NHL: Der Playoff-Check

Ein Duell mit Explosionsgefahr

Von Christoph Köckeis
Dienstag, 30.04.2013 | 16:07 Uhr
Zwischen den Boston Bruins und Toronto Maple Leafs ist ein harter Schlagabtausch programmiert
© getty
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Ein Original-Six-Duell elektrisiert die NHL: Die Boston Bruins begegnen in Runde eins der Stanley-Cup-Playoffs den Toronto Maple Leafs. Die Favoriten Pittsburgh und Chicago träumen bereits. Und: Eine Ära neigt sich dem Ende zu.

Eastern Conference

Pittsburgh Penguins (1) vs. New York Islanders (8)

Ausgangslage: Spätestens der makellose März offenbarte: Die Pens sind brandheiß. Mit 15 Erfolgen stieg man zum ersten Titel-Aspiranten auf. Nach 2009 hofft man, den Cup zurück nach Pittsburgh zu bringen. Es wäre der vierte Triumph der Franchise-Historie. Geschickt wurde dieses Vorhaben mit den Trades von Jarome Iginla, Jussi Jokinen und Douglas Murray untermauert.

Souverän führte man die Eastern Conference an. Von kurzfristiegn Ausfällen ließ man sich nicht beirren. Das unerschütterliche Selbstverständnis haben sich die Mannen aus der Steel City hart verdient - und werden dies so schnell nicht ablegen.

Die Islanders sind zurück! Sechs Jahre quälte sie die Playoff-Abstinenz. Nun dürfen die Fans im Nassau Coliseum endlich wieder die Mutter des Eishockeys bestaunen. Einziger Wermutstropfen: Nach drei abschließenden Pleiten blieb nur Rang acht. Das Hammerlos Pittsburgh konnte man nicht meiden.

Es gibt jedoch Hoffnung. Eine Zahlenspielerei gefällig? Bisher kam es zu drei Aufeinandertreffen in der Postseason - allesamt entschieden die Isles für sich.

Players to watch: 56 Punkte in 36 Einsätzen - Sidney Crosby konnte seine Vormachtstellung abermals unterstreichen. Der 25-Jährige ist das Gesicht der NHL, gilt völlig zurecht als bester Crack der Neuzeit. Wäre da nicht das wiederkehrende Verletzungspech. Ein Comeback nach Kieferbruch während der Serie ist eingeplant, ob er für Spiel eins grünes Licht erhält, ist aber noch ungewiss.

Die Liste an Alternativen ist lang, sehr lang: Evgeni Malkin, Chris Kunitz, Pascal Dupuis, Iginla oder Jokinen. Zudem meldete sich James Neal per Hattrick nach Gehirnerschütterung zurück. In der Lineup der Islanders genießen John Tavares und Matt Moulson diese exponierte Stellung. Ebenfalls gefährlich: Brad Boyes und Frans Nielsen.

Der zu erwartende Pens-Sturmlauf wird Räume öffnen: Michael Grabner könnte demnach zum Key-Player avancieren. 2012 kürte sich der Österreicher beim All-Star-Weekend zum Fastest Skater, seine Breakaways sind gefürchtet. Vorausgesetzt der Abschluss passt.

Prognose: Pittsburgh hat in dieser Spielzeit noch einiges vor. Und das bekommt der kleine Bruder der Rangers in aller Deutlichkeit zu spüren. Zu groß sind die Defizite im Abwehrverbund. Penguins in 5.

Montreal Canadiens (2) vs. Ottawa Senators (7)

Ausgangslage: Noch im Vorjahr trat man die Tradition mit Füßen. Die Playoffs zu verpassen, war eines Rekordchampions und Gründungsmitglieds unwürdig. Es folgten ernüchternde Sommer-Monate und die Erkenntnis: Die Zwangspause hat gefruchtet. In der Regular Season polierten die Canadiens ihr angekratztes Image wieder auf Hochglanz.

Montreal eroberte die umkämpfte Division im Nordosten. Mit den Boston Bruins marschierte man im Gleichschritt, ehe der Rivale schließlich das Nachtragspiel vergeigte. Schützenhilfe kam von Ottawa. Auf jene sollte man ab sofort nicht hoffen. Gestärkt von den Widrigkeiten der letzten Monate möchten die Senators überraschen.

Ohne Nummer-eins-Center Jason Spezza, aber dafür wieder mit Erik Karlsson, dem dominierenden Defender der NHL. Dessen langer Ausfall machte sich vor allem im Power Play bemerkbar, nur 15,9 Prozent führten zum Erfolg. Unbändiger Wille gepaart mit dem Beistand Fortunas brachte Ottawa am Ende Platz sieben ein. Ein Indikator ist das Penalty Killing (88 %), welches seinesgleichen sucht.

Players to watch: Kaum eine Offensive brilliert mit derartiger Balance wie die der Habs: Gleich zehn Cracks knackten die 21-Punkte-Marke, fünf davon verbuchten 30 oder mehr. Im Vorjahr auf eine Parade-Formation limitiert, stellt nun beinahe jede Linie eine Bedrohung dar. Die Defender P.K. Subban und Andrei Markov machen die Canadiens unberechenbarer. Sie sind neben Max Pacioretty und Tomas Plekanec die Topscorer.

Den Senators ging mit Spezza und Karlsson reichlich Punch verloren. Im Kollektiv wurde dies versucht, zu kompensieren. Drei Spieler - Kyle Turris, Daniel Alfredsson und Jakob Silfverberg - erzielte zehn oder mehr Tore. Defensiv spitzt sich alles auf Sergei Gonchar zu. Er gibt die Richtung vor, dirigiert die Kollegen. Herzstück des Teams: Die Torhüter. Craig Anderson (94,1%) hält phänomenal, Backup Robin Lehner (93,6%) steht ihm um nichts nach.

Prognose: Die individuelle Klasse, aber auch die mannschaftliche Geschlossenheit, spricht eine klare Sprache. Einzig Anderson kann den Sweep abwenden. Canadiens in 5.

Seite 1: Pens vs. Isles/Canadiens vs. Senators

Seite 2: Caps vs. Rangers/Bruins vs. Maple Leafs

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