NFL: Power Ranking nach Draft und Free Agency

Newcomer, Kellerkinder und alte Bekannte

Donnerstag, 04.05.2017 | 11:35 Uhr
Draft und Free Agency sind vorbei - Zeit für das erste Power Ranking 2017
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Nach dem spektakulärsten Teil der Free Agency ist jetzt auch der Draft beendet - die Grundgerüste der 32 Teams für die kommende Saison stehen also. Das lässt eine erste Einschätzung mit Blick auf die 2017er Saison zu: Das SPOX Power Ranking!

32. New York Jets

Gelinde gesagt eine schwierige Offseason für ein Team, das sich - auch wenn sich die Verantwortlichen bemühen, das Gegenteil zu sagen - ohne jede Frage im Umbruch befindet. Die Jets haben sich von Nick Mangold, Ryan Clady und Ryan Fitzpatrick getrennt, auch Brandon Marshall ließ New York ziehen. Josh McCown ist der vorläufige Quarterback. Bis irgendwann - so die Gerüchte - Christian Hackenberg seine Chance erhält. Dass die Jets Jamal Adams im Draft abgestaubt haben, ist ein Pluspunkt. Das Cornerback-Corps bleibt dagegen ein großes Fragezeichen, genau wie die Receiver, das Run Game und einige weitere Picks im Draft.

31. Cleveland Browns

Ich bin ein großer Fan der Moves der Browns, in vielerlei Hinsicht: Sowohl was den Draft und das Erwirtschaften zusätzlicher Picks - inklusive des kreativen Osweiler-Trades - als auch was die personellen Entscheidungen angeht. Warum nicht die Offensive Line stärken, bevor man einen Quarterback dahinter ins Feuer wirft? Genau das haben die Browns mit Kevin Zeitler und J.C. Tretter gemacht, gemeinsam mit Joel Bitonio und Joe Thomas schon eine starke Besetzung an der Line of Scrimmage. Cleveland könnte im Run Game einige Teams schon kommende Saison überraschen. Myles Garrett sollte die Defense sofort auf ein neues Level heben, auf Jabrill Peppers bin ich gespannt. Besonders wichtig ist es bei ihm, dass er richtig eingesetzt wird. Es bleiben große Fragen beim Quarterback, in der Secondary und - durch den ehrlich gesagt für mich unverständlichen - Abgang von Terrelle Pryor auch bei den Receivern.

30. Chicago Bears

Der teure Trubisky-Draft wurde bereits ausreichend diskutiert, ein großes Problem mit dieser Bears-Draft-Klasse: Auch abgesehen vom möglichen Quarterback der Zukunft gibt es viele Unsicherheiten, angeführt von Zweitrunden-Tight-End Adam Shaheen. Gut denkbar, dass die Bears von keinem ihrer 2017er Draft-Picks in der kommenden Saison allzu viele wertvolle Snaps erhalten. Was nach wie vor für Chicago spricht, sind die Front Seven sowie die gute Interior-O-Line, nicht die schlechteste Basis. Mike Glennon in einer neuen Offense dagegen sorgt für nicht allzu viele Vorschusslorbeeren.

29. San Francisco 49ers

Dass die Niners Solomon Thomas UND Reuben Foster in der ersten Runde abgestaubt haben, katapultiert sie hier vorbei an den Bears. Die Front Seven sieht jetzt mit Armstead, Thomas, Buckner, Bowman, Brooks und Foster schon ziemlich formidabel aus und sollte den Cornerbacks deutlich helfen. Offensiv erhält Kyle Shanahan verdientes Vertrauen: Mit Garcon, Juszczyk, Goodwin und natürlich Hoyer hat er Spieler geholt, die sein System entweder schon kennen, oder aber sehr gut rein passen. So sollte San Franciscos Offense früher konkurrenzfähig sein als die anderer neuer Head Coaches.

28. Los Angeles Rams

Eines kann man den Rams nicht vorwerfen: L.A. tut in dieser Offseason vieles, um Jared Goff in seinem zweiten Jahr zu unterstützen. Zwar ließen die Rams Receiver Kenny Britt ziehen, im Gegenzug kamen aber Robert Woods sowie vor allem im Draft Gerald Everett, Cooper Kupp und Josh Reynolds. Kupp und Everett sollten Goff Ziele über die Mitte geben, während der ebenfalls neu verpflichtete Andrew Whitworth der O-Line endlich etwas Stabilität geben soll. Die großen Fragen: Kann Goff auch wirklich den nächsten Schritt machen? Sind O-Line und Receiving-Corps wirklich ausreichend verbessert? Mit Spannung darf außerdem erwartet werden, wie die 3-4-Defense unter Defensiv-Meister Wade Phillips aussieht.

27. Jacksonville Jaguars

Ich würde die Jaguars gerne weiter oben einordnen, denn die Defense sieht zumindest auf Papier hervorragend aus: Ein tolles Cornerback-Duo mit Ramsey/Bouye, dominante D-Liner mit Jackson und Campbell sowie talentierte, explosive Linebacker mit Jack und Smith. Letztlich aber haben die letzten Jahre gelehrt, dass man gerade bei den Jaguars erst abwarten muss, ob sie ihre theoretische Qualität auch auf den Platz bringen. Immerhin: Die Defense war im Vorjahr gegen Ende schon merklich verbessert. Letztlich aber wird das alleine nicht reichen, denn das noch viel größere Fragezeichen ist die Offense: Kann Leonard Fournette hinter einer unterdurchschnittlichen Line wirklich genügend Druck von Blake Bortles nehmen? Und vor allem, kann Bortles seine Mechanik wieder auf die Reihe kriegen und so nach der desolaten Vorsaison wieder an 2015 anknüpfen?

26. Buffalo Bills

Die Bills hatten einen guten Draft: Receiver Zay Jones übernimmt sofort die Mitte des Feldes und sollte Druck von Watkins' Schultern nehmen, Tre'Davious White kann mindestens als Slot-Cornerback sofort helfen und Guard Dion Dawkins könnte früh in die Rotation rutschen. Dazu kommen einige grundsolide Neuzugänge in der Free Agency, allen voran Safety Micah Hyde sowie der variable Fullback Patrick DiMarco, der LeSean McCoy noch gefährlicher machen wird. Trotz Jones habe ich aber große Fragen rund um das Receiving-Corps, Watkins hat aufgrund seiner Verletzungsprobleme die Vertragsoption auf das fünfte Jahr nicht bekommen. Fällt er wieder aus, sind die Bills hier nach den Abgängen von Goodwin, Woods und Hunter noch immer äußerst dünn besetzt. Die Cornerbacks spielen im aus Carolina bekannten Scheme des neuen Head Coachs Sean McDermott eine geringere Rolle, trotzdem tut der Abgang von Stephon Gilmore weh - genau wie der von Linebacker Zach Brown.

25. Washington Redskins

Wir kommen langsam in das extrem dichte Mittelfeld dieses Power Rankings, wo Teams mitunter auf mehreren Plätzen austauschbar sind. Dazu gehören auch die Redskins, und das primär aufgrund des riesigen Umbruchs in der Hauptstadt. Mit Offensive Coordinator Sean McVay ist das Hirn der Offense weg, Defensive Coordinator Joe Barry wurde entlassen - ohne die vermeintlichen Nachfolge-Wunschkandidaten zu bekommen. Außerdem ging mit Chris Baker Washingtons bester D-Liner sowie die beiden 1000-Yard-Receiver Pierre Garcon und DeSean Jackson. Dazu noch die vermeintliche Unzufriedenheit rund um die Vertragssituation von Kirk Cousins, die jederzeit wieder hochkochen könnte, ergibt in der Summe ein sehr schwer einschätzbares Team. Pluspunkte gibt es auf jeden Fall für den starken Draft, angefangen mit Erstrunden-Steal Jonathan Allen. Vorausgesetzt seine Schultern sind wirklich in Ordnung.

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