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NFL: Garoppolo, Ajayi und Co. - Trade-Deadline in der Analyse

Gewinner und Verlierer der Trade-Deadline

Mittwoch, 01.11.2017 | 12:47 Uhr
Die Trade-Deadline war in diesem Jahr ungewohnt wild - SPOX ordnet die Wechsel ein
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Die Trade-Deadline erreichte in diesem Jahr völlig ungewohnte Ausmaße! Wo sonst eher mal der eine oder andere unspektakuläre Trade über die Bühne geht, gab es dieses Mal potentielle Franchise-Changer. SPOX blickt auf die Gewinner und Verlierer der wichtigsten Wechsel und Entscheidungen.

Jimmy Garoppolo wechselt zu den San Francisco 49ers

Trade: Patriots erhalten Zweitrunden-Pick von San Francisco

Gewinner:

  • Jimmy Garoppolo! Das perfekte Szenario wäre wohl die Übergabe des Staffelstabs nach der laufenden Saison in Foxboro gewesen. Aber wenn man die Situation nüchtern analysiert und Brady spielen sieht, dann ist klar, dass das so höchstwahrscheinlich nicht passiert wäre. Stattdessen erhält Garoppolo jetzt die Chance, seine eigene Geschichte in San Francisco zu schreiben - und die Vorzeichen sind quasi perfekt: Dreieinhalb Jahre hat er hinter Brady gelernt und dabei eine der komplexeren, wandelbarsten Offenses der Liga studiert. Jetzt geht es zu den Niners, wo mit Kyle Shanahan einer der besten Play-Designer und Play-Caller (vielleicht sogar der Beste) wartet. Als Niners-Fan muss man aktuell begeistert sein!
  • Die 49ers: San Francisco hat durch den Garoppolo-Trade nicht nur möglicherweise seinen Quarterback für die nächsten zehn Jahre gefunden, es gibt dem Team auch eine ganz neue Flexibilität. Jetzt kann der Draft ohne dringenden Quarterback-Need angegangen werden und man erspart sich ein Wettbieten etwa um Kirk Cousins. Stattdessen ist Garoppolo schon da und notfalls kann man den einfach via Franchise Tag halten. Genügend Cap Space ist da.

Verlierer:

  • New Englands langfristige Quarterback-Planung. Die Verlierer dieses Trades werden sich erst in der mittelfristigen Zukunft zeigen. Klar ist: New England geht ein hohes Risiko ein. Auch bei Brady wird sich irgendwann das Alter melden und letztlich weiß niemand, wann das der Fall sein wird. Im Moment gibt es keine Anzeichen dafür, doch kann sich das schnell ändern. Stand heute hätte New England für diesen Fall keinerlei Lösung zur Hand, die Quarterback-Situation würde dann ein längerer Prozess werden, nachdem man Garoppolo jahrelang rangeführt hat.
  • Kirk Cousins. Letztlich weiß niemand, was hätte sein können und ob Shanahan ohne Garoppolo-Trade tatsächlich im Frühjahr Cousins aus Washington geholt hätte. In jedem Fall ist eine potentielle zahlungskräftige sowie spielerisch hochinteressante Option jetzt weg.
  • Die Cleveland Browns. Ach, Browns - was rund um den Garoppolo-Trade und die Trade-Deadline generell berichtet wurde, lässt Cleveland in einem schlimmen Licht dastehen. Meldungen über interne Streitigkeiten über eine Garoppolo-Verpflichtungen, über Team-Bosse, die erst nachträglich von Garoppolos Wechsel erfahren haben weil sie am Tag vor der Trade-Deadline pünktlich in den Feierabend gegangen sind, und dann schließlich die verbockte Verpflichtung von Bengals-Backup A.J. McCarron, angeblich weil Cleveland den Papierkram nicht rechtzeitig eingereicht hat. Was für ein Debakel, selbst wenn nur die Hälfte davon stimmt.

Jay Ajayi wechselt zu den Philadelphia Eagles

Trade: Dolphins erhalten Viertrunden-Pick von Philadelphia

Gewinner:

  • Jay Ajayi! Ganz klar: Von einem arg wackelnden Dolphins-Team, das ganz offensichtlich auch interne Probleme hat, zu einem aktuellen Contender, wo Ajayi eine geteilte Rolle im Backfield erhält und so frischer sein sollte - Ajayi muss, wenn er hier keinen falschen Stolz an den Tag legt, diesen Trade eigentlich lieben.
  • Kenyan Drake. Wenn Miami Ajayi in den vergangenen Wochen Trainingspausen gab - auch aufgrund seiner Knie - dann überzeugte Drake die Coaches - offenbar genug, um Ajayi ziehen zu lassen. Mit Drake und Damien Williams als neue Starter im Backfield darf man davon ausgehen, dass die Running Backs auch über das Scheme eine deutlich größere Rolle im Passspiel erhalten werden. Das sollte es auch für die Quarterbacks einfacher machen.
  • Carson Wentz ist der dritte Gewinner. Der Ausfall von Jason Peters kann Philly im weiteren Saisonverlauf noch Probleme bereiten - ein prall besetztes Backfield mit Ajayi, Blount und Smallwood sollte der Offense aber deutlich mehr Balance geben können. Blount spielt keine schlechte Saison, Ajayi aber wird nochmal ein klares Upgrade bedeuten.

Verlierer:

  • Dolphins-Fans. Wer angesichts der Bilanz und einiger guter Auftritte der Defense noch auf einen Turnaround in der laufenden Saison gehofft hatte, sieht sich jetzt erst einmal getrübt. Dass Ajayi mit noch eineinhalb Jahren auf seinem Rookie-Vertrag abgegeben wurde, spricht eher weniger für die Ambitionen in der laufenden Saison.

Kelvin Benjamin wechselt zu den Buffalo Bills

Trade: Panthers erhalten Dritt- und Siebtrunden-Picks von Buffalo

Gewinner:

  • Tyrod Taylor! Buffalos Wide-Receiver-Corps war bislang über weite Strecken desolat, vor allem Rookie Zay Jones ist in der ersten Saisonhälfte eine Enttäuschung. Benjamin gibt den Bills auf einen Schlag eine physische Präsenz, auch für Downfield-Pässe. Jetzt muss Taylor nur zeigen, dass er gewillt ist, konstant Pässe in enge Fenster zu werfen - denn regelmäßige Separation darf man von Benjamin nicht erwarten.
  • Christian McCaffrey und Curtis Samuel. Mit dem Trade zeigen die Panthers, dass sie bereit sind, ihren beiden Rookies im Passspiel noch größere Rollen einzuräumen. Jetzt müssen die nur auch liefern.

Verlierer:

  • Cam Newton. Ganz klar: Das Tape der letzten Wochen genau wie dieser Trade verraten, dass die Panthers jetzt endgültig primär auf ein Kurzpassspiel setzen wollen. Bisher aber bewahrheiten sich die Befürchtungen, Newtons Spiel ist das nicht. Ohne Benjamin und ohne den verletzten Greg Olsen wird er jetzt quasi dazu gezwungen, so zu spielen.

Duane Brown wechselt zu den Seattle Seahawks

Trade: Texans erhalten Drittrunden- (2018) und Zweitrunden (2019)-Pick von Seattle. Seahawks erhalten neben Brown Fünftrunden-Pick 2018 von Houston

Gewinner:

  • Russell Wilson! Seattles Quarterback spielt eine großartige Saison, musste dabei allerdings konstant für seine Offensive Line allerhand Fehler ausbügeln und hatte im Prinzip keinerlei Run Game zu seiner Unterstützung. Mit Brown könnte sich das schlagartig ändern. Wenn Seattles Line mit dem neuen Left Tackle nur in den unteren Durchschnitt klettert, ist das ein riesiger Erfolg.
  • Eddie Lacy und Thomas Rawls passen hier dementsprechend ebenfalls rein. Beide stehen auch zurecht in der Kritik, hatten aber schlicht so oft überhaupt keinen Platz um irgendwo hin zu laufen. Regelmäßig wurden sie im Backfield gestoppt oder bekamen einen Blocker in ihren Laufweg geschoben. Besserung ist in Sicht.

Verlierer:

  • Deshaun Watson. Aus Texans-Sicht macht der Trade rein sportlich wenig Sinn, die Ursachen dürften eher in Browns Gehaltsforderungen sowie seiner Unzufriedenheit mit Team-Besitzer Bob McNair liegen - und der teure Preis tat dann sein Übriges. Denn sportlich wird die Line für den Rookie-Quarterback so weiter eher eine Herausforderung als eine Unterstützung sein.

Marcell Dareus wechselt zu den Jacksonville Jaguars

Trade: Bills erhalten einen Siebtrunden-Pick von Jacksonville

Gewinner:

  • Die Bills. Dareus hat in Buffalo nicht mehr funktioniert, hatte einige Probleme abseits des Platzes und der neue Trainerstab war ganz offensichtlich von ihm nicht wirklich überzeugt. Einen solchen Spieler, der den Cap 2018 mit über zehn Millionen Dollar belastet und noch bis einschließlich 2021 unter Vertrag steht, aus den eigenen Büchern zu bekommen, muss man aus Bills-Sicht als Erfolg bezeichnen.
  • Calais Campbell. In Jacksonvilles für D-Liner aggressiver Front spielt Campbell bisher die Saison seines Lebens, zumindest was den Pass-Rush angeht. Dareus sollte gewährleisten, dass der Routinier etwas mehr Pausen erhält und eine größere Rotation an der Line genutzt wird.

Verlierer:

  • Jacksonvilles Quarterback-Pläne. Die Verpflichtung von Dareus zeigt, dass die Jags die aktuelle Saison als Titel-Fenster einstufen. Gleichzeitig aber bedeutet sie auch, dass im kommenden Jahr über zehn Millionen Dollar weniger an Cap Space zur Verfügung stehen - eine potentiell empfindliche Schwächung auf dem schon jetzt mit Spannung erwarteten Quarterback-Free-Agency-Markt.
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