Dienstag, 28.02.2017
Tennis \ Herren \ ATP

Roger Federer im Interview beim ATP-Turnier in Dubai

"Noch ein Blick in den Nebel"

Beim ATP-World-Tour-500-Turnier in Dubai steigt Roger Federer wieder in den Profibetrieb ein. Im Interview reflektiert der Schweizer über seinen Auftritt in Melbourne, seine körperliche Verfassung und die größten Chancen im Turnierkalender 2017.

Roger Federer rechnet sich in Wimbledon gute Chancen aus
© Jürgen Hasenkopf
Roger Federer rechnet sich in Wimbledon gute Chancen aus

tennisnet: Herr Federer, seit Ihrem 18. Grand Slam-Sieg ist gut ein Monat vergangen. Wie blicken Sie auf die Tage von Melbourne zurück?

Roger Federer: Ich wache morgens manchmal auf, und dann frage ich mich: Ist es wirklich so passiert? Es ist natürlich auch ein wahnsinniges Glücksgefühl da, immer noch, immer wieder. Dieses Glück geht auch nicht so schnell weg.

tennisnet: Als Sie im Dezember einmal eine Ihrer Trainingseinheiten live übertrugen, wurden Sie von einem Fan nach Ihrer Einschätzung für die Australian Open gefragt. Die Antwort war: Ich bin mit jedem Ergebnis zufrieden.

Federer: Und das war auch ganz ehrlich gemeint. Ich hab' gedacht: Schau mal, was geht. Wenn du das Ende der ersten Woche erreichst, ist das ein schöner Erfolg. Wenn nicht, auch gut. Es war ja eigentlich erst der Anfang dieses Comebacks, was sollte ich da schon erwarten.

tennisnet: Sie waren viele Jahre Ihrer Karriere verletzungsfrei, hatten immer eine gewisse Angst vor schwereren Blessuren.

Federer: Aber ich denke und fühle jetzt anders. Ich habe mich schließlich immer wieder zurückgekämpft, wenn ich mit Verletzungen zu tun hatte. Jetzt natürlich erst recht, nach dem halben Jahr Zwangspause. Ich weiß, dass es kein Weltuntergang ist, wenn einem so ein Malheur passiert.

ATP-Weltrangliste: Die meisten Wochen auf Platz 1
Andy Murray ist durch seinen Einzug ins Finale von Paris ab Montag erstmals die Nummer 1 der Welt. Doch wer war die meisten Wochen am Stück ganz oben? SPOX gibt einen Überblick
© getty
1/16
Andy Murray ist durch seinen Einzug ins Finale von Paris ab Montag erstmals die Nummer 1 der Welt. Doch wer war die meisten Wochen am Stück ganz oben? SPOX gibt einen Überblick
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker.html
Zur Einordnung vorneweg: Boris Becker war 1991 zwei Mal die Nummer eins - einmal für neun Wochen, einmal für drei Wochen
© getty
2/16
Zur Einordnung vorneweg: Boris Becker war 1991 zwei Mal die Nummer eins - einmal für neun Wochen, einmal für drei Wochen
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=2.html
Platz 14 - Andre Agassi (USA): 52 Wochen vom 13. September 1999 bis zum 10. September 2000
© getty
3/16
Platz 14 - Andre Agassi (USA): 52 Wochen vom 13. September 1999 bis zum 10. September 2000
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=3.html
Platz 12 - Novak Djokovic (SRB): 53 Wochen vom 4. Juli 2011 bis zum 8. Juli 2012
© getty
4/16
Platz 12 - Novak Djokovic (SRB): 53 Wochen vom 4. Juli 2011 bis zum 8. Juli 2012
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=4.html
Platz 12 - John McEnroe (USA): 53 Wochen vom 13. August 1984 bis zum 18. August 1985
© getty
5/16
Platz 12 - John McEnroe (USA): 53 Wochen vom 13. August 1984 bis zum 18. August 1985
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=5.html
Platz 11 - Rafael Nadal (ESP): 56 Wochen vom 7. Juni 2010 bis zum 3. Juli 2011
© getty
6/16
Platz 11 - Rafael Nadal (ESP): 56 Wochen vom 7. Juni 2010 bis zum 3. Juli 2011
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=6.html
Platz 10 - John McEnroe (USA): 58 Wochen vom 3. August 1981 bis zum 12. September 1982
© getty
7/16
Platz 10 - John McEnroe (USA): 58 Wochen vom 3. August 1981 bis zum 12. September 1982
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=7.html
Platz 9 - Lleyton Hewitt (AUS): 75 Wochen vom 19. November 2001 bis zum 27. April 2003
© getty
8/16
Platz 9 - Lleyton Hewitt (AUS): 75 Wochen vom 19. November 2001 bis zum 27. April 2003
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=8.html
Platz 8 - Ivan Lendl (Tschechoslowakei): 80 Wochen vom 30. Januar 1989 bis zum 12. August 1990
© getty
9/16
Platz 8 - Ivan Lendl (Tschechoslowakei): 80 Wochen vom 30. Januar 1989 bis zum 12. August 1990
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=9.html
Platz 7 - Pete Sampras (USA): 82 Wochen vom 13. September 1993 bis zum 9. April 1995
© getty
10/16
Platz 7 - Pete Sampras (USA): 82 Wochen vom 13. September 1993 bis zum 9. April 1995
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=10.html
Platz 6 - Jimmy Connors (USA): 84 Wochen vom 30. August 1977 bis zum 8. April 1979
© getty
11/16
Platz 6 - Jimmy Connors (USA): 84 Wochen vom 30. August 1977 bis zum 8. April 1979
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=11.html
Platz 5 - Pete Sampras (USA): 102 Wochen vom 14. April 1996 bis zum 29. März 1998
© getty
12/16
Platz 5 - Pete Sampras (USA): 102 Wochen vom 14. April 1996 bis zum 29. März 1998
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=12.html
Platz 4 - Novak Djokovic (SRB): 122 Wochen vom 7. Juli 2014 bis zum 7. November 2016
© getty
13/16
Platz 4 - Novak Djokovic (SRB): 122 Wochen vom 7. Juli 2014 bis zum 7. November 2016
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=13.html
Platz 3 - Ivan Lendl (Tschechoslowakei): 157 Wochen vom 9. September 1985 bis zum 11. September 1988
© getty
14/16
Platz 3 - Ivan Lendl (Tschechoslowakei): 157 Wochen vom 9. September 1985 bis zum 11. September 1988
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=14.html
Platz 2 - Jimmy Connors (USA): 160 Wochen vom 29. Juli 1974 bis zum 22. August 1977
© getty
15/16
Platz 2 - Jimmy Connors (USA): 160 Wochen vom 29. Juli 1974 bis zum 22. August 1977
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=15.html
Platz 1 - Roger Federer (SUI): 237 Wochen vom 2. Februar 2004 bis zum 17. August 2008
© getty
16/16
Platz 1 - Roger Federer (SUI): 237 Wochen vom 2. Februar 2004 bis zum 17. August 2008
/de/sport/diashows/1611/tennis/weltranglistenersten-atp/meiste-wochen-federer-connors-murray-djokovic-nadal-becker,seite=16.html
 

tennisnet: In Australien lud Ihr Schlusswort auf dem Centre Court zu Spekulationen ein, es schien dabei, als sei die Rückkehr nach Melbourne irgendwie offen.

Federer: Es war nicht mehr als ein Missverständnis. Ich wollte wirklich allen, absolut allen danken, die mich auf diesem Titelweg begleitet haben. Auch den vielen Fans. Und das klang dann wohl ein wenig nach einer Abschiedsrede. So, als ich ob ich nicht wiederkäme. Aber das war nicht die Botschaft. Es gibt natürlich immer Unsicherheiten, wer weiß schon, ob es nicht ein Verletzungsproblem gibt. Aber ich will spielen, dort und natürlich auch anderswo.

tennisnet: Sie haben gerade Ihren Vertrag mit den Swiss Indoors, Ihrem Heimturnier in Basel, bis zum Jahr 2019 verlängert. Bis dahin soll es weitergehen - oder?

Federer: Ja, der Wille ist ganz klar, noch einige Jahre zu spielen. Und bis zum Ende meiner Karriere werde ich auch immer in Basel antreten. Es ist meine Heimat, der Ort, an dem alles anfing für mich.

tennisnet: Wie fühlen Sie sich jetzt körperlich? Wie fit gehen Sie in die nächsten Wochen. Erst mit Dubai, dann den amerikanischen Turnieren in Indian Wells und Miami?

Federer: Ich werde erst nach diesem Saisonabschnitt schlauer sein, wie der Körper mehrere Turniere hintereinander verkraftet, wie da die physische Reaktion ist. Es ist noch ein Blick in den Nebel, ich kann es nicht sagen. Aber ich sehe mich bei keinem dieser Turniere irgendwie als Favorit. Ich erwarte nicht, dass ich dauernd Wunder produziere - und nach dieser langen Pause sind Turniersiege alles andere als normal.

tennisnet: Wo rechnen Sie sich in dieser Saison noch gute Chancen aus?

Federer: Sicher weniger bei den French Open oder in der Sandplatzsaison. Aber ich glaube, dass ich bis zum Ende meiner Karriere immer gute Chancen in Wimbledon und auch bei den US Open habe. Wimbledon ist sicher der Hauptfokus für mich. Das ist der Platz, wo ich am selbstverständlichsten gutes Tennis spiele.

Die aktuelle ATP-Weltrangliste

Interview: Jörg Allmeroth

Diskutieren Drucken Startseite
Jörg Allmeroth

Jörg Allmeroth(Redaktion)

Seit 1990 auf der Tennistour unterwegs. Reporter bei über 90 Grand Slam-Turnieren. Pionier bei tennisnet. Motto: Expect the unexpected.

ATP-Tour
WTA-Tour

Weltrangliste der Herren

Weltrangliste der Damen


www.performgroup.com

Copyright © 2017 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.