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Russland-Ukraine-Konflikt: Die Auswirkungen auf den Sport - 3. bis 4. März

Von SID/SPOX

Russland-Ukraine-Konflikt: Alle Entwicklungen von Donnerstag

Donnerstag, 03.03., 21.16 Uhr: Ukraine beantragt Verschiebung der WM-Playoffs

Der ukrainische Fußball-Verband hat eine Verschiebung des für den 24. März geplanten WM-Playoff-Spiels in Schottland beantragt. Das berichtet die BBC. In der Ukraine ist nach dem Angriff durch Russland auch der Fußball zum Erliegen gekommen.

Eigentlich soll der Gewinner der Begegnung in Glasgow fünf Tage später entweder gegen Wales oder Österreich um ein Ticket für die WM in Katar spielen. Die WM-Auslosung ist derzeit für den 1. April geplant, das Turnier soll am 21. November beginnen.

Donnerstag, 03.03., 17.41 Uhr: Russland zieht vor den CAS

Der russische Fußballverband will gegen den Ausschluss von der WM 2022 in Katar und sämtlichen internationalen Wettbewerben vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen. Den Einspruch kündigte der Verband am Donnerstag an.

Russlands Nationalmannschaft hätte am 24. März in den WM-Playoffs gegen Polen antreten sollen. Am Montag wurde das Land jedoch vom Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union UEFA als Reaktion auf die Invasion in der Ukraine von allen Wettbewerben ausgeschlossen.

Donnerstag, 03.03., 17.10 Uhr: Stuttgarter Kickers setzen Zeichen für Ukraine

Die Stuttgarter Kickers werden bei ihrem nächsten Oberligaspiel gegen die TSG Backnang in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb auflaufen. "Wir wollen uns damit den vielfältigen Zeichen, die von der großen Fußballfamilie derzeit gesetzt werden, anschließen", erklärte Geschäftsführer Matthias Becher am Donnerstag.

"Die Idee entstand gemeinsam zwischen der Mannschaft und dem Verein", sagte Sportdirektor Marc Stein. Wir waren der Meinung, dass wir ein Signal setzen müssen." Hilfreich ist es zudem, dass die Kickers neben den gewohnten blauen Trikots auch gelbe Ausweichtrikots in Gelb mit gelben Hosen und Stutzen im Inventar haben. Die beiden Farben werden nun erstmals in der Vereinsgeschichte gemischt.

Donnerstag, 03.03., 15.59 Uhr: DFL spendet eine Million Euro an Kriegsopfer

Die DFL spendet eine Million Euro für die Menschen in der vom Krieg erschütterten Ukraine und versucht sich gleichzeitig an einem Schlag gegen die Propaganda der russischen Staatsmedien. Einen entsprechenden Beschluss hat das DFL-Präsidium am Donnerstag gefasst.

In die Spende fließen sämtliche Einnahmen ein, die in der laufenden Saison noch durch den Vertrag mit dem russischen Medien-Unternehmen Match TV vorgesehen sind - und von dem die DFL nach eigenen Angaben "in der aktuellen Situation nicht profitieren möchte". Gleichzeitig wird zunächst auf eine außerordentliche Kündigung des Vertrags verzichtet, damit die "Antikriegs-Aufrufe und Friedensappelle aus den deutschen Stadien auch weiter die russische Bevölkerung erreichen".

Voraussetzung dafür ist, dass Match TV am kommenden Spieltag und darüber hinaus das von der DFL zur Verfügung gestellte Basissignal unverändert sendet - inklusive Ukraine-bezogener Botschaften von Liga, Spielern, Klubs und Fans.

Die DFL "wird die Ausstrahlung der Bundesliga-Übertragungen diesbezüglich sorgfältig überprüfen". Sollte das "TV-Basissignal wiederholt zensiert werden, würde dies eine außerordentliche Kündigung der DFL zur Folge haben".

Für den Fall, dass keinerlei Lizenz-Zahlungen mehr aus Russland eingehen, wird die Spende komplett von der DFL getragen. Die Summe wird Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt.

Die DFL hatte den russischen Angriff auf das Schärfste verurteilt - und eine Gedenkminute bei den Spielen der Bundesliga und der 2. Liga am vergangenen Wochenende empfohlen. Klubs und Spieler haben darüber hinaus zahlreiche eigene Aktionen durchgeführt, weitere sind für das Wochenende geplant.

Die DFL wird mit Blick auf den kommenden Spieltag im internationalen Basissignal ebenso wie auf den eigenen digitalen Plattformen das Logo der Bundesliga und der 2. Liga als Zeichen der Solidarität in den Nationalfarben der Ukraine abbilden. Den nationalen Medienpartnern wurden ebenfalls entsprechende Grafik-Elemente zur Verwendung übersendet.

Donnerstag, 03.03., 15.51 Uhr: BVB-Spendenkampagne für die Ukraine

Borussia Dortmund startet gemeinsam mit Fanvertretern eine Spendenkampagne für die Menschen in der Ukraine. Der BVB ruft zu Sach- und Medikamentenspenden auf, auch Geldbeträge sind willkommen. Ein Armband mit der Aufschrift "Stand with Ukraine" wird zudem online und im Fanshop verkauft.

Gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation Libereco werden laut Pressemitteilung vom Donnerstag bereits "die ersten 160 Tonnen medizinische Hilfsgüter" auf den Weg in die Ukraine gebracht. Spenden sind auch über die BVB-Stiftung "Leuchte auf" möglich.

Donnerstag, 03.03., 14.57 Uhr: Russland zieht vor den CAS

Russland zieht gegen den Ausschluss seiner Athletinnen und Athleten von den Paralympics in Peking vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Sportminister Oleg Matyzin kündigte am Donnerstag laut der russischen Nachrichtenagentur TASS eine Klage an, über die der CAS "noch vor der Eröffnungsfeier" am Freitag befinden solle.

Der vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) auferlegte Bann sei" eine eklatante Verletzung der Athletenrechte", sagte Matyzin, überdies "eine Manipulation der Olympischen Charta und der Menschenrechte zur Verfolgung politischer Ziele". Die Klage solle sich "gegen die Diskriminierung von Sportlerinnen und Sportlern aufgrund ihrer Herkunft und gegen politischen Druck" richten.

Das IPC hatte am Donnerstag eine kaum mehr erwartete Kehrtwende vollzogen. Nachdem der Dachverband noch am Mittwoch beschlossen hatte, Russen und Belarussen als neutrale Athleten unter paralympischer Flagge starten zu lassen, folgte mit dem Komplettausschluss von 83 Sportlern und Sportlerinnen die Rolle rückwärts.

Donnerstag, 03.03., 14.40 Uhr: Shevchenko nennt Vladimir Putin "Mörder"

Der ukrainische Fußball-Nationalheld Andriy Shevchenko nennt Russlands Staatspräsidenten Vladimir Putin einen "Mörder" und bangt um seine Familie. "Ich habe versucht, meine Mutter und andere Angehörige dazu zu bringen, nach London zu kommen, aber sie wollen Kiew nicht verlassen. Das ist der ukrainische Geist", sagte Shevchenko der italienischen Zeitung La Repubblica.

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Donnerstag, 03.03., 14.15 Uhr: UEFA bestraft Belarus

Fußballteams aus Belarus müssen ihre Heimspiele vorerst außerhalb des Landes und dazu ohne Zuschauer austragen. Das gab die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag nach einem Treffen ihres Exekutivkomitees bekannt. Die Entscheidung betrifft Nationalmannschaften und Klubs.

Das UEFA-Exekutivkomitee werde "bei Bedarf regelmäßig weitere außerordentliche Sitzungen einberufen", hieß es in der Mitteilung. Es werde dann darum gehen, "die sich entwickelnde Rechts- und Sachlage neu zu bewerten und gegebenenfalls weitere Entscheidungen zu treffen".

Die Sanktionen wurden als Reaktion auf die belarussische Beteiligung am Angriffskrieg Russlands in der Ukraine getroffen. Der Weltverband FIFA und die UEFA hatten am Montag russische Mannschaften bis auf Weiteres von ihren Wettbewerben ausgeschlossen.

Donnerstag, 03.03., 13.58 Uhr: LEN schließt Sportler aus Russland und Belarus aus

Der europäische Schwimm-Verband LEN lässt Sportlerinnen und Sportler aus Russland und Belarus mit sofortiger Wirkung nicht mehr bei seinen Veranstaltungen starten. Der Verband teilte am Donnerstag mit, er folge mit dieser Entscheidung der Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Alle LEN-Veranstaltungen in beiden Nationen werden infolge des Angriffs auf die Ukraine abgesagt, Events werden nicht mehr nach Russland oder Belarus vergeben.

Donnerstag, 03.03., 13.24 Uhr: Formel 1 kündigt Vertrag mit Russland-GP

Ex-Weltmeister Sebastian Vettel und Co. werden nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine auch in den nächsten Jahren nicht in Russland fahren. Die Formel 1 hat wegen des Krieges den Vertrag mit dem Veranstalter des Grand Prix von Russland gekündigt. Das gab die Königsklasse des Motorsports am Donnerstag bekannt. In der Vorwoche war zunächst nur das für September geplante Rennen in Sotschi abgesagt worden.

"Die Formel 1 kann bestätigen, dass sie ihren Vertrag mit dem russischen Grand-Prix-Veranstalter gekündigt hat, was bedeutet, dass Russland in Zukunft kein Rennen mehr ausrichten wird", hieß es in einer Mitteilung.

Die Formel 1 fuhr seit 2014 in Sotschi auf dem Gelände des Olympiaparks am Schwarzen Meer. Ab dem nächsten Jahr sollte das Rennen eigentlich in St. Petersburg stattfinden - dem Geburtsort von Wladimir Putin.

Vettel hatte bereits vor der offiziellen Absage des Sotschi-Rennens betont, dass er ein Rennen in Russland boykottieren würde. "Menschen werden aus dummen Gründen getötet", sagte der Aston-Martin-Pilot, Russland habe eine "sehr seltsame und verrückte Führung". Deshalb wolle er nicht in Russland fahren: "Ich sollte nicht gehen, ich werde nicht gehen."

Donnerstag, 03.03., 13.07 Uhr: Ukrainischer Verbandspräsident - Paralympics-Teilnahme "ein Wunder"

Der ukrainische Verbandspräsident Valeri Suschkewitsch sieht die Teilnahme seines Teams an den Paralympics in Peking als "Wunder" an. "Der einfachste Weg für uns wäre gewesen, nicht zu den Paralympics zu fahren. Aber wir konnten nicht aufgeben und nicht kommen", sagte der 67-Jährige auf einer Pressekonferenz des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC): "Für uns ist es eine Frage des Prinzips, hier zu sein, es ist ein Symbol, das zeigt, dass die Ukraine lebt."

Viele der 20 Sportler und Sportlerinnen seien beim Einmarsch Russlands nur knapp den Bomben entkommen, er selbst habe tagelang auf dem Boden eines Busses geschlafen. "Eine Supermacht will mein Land zerstören. Und unsere Anwesenheit hier bei den Paralympischen Spielen ist nicht nur eine Anwesenheit. Sie ist ein Zeichen dafür, dass die Ukraine ein Land war, ist und bleiben wird", sagte Suschkewitsch weiter.

Die Solidarität anderer Nationen in den paralympischen Dörfern sei enorm. Die gerade in den Langlauf- und Biathlonwettbewerben starke Mannschaft werde auch für die durch den Angriffskrieg der Russen gebeutelte Heimat kämpfen. "Es gibt im Moment zwei Fronten. Die eine ist in der Ukraine für unsere Soldaten. Und eine ist hier in Peking", sagte der Chef des Nationalen Paralympischen Komitees der Ukraine.

Donnerstag, 03.03., 12.50 Uhr: DBS begrüßt Paralympics-Ausschluss Russlands und Belarus'

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) begrüßt die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), die russischen und belarussischen Athleten nun doch von den Paralympics in Peking auszuschließen. "Es ist eine wunderbare Kehrtwende", sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher: "Uns, den Athletinnen und Athleten, aber auch den meisten Nationalen Paralympischen Komitees ist eine unwahrscheinliche Last abgefallen."

Auch DOSB-Chef Thomas Weikert sieht die Kehrtwende als "einzig mögliche Reaktion auf die weltweiten Proteste. Die Weltgemeinschaft sendet klare Botschaften in Richtung der russischen und weißrussischen Aggressoren." Der internationale Sport müsse in der Verurteilung des Angriffs auf die Ukraine "ebenso eindeutig auftreten" wie die UN-Vollversammlung mit ihrem Schulterschluss am Mittwoch, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Das IPC hatte am Donnerstag keine 24 Stunden nach seiner umstrittenen Entscheidung zur Zulassung der Sportler unter neutraler Flagge beschlossen, die Teams aus Russland und Belarus nicht an den Start gehen zu lassen. Zuvor hatten mehrere Mitgliedsverbände gedroht, nicht anzutreten.

"Wir wollten diese Entscheidung nicht verstehen, dass hier zeitgleich ukrainische Athleten um ihre Familien bangen, die in Luftschutzkellern sitzen, und sie hier mit Athleten aus den Ländern, die ihr Land überfallen haben, in einen friedlichen Wettkampf gehen sollen", sagte Beucher. Die IPC-Entscheidung sei "einfach nur schön".

Es sei in den Paralympischen Dörfern eine "Spannung zu spüren", sagte Chef de Mission Karl Quade. Der Ausschluss Russlands und Belarus werde aber "den Krieg in der Ukraine nicht verhindern, deswegen kommt auch keine große Freude auf", betonte Quade, der die Kehrtwende "in dieser Form nicht erwartet" hatte.

Donnerstag, 03.03., 12.26 Uhr: Usyk äußert sich

Schwergewichtsweltmeister Oleksandr Usyk hat in einem Interview mit CNN erklärt, dass er bei der Verteidigung seines Heimatlands Ukraine auch sein eigenes Leben aufs Spiel setzen würde, um das seiner Familie und seine Heimat zu beschützen.

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Donnerstag, 03.03., 12.11 Uhr: Das Russische Paralympische Komitee (RPC) prüft nach dem Ausschluss seiner Athleten und Athletinnen von den Winterspielen in Peking juristische Mittel. Der vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) auferlegte Bann sei "unbegründet" und widerspreche dem "unpolitischen Charakter des Behindertensports", heißt es in einem Statement des RPC. Die Athleten würden als "Straftäter" im politischen Konflikt dargestellt.

Man stufe die Entscheidung als "illegal" ein und prüfe deshalb juristische Schritte bis hin zum Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Das IPC hatte am Donnerstag eine kaum mehr erwartete Kehrtwende vollzogen. Nachdem der Dachverband noch am Mittwoch beschloss, Russen und Belarussen als neutrale Athleten unter paralympischer Flagge starten zu lassen, folgte mit dem Komplettausschluss von 83 Sportlern und Sportlerinnen die komplette Rolle rückwärts.

Donnerstag, 03.03., 11.23 Uhr: Russen dürfen im Davis Cup für Kasachstan punkten

Das Team um den neuen Weltranglistenersten Daniil Medwedew darf seinen Titel nicht verteidigen - und doch gehen beim Davis Cup etliche russischstämmige Tennisprofis an den Start. Kasachstans Alexander Bublik, Michail Kukuschkin, Dimitri Popko und Andrej Golubew wurden allesamt in Russland geboren und wechselten dann ins Nachbarland.

Ersatzspieler Aleksandr Nedowjesow stammt von der Halbinsel Krim, spielte zunächst in dem Teamwettbewerb für die Ukraine und schloss sich 2015 Kasachstan an. Zum Auftakt des Wettbewerbs 2022 am Freitag und Samstag steht für das Team ein Qualifikations-Match in Norwegen an.

Die vielen Verbandswechsel fallen in die Amtszeit des Milliardärs Bulat Utemuratow. Der Unternehmer führt nicht nur seit 2007 den kasachischen Tennisverband an, er ist seit 2019 auch Vizepräsident des Weltverbandes ITF. Kasachstan bringen die Erfolge Aufmerksamkeit. Seit 2011 hat das Land sechs Mal das Davis-Cup-Viertelfinale erreicht.

"So verletzend es auch klingen mag, in Russland hat sich niemand für mich interessiert", sagte Bublik, der als kasachische Nummer eins mittlerweile auf Rang 32 der Weltrangliste geklettert ist: "Und jetzt kümmern sich die Leute um mich. Und sie tun alles, damit meine Karriere erfolgreich ist."

Donnerstag, 03.03., 11.15 Uhr: Terodde "sehr stolz" auf Trennung von Schalke-Sponsor Gazprom

Vor dem Heimspiel am kommenden Samstag gegen Hansa Rostock hat sich Schalke-Stürmer Simon Terodde lobend über die Trennung seines Vereins von Hauptsponsor Gazprom geäußert. Er sei "sehr stolz auf den Verein, weil er sich sehr frühzeitig und klar positioniert hat. Wenn du dann gegen Karlsruhe noch als Kapitän die Mannschaft aufs Feld führen darfst, dann macht das schon stolz", erzählte Terodde auf der Pressekonferenz vor der Partie.

Positives Feedback bekam der 34-Jährige auch aus seinem persönlichen Umfeld. "Ich habe viele Nachrichten von Freunden und aus der Familie bekommen, die es als starkes Statement gesehen haben."

Die Gelsenkirchener hatten die Zusammenarbeit mit dem russischen Energie-Riesen nach dem Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vorzeitig aufgekündigt.

Donnerstag, 03.03., 10.38 Uhr: Lys beklagt "respektloses" Verhalten russischer Tennis-Spielerinnen

Die deutsche Tennis-Meisterin Eva Lys beklagt ein unangemessenes Verhalten russischer Athletinnen beim Challenger-Turnier im kasachischen Nur-Sultan. "Viele russische Spielerinnen, die hier sind, verhalten sich respektlos gegenüber denjenigen, die vom Ukraine-Krieg betroffen sind", sagte die 20-Jährige Eurosport: "Sie lachen darüber, machen sich lustig. Einige ziehen demonstrativ einen Trainingsanzug in den russischen Nationalfarben an."

Umso wichtiger sei es, "dass wir stark und weit verbreiten, was da wirklich passiert. Diese Nachricht muss bei allen Menschen ankommen", fügte Lys an. Die Nummer 311 der Weltrangliste hat ukrainische Wurzeln, wurde in Kiew geboren und trat in Nur-Sultan auch in gelb-blau an. Sie schied am Donnerstag im Achtelfinale aus.

Donnerstag, 03.03., 09.00 Uhr: Peters sieht hohe Hürden für Rückkehr Russlands

Peter Peters sieht hohe Hürden für eine Rückkehr Russlands in den internationalen Sport. "Das ist nur möglich, wenn der Krieg endet", sagte das Council-Mitglied der FIFA dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Außerdem muss Russland erkennen, welches Unrecht in der Ukraine getan wird - und nicht das eigene Versagen anderen Ländern und anderen Handlungen in die Schuhe schieben."

Mit Blick auf die WM-Endrunde Ende des Jahres in Katar ist der Kandidat für das Präsidentenamt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorsichtig optimistisch. "Ich habe mich über die Vergabe regelrecht gewundert", äußerte Peters, der bei der DFB-Wahl am 11. März als Außenseiter gegen Bernd Neuendorf ins Rennen geht: "Wir stellen jetzt aber fest, dass Katar zumindest Anstrengungen unternimmt, um Veränderungen herbeizuführen."

Außerdem blickte der ehemalige Finanzchef von Schalke 04 selbstkritisch auf den damaligen Deal mit dem russischen Sponsor Gazprom zurück. "Es war definitiv eine Fehleinschätzung. Wir haben uns darauf verlassen, dass die Dinge in Ordnung kommen und es ehrliche Versuche gibt, alles im Frieden zu lösen. Heute wissen wir, dass wir getäuscht wurden", sagte er.

Donnerstag, 03.03., 08.40 Uhr: Rolle rückwärts! IPC schließt russische und belarussische Athleten von Paralympics aus

Die Paralympischen Spiele von Peking finden jetzt doch ohne Athleten aus Russland und Belarus statt. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) machte am Donnerstag keine 24 Stunden nach seiner umstrittenen Entscheidung zur Zulassung der Sportler unter neutraler Flagge eine Rolle rückwärts. Zuvor hatten mehrere Teams und Athleten mit einem Boykott der Spiele gedroht.

"Wir vom IPC sind der festen Überzeugung, dass Sport und Politik sich nicht vermischen sollten", sagte Präsident Andrew Parsons: "Der Krieg ist jedoch ohne unser eigenes Verschulden zu diesen Spielen gekommen, und hinter den Kulissen nehmen viele Regierungen Einfluss auf unsere geschätzte Veranstaltung." Die eskalierende Situation habe das IPC "in eine einzigartige und unmögliche Lage gebracht".

Schließlich sei der Druck der Mitgliedsverbände zu groß geworden. "Mehrere Nationale Paralympische Komitees, von denen einige von ihren Regierungen, Teams und Athleten kontaktiert wurden, drohen damit, nicht anzutreten", führte Parsons aus: "Sie haben uns gesagt, dass es schwerwiegende Folgen für die Paralympischen Winterspiele 2022 in Peking haben könnte, wenn wir unsere Entscheidung nicht überdenken."

Seit dem Beschluss zur Zulassung der russischen und belarussischen Sportler sei "die Situation in den Athletendörfern eskaliert und ist inzwischen unhaltbar geworden", begründete Parsons die Kehrtwende. Es gehe nun darum, "die Integrität dieser Spiele und die Sicherheit aller Teilnehmer zu wahren".

Bei den Athleten aus Russland und Belarus entschuldigte sich Parsons. "Sie sind Opfer der Handlungen ihrer Regierungen", sagte der Brasilianer. Insgesamt sind 83 Athleten vom Ausschluss betroffen.

Donnerstag, 03.03., 08.16 Uhr: Kasparow kritisiert Putin

Garri Kasparow sieht Russlands Investitionen in die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi und die Fußball-WM 2018 als Teil von Wladimir Putins Plan zur "Untergrabung der freien Welt". Dies sagte der frühere Schachweltmeister der FAZ. Dem russischen Präsidenten gehe es dabei "nicht um Sport, es geht ihm immer nur um Putin".

Es sei Teil seines Netzwerks ebenso wie Chelsea oder Schalke 04 oder diverse Benefizveranstaltungen, sagte Kasparow: "Wie er durch all das Soft Power aufgebaut hat, wird wahrscheinlich als raffinierteste Operation zur Untergrabung der freien Welt in die Geschichtsbücher eingehen."

Putin habe sich nicht gescheut, "Milliarden dafür auszugeben, und Schach ist ein kleiner Teil dieser riesigen Kampagne", fügte Kasparow in dem Interview an: "Das Überraschende ist, dass binnen einer Woche nichts mehr davon übrig ist."

Kasparow ist ein scharfer Kritiker von Putin und sieht "die Diktatur eines Mannes in Russland" als die bei Weitem "größte existenzielle Bedrohung der Menschheit".

Donnerstag, 03.03., 6.40 Uhr: Russische Athleten schweigen bei Paralympics

Die russischen Athleten haben am Tag nach der umstrittenen Zulassung zu den Paralympischen Spielen in Peking sämtliche Interviewanfragen verweigert. Nach den Abschlusstrainings der Alpinen liefen Warwara Worontschichina, Iwan Frantsew sowie Alexej Bugajew anders als die anderen Sportler nicht durch die Mixed Zone und verließen den Zielraum stattdessen durch einen Hinterausgang.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte sich am Mittwoch trotz des Angriffskrieges der Russen gegen die Ukraine gegen einen Ausschluss von Russland und Belarus von den 13. Winter-Paralympics entschieden. Die Athletinnen und Athleten der beiden Länder starten nach dem Beschluss des IPC neutral und unter paralympischer Flagge, wobei am Donnerstag bei den Abschlusstrainings zur Abfahrt noch auf sämtlichen Grafiken das Logo des Russischen Paralympischen Komitees (RPC) zu sehen war.

Goldkandidatin Worontschichina ließ sich von dem Trubel sportlich nicht beeindrucken und landete mit gerade einmal drei Hundertstelsekunden Rückstand auf Rang zwei. Bugajew, Paralympics-Sieger in der Super-Kombination 2018 in Pyeongchang, zeigte dagegen mit Rang neun eine für seine Verhältnisse schwache Leistung, im Ziel schmiss er verärgert die Skistöcke auf den Boden. Am Samstag (3.00 Uhr MESZ) tritt das russische Trio dann in der Abfahrtsentscheidung an.

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