Hamburger Gedankenspiele

Mittwoch, 18.10.2017 | 08:00 Uhr
Peter Michael Reichel hat große Pläne mit hamburg
© GEPA

Peter Michael Reichel hat vom DTB die Lizenz für das Herren-Turnier in Hamburg zugesprochen bekommen. Eine Erweiterung auf ein Combined Event für beide Geschlechter wird durchaus konkret überlegt.

Die Attraktivität vieler Tennisturniere steht und fällt mit der Verfügbarkeit lokaler Helden. Das ATP-Turnier in Genf etwa lebt von der Präsenz von Stan Wawrinka, der in der Woche vor den French Open im Gegensatz zu den meisten anderen Topstars eben keine Auszeit nimmt. Zeitgleich bestreiten die Damen seit einigen Jahren den NÜRNBERGER Versicherungscup, in der Frankenmetropole hat sich schon Historisches zugetragen: Der erste und bis dato einzige Turniersieg von Eugenie Bouchard etwa.

Grundsätzlich ist es wohl leichter, die Damen vor einem der Majors zu überzeugen, noch einmal ihre Spielform zu überprüfen. Bei den Grand-Slam-Turnieren wird nach guter alter WTA-Tradition lediglich auf zwei Gewinnsätze gespielt, zwischen den Matches sorgen Ruhetage für die nötigen Regenerations-Möglichkeiten. Davon profitiert auch ein Event wie jenes in New Haven, wo die Besetzung alljährlich vom Feinsten ist. Und das in der Woche vor den US Open.

Familieninterne Kooperation

Aus deutschsprachiger Sicht ist indes das Turnier in Nürnberg von besonderem Interesse. Vor allem auch deshalb, weil der Deutsche Tennis Bund vor wenigen Wochen die Lizenz für das Herren-Event am Hamburger Rothenbaum, die German Open also, an Peter Michael Reichel vergeben hat. Der ist aber vor allem in der WTA tief verankert ("Es gibt in der WTA keine Entscheidung, die nicht meine Unterschrift trägt") und liebäugelt damit, neben den Männern auch die Frauen an der Elbe groß aufspielen zu lassen.

"Es ist eines der traditionsreichsten Turniere," erklärte Reichel in einem Interview mit den Salzburger Nachrichten am Rande der Upper Austrian Open vergangene Woche in Linz. "Hamburg hat aber im Juli auf Sand wegen der beginnenden US-Hartplatz-Tour einen schwierigen Termin. Der Standort ist dennoch sehr wertvoll und wir wollen in Hamburg bleiben, wenn es uns möglich gemacht wird."

Tochter Sandra Reichel managt als Turnierdirektorin sowohl Linz als eben auch Nürnberg, das Know-How für ein Damenturnier am Rothenbaum wäre also vorhanden. "Der deutsche Tennisbund und wir würden eine Lizenz kaufen. Wenn das nicht möglich ist, auch vielleicht mit jener von Nürnberg kooperieren", so Peter Michael Reichel weiter. Wie diese Kooperation mit Nürnberg aussehen könnte, wird auch innerhalb der Familie Reichel geklärt werden. Zumal Deutschland mit Angelique Kerber und Julia Görges mindestens zwei Zugpferde hat, die in jeder Veranstaltung vorangehen können.

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