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Formel 1

Hightech-Lotterie im königlichen Park

Von Andreas Allmaier
Für McLaren-Mercedes holte Heikki Kovalainen die Kohlen aus dem Feuer. Der Finne wurde am Ende Zweiter
© Getty

Das Qualifying zum Großen Preis von Italien war eines der dramatischsten der vergangenen Jahre. Auch das Rennen auf dem Autodromo Nazionale di Monza  verspricht Hochspannung: Mit Sebastian Vettel (21) wird der jüngste Pole-Sitter der Geschichte das Feld in die erste Runde führen. Und McLaren-Mercedes-Ass Lewis Hamilton hat vom 15. Startplatz aus eine große Aufholjagd vor sich, wenn er die Führung in der WM-Wertung mit nach Singapur nehmen möchte.

Vettel fühlt sich nach seinem Coup in der Qualifikation auch für das Rennen (So., 13.45 Uhr im SPOX-TICKER und im Internet TV) gut gerüstet. Doch das Talent beeilte sich auch, die Phantasien der Beobachter nicht aus dem Ruder laufen zu lassen: "Mann kann nicht erwarten, dass wir jetzt um den Sieg mitfahren."

Ein Albtraum für Strategen

Prognosen für den Ausgang des Grand Prix sind angesichts der unsicheren Wetterlage ohnehin ungemein schwierig. Nach den ausführlichen Testfahrten vor zwei Wochen in Monza wähnten sich die Rennställe bereits bestens präpariert für das 14. von 18 Saisonrennen.

Doch allen High-Tech-Errungenschaften und Mega-Etats zum Trotz verwandelt Regen die Königsklasse immer wieder in eine unberechenbare Lotterie - und damit in einen Albtraum für alle Strategen.

Ein Stopp oder zwei Stopps?

Die haben unter anderem die vermutlich richtungsweisende Entscheidung zu treffen, wie oft sie ihre Piloten zum Auftanken an die Box bestellen.

"Ich gehe davon aus, dass wir eine Mischung aus Ein-Stopp- und Zwei-Stopp-Strategien sehen werden", sagt BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen.

Die Ein-Stopp-Variante würde bei einem turbulenten Regenrennen mit einer möglichen Saftey-Car-Phase eine größere Flexibilität ermöglichen.

BMW glaubt an ein trockenes Rennen

"Ich rechne mit einem sehr spannenden Rennen und vielen Positionsverschiebungen", sagt Theissen, dessen Meteorologen die Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen während des GPs mit 40 Prozent beziffern.

"Ich habe den Verdacht, dass BMW trockener unterwegs ist als andere. Bei trockenem Wetter werden wir hier einige Überraschungen erleben", sagt Premiere-Experte Keke Rosberg.

Es gilt also, knifflige Entscheidungen zu treffen. Die Gefahr, falsch zu liegen, ist hoch. 

"Werde alles versuchen" 

WM-Leader Lewis Hamilton hat sich sogar schon in der Qualifikation verzockt. Im zweiten der drei Durchgänge spekulierte der Brite mit einer abtrocknenden Strecke und zog Intermediate-Reifen auf. Die falsche Wahl, die dem McLaren-Mercedes-Piloten letztlich den 15. Startplatz einbrockte.

Hamilton trug sein Schicksal mit Fassung, zumal Rivale Felipe Massa im Ferrari auch nicht über Position sechs hinaus kam: "Ich habe noch immer die Chance, mich nach vorne zu kämpfen. Ich werde auf jeden Fall alles versuchen."

Vier deutsche in den Top Ten

Eine Sorge immerhin ist Hamilton nun wohl endgültig los: Kimi Räikkönen, nach Spa-Francorchamps in der WM-Wertung ohnehin bereits abgeschlagen, ist nur 14.

Die deutschen Fahrer waren da mit Ausnahme von Adrian Sutil allesamt erfolgreicher. Neben Vettel schafften es mit Nico Rosberg, Timo Glock und Nick Heidfeld noch drei weitere einheimische Piloten unter die ersten zehn und sorgten damit für eine glänzende schwarz-rot-goldene Ausgangsposition.

Vettel blieb trotz seines Platzes im Rampenlicht wie gewohnt bodenständig. Zwar kreisten auch seine Gedanken um den Regen in Monza - doch dachte er dabei nicht bloß an die Unannehmlichkeiten, die den Fahrern daraus entstehen: "Ich möchte mich bei den Zuschauern bedanken, die unter großen Regenschirmen trotz des Wetters auf den Tribünen saßen."

So steht's in der Fahrer-WM

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