Formel 1

"McLaren nicht weit weg von Red Bull"

Von Alexander Mey
Red Bull machte bei den Testfahrten im Winter einen sehr souveränen Eindruck
© Getty

Das Mittelfeld

Sauber: Die Schweizer schicken sich an, den guten Saisonstart aus dem Vorjahr zu wiederholen. Darauf deuten zumindest die Testeindrücke hin. Beeindruckend ist generell, wie ausgeglichen die schnellsten Zeiten im Mittelfeld waren. Das spielte sich alles teilweise im Hundertstel-Bereich ab. Sauber machte jedoch von den direkten Konkurrenten den besten Eindruck auf die Distanz.

"Wir wissen zwar bis Melbourne nicht genau, wo wir in puncto Leistung stehen, aber ich bin mit der Balance des Autos glücklich. Ich denke, wir haben mit dem Set-Up das Optimum erreicht", lobte Sergio Perez.

Force India: Auch die Inder machten mit schnellen Rundenzeiten regelmäßig auf sich aufmerksam, vor allem Rückkehrer Nico Hülkenberg. Trotzdem ist die Balance des Autos noch nicht perfekt, was auf die Distanz eventuell zu Reifenproblemen führen könnte. Nicht für große, aber im engen Mittelfeld werden Kleinigkeiten über Wohl und Wehe entscheiden.

Davor warnt auch Hülkenberg: "Bis Melbourne müssen wir noch etwas Performance im Auto finden, denn ich erwarte, dass es im Feld sehr eng zugehen wird."

Toro Rosso: Auch Toro Rosso sah bei den Tests sehr solide aus und weckte Hoffnungen, die guten Leistungen vom Saisonende 2011 wiederholen zu können. Das Team lobt vor allem die Konstanz auf den Long-Runs, Reifenverschleiß wurde bisher nicht als Problem ausgemacht.

"Insgesamt muss ich sagen, dass es ein erfolgreiches Testprogramm war. Wir bewegen uns bei der Entwicklung des Autos in die richtige Richtung", sagte Chefingenieur Laurent Mekies.

Williams: Bei Williams herrscht nach der Katastrophen-Saison 2011 fast schon ein wenig Übermut. Klar, der FW34 ist extrem zuverlässig gelaufen und hat bei den Tests auch durch die eine oder andere gute Zeit überzeugt, aber die Erfahrung zeigt, dass Quantensprünge in der heutigen Formel 1 so gut wie gar nicht mehr möglich sind. Pastor Maldonado träumt trotzdem schon von Podestplätzen.

Chefingenieur Mark Gillan ist deutlich bescheidener: "Wenn wir uns in den Top Ten qualifizieren und konstant in die Punkte fahren könnten, wäre ich schon sehr zufrieden."

Caterham: Das Ziel des Ex-Lotus-Teams ist klar: irgendwie den Anschluss ans Mittelfeld schaffen. Das sah in den ersten beiden Testwochen nicht gut aus, in der letzten Woche überzeugte Caterham aber sowohl durch Konstanz als auch durch vernünftige Rundenzeiten.

"Wir haben gegenüber dem Vorjahr einen Schritt nach vorne gemacht", sagte Technikchef Mike Gascoyne. "Wir wollen es mit ein oder zwei Teams, die 2011 noch vor uns lagen, aufnehmen." Dass es für einen Schritt in der Konstrukteurs-WM nach vorne reicht, bleibt dennoch fraglich. Dazu müsste eines der anderen Mittelfeld-Teams unerwartet schwächeln.

Surer: "Sauber sieht im Mittelfeld am besten aus. Die besten Rundenzeiten waren bei allen fast gleich schnell. Aber die Long-Runs waren bei Sauber am stärksten. Sie scheinen ihren Vorteil aus dem Vorjahr, mit weichen Reifen am längsten schnell fahren zu können, in die neue Saison gerettet zu haben. Das ist ein riesiger Vorteil. Im Rennen hat das Ferrari-Werksteam Druck vom eigenen Kundenteam."

Teil 3: Ferrari und andere Sorgenkinder

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