Auf die Frage, ob man sich nun für die Spiele im UEFA-Cup gegen Udinese Calcio und im DFB-Pokal beim HSV warmspiele, eierten die Beteiligten aber noch rum. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen und schenken nichts her. Das sind wir unseren Fans schuldig", sagte Nationalspieler Torsten Frings.

Bremen erstmals mit Doppelsechs

Immerhin 8000 Bremer Anhänger waren unter den rund 40.000 in Düsseldorf. Großes Interesse weckte Werders taktische Ausrichtung.

Trainer Thomas Schaaf ließ erstmals mit einer sogenannten Doppel-Sechs spielen, also Frings und Frank Baumann agierten wegen des Fehlens des angeschlagenen Spielmachers Diego zentral vor der Abwehr.

"Man muss sich auch weiterentwickeln", meinte Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs ergänzte: "Flexibilität ist etwas für die Zukunft." Also für die Zeit nach Diegos Abgang? Allofs lächelte bei der Frage vielsagend.

Daten und Fakten: Leverkusen - Bremen

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