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Paralympics: Team D Paralympics erwischt einen Traumstart

SID

Das deutsche Team legt bei den Paralympics in Peking einen Traumstart hin. Hoffnungsträgerin Anna-Lena Forster holt Silber, dazu gibt es drei Überraschungsmedaillen.

Die erwartete Medaille der Fahnenträgerin, eine silberne Sensation des Kükens - und dazu noch zwei weitere Überraschungen: Dem deutschen Team ist bei den Paralympics in Peking ein unerwarteter Traumstart gelungen. Monoskifahrerin Anna-Lena Forster lieferte in Yanqing mit Silber in ihrer vermeintlich schwächsten Disziplin die Vorlage, ehe im Biathlon die erst 15 Jahre alte Linn Kazmaier und Marco Maier ebenfalls mit zweiten Plätzen sowie Leonie Walter mit Bronze furios nachlegten.

"Einfach nur sensationell", schwärmte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher nach dem Auftakt. Die große Hoffnungsträgerin Forster musste nach ihrer ersten Abfahrtsmedaille erstmal ganz tief durchatmen. Es sei "eine Menge" Last abgefallen, sagte die 26-Jährige im SID-Gespräch: "Ich freue mich riesig. Ich bin super erleichtert, dass ich eine Medaille mitnehmen kann. Das ist ein guter Anfang."

Die Erwartungen an Forster waren enorm, doch sie hielt dem immensen Druck stand. Dass auf die siegreiche Japanerin Momoka Muraoka in der sitzenden Klasse am Ende 82 Hundertstelsekunden fehlten, ließ sie angesichts ihrer vier verbleibenden Chancen aufs oberste Treppchen nur kurz hadern. "Die Chance auf Gold war da, ganz klar. Ich habe heute leider nicht ganz die Performance abrufen können, wie ich eigentlich fahren kann." Doch, so die Vierfachweltmeisterin, "vielleicht kommt ja noch mehr".

Noch mehr zu erwarten ist in Zukunft sicher von der sehbehinderten Kazmaier. Mit gerade mal 15 Jahren und exakt vier Monaten stürmte die jüngste deutsche und zweitjüngste Teilnehmerin der gesamten Spiele gemeinsam mit Guide Florian Baumann bei ihrem Paralympics-Debüt im Sprint sensationell auf Rang zwei und krönte sich zur jüngsten deutschen Medaillengewinnerin bei Winterspielen. "Ich freue mich total, aber ich kann es noch nicht so richtig glauben", sagte die Schwarzwälderin.

"Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein"

Sie habe schon davon "geträumt. Aber nicht, dass es jetzt klappt, sondern irgendwann mal mit 20 oder so. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet", führte sie aus. Wegen einer angeborene Zapfendystrophie und einem Nystagmus sieht Kazmaier nur verschwommene, wackelnde Bilder. Ohne ihren einen Schießfehler hätte sie im Kühlschrank von Zhangjiakou in Abwesenheit der ausgeschlossenen und sonst so dominanten russischen Konkurrenz sogar aufs oberste Treppchen klettern können.

"Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein", sagte Beucher dem Sport-Informations-Dienst: "Was steckt in diesem Mädchen für eine Kraft, für ein Wille und auch ein Naturtalent. Ich bin entzückt." Direkt hinter Kazmaier landete auch Walter bei einem Schießfehler mit Guide Pirmin Strecker auf dem Podest. "Es ist was ganz Besonderes. Es ist ein wunderschönes Gefühl, im ersten Rennen die Medaille mitgenommen zu haben", sagte die erst im Januar 18 Jahre alt gewordene Freiburgerin.

Wie die beiden Sehbehinderten holte auch der fehlerfreie Maier bei minus 10 Grad und böigem Wind in der stehenden Klasse sein erstes internationales Edelmetall überhaupt, ein Protest wegen einer angeblich unzulässigen Waffe wurde abgelehnt. "Die Medaille bedeutet mir alles", sagte der 22-Jährige vom SV Kirchzarten: "Ein Wunsch ist Realität geworden. Es ist unglaublich."

Auch wenn noch ein paar Rennen kommen, werde er sicher "ein bisschen feiern". Dabei schließen sich aus dem deutschen Team bestimmt noch einige andere an.

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