NFL: Draft 2017 - Tag 2 im Recap

Browns finden ihren QB - Seahawks aktiv

Samstag, 29.04.2017 | 07:10 Uhr
DeShone Kizer ist der Quarterback der Zukunft bei den Cleveland Browns - im Idealfall
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Auch am zweiten Tag des Drafts ging es wieder hoch her: Trades an jeder Ecke, ein Ex-Cowboys-Star legt sich mit Philly an und die Browns finden ihren Quarterback. Außerdem: Die Seahawks haben einen geschäftigen Draft-Tag, Joe Mixon geht vom Board, Tampa Bay rüstet weiter auf - und die Panthers stellen die Weichen für eine neue Offense.

Die Browns haben ihren Quarterback: Die Verantwortlichen in Cleveland hatten vor dem Start der ersten Runde nochmals betont, dass sie einen Quarterback "nicht erzwingen" werden. Die erste Runde unterstrich das dann bereits, und es scheint, als wäre der Plan voll aufgegangen: Mitte der zweiten Runde, mit Pick 52 insgesamt, hat Cleveland in DeShone Kizer womöglich seinen Quarterback der Zukunft gefunden.

Die erste Runde im Recap: QB-Irrsinn, Trades und große Emotionen

Allerdings muss Coach Hue Jackson jetzt zeigen, dass er Kizer entwickeln kann, denn ein Selbstläufer ist das mitnichten. Kizer zeigt auf Tape seinen tollen Arm, ist stark bei Play Action und auch gegen Pressure. Bewegt sich gut in der Pocket, erkennt Blitzer, trifft enge Fenster - das Texas-Tape sei Browns-Fans ans Herz gelegt.

Allerdings passiert all das mit einer massiven, besorgniserregenden Inkonstanz: Kizers Wurfgenauigkeit ist teilweise wild, immer wieder wirkt er unsicher in seinen Reads, auch aus sauberer Pocket. Darüber hinaus übersieht er häufiger mal Underneath-Verteidiger, Kizer wird Zeit brauchen. Bekommt er sie in Cleveland?

Die neue Panthers-Offense: Carolinas Fokus in den vergangenen Jahren lag verstärkt auf physischen, großen Receivern mit weitem Catch-Radius, um den längst nicht immer genauen Cam Newton zu unterstützen. Der Draft zeigt eindrucksvoll, wie diese Offense in der Zukunft aussehen soll: Nach Christian McCaffrey in der ersten holten sich die Panthers Curtis Samuel in der zweiten Runde.

Heißt im Klartext: McCaffrey ist der vielseitigste Running Back dieser Klasse, ein sehr geduldiger Runner, aber auch ein mehr als fähiger Slot-Receiver, der Linebackern in Coverage das Leben zur Hölle macht. Den zweiten Part kann man bei Samuel wiederholen, der Receiver-RB-Hybrid bringt jede Menge Explosivität mit - dürfte aber in der NFL primär als Receiver eingesetzt werden.

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Hier muss er bei den Routes und beim Catch noch konstanter werden, zusammen aber bieten die beiden Newton tolle Underneath-Waffen, um den Ball schneller loszuwerden und dann Yards nach dem Catch zu produzieren. Und eine Triple-Option mit Newton, McCaffrey und Samuel dürfte kein Gegner sehen wollen.

Aktive Seahawks: Die Seahawks gingen mit beachtlichen sechs Picks in den zweiten Draft-Tag, kein anderes Team hatte mehr als derer drei. Dementsprechend aktiv war Seattle dann auch, inklusive einiger Trades. Mit Malik McDowell kommt ein sehr gutes D-Line-Prospect, McDowell mag zwar noch inkonstant sein, wenn er aber seine Topleistung abruft, kann er gegen den Run und als Pass-Rusher extrem gefährlich sein.

Center Ethan Pocic dürfte ebenfalls früh eine Rolle in der porösen Hawks-O-Line erhalten, Cornerback Shaquill Griffin wird um den Outside-CB-Platz gegenüber von Richard Sherman konkurrieren: Ein explosiver, extrem athletischer Spieler, der tackeln kann und auch vereinzelt Safety gespielt hat. Die weiteren Picks: Safety Delano Hill, Defensive Tackle Nazair Jones und Wide Receiver Amara Darboh.

Merkwürdige Saints-Strategie: Die Saints wollten Alvin Kamara unbedingt - das haben sie zu Beginn der dritten Runde eindrucksvoll bewiesen. New Orleans tradete teuer hoch und gab einen Zweitrunden-Pick im kommenden Jahr an die San Francisco 49ers ab, um sich den Running Back zu sichern. Und das keine fünf Tage, nachdem sich die Saints mit Adrian Peterson geeinigt haben.

Mit Kamara, Peterson und Mark Ingram hat New Orleans jetzt jedenfalls ein interessantes Running-Back-Trio, das Drew Brees zumindest entlasten sollte. Der hohe Preis für Kamara überrascht dennoch, es ist davon auszugehen, dass er vor allem als Pass-Catching-Back früh eine Rolle bekommt. Im College wurde er auch als Receiver aufgestellt, hat sehr gute Hände und ist im offenen Feld extrem agil sowie enorm schwer zu tackeln (90 forced missed Tackles über die letzten beiden Jahre).

Von wegen QB-Run: Nachdem sich mehrere Teams in der ersten Runde noch überaus aggressiv ihre Quarterback-Wunschkandidaten gesichert hatten, hatten nicht wenige auch in der zweiten Runde einen QB-Run erwartet. Doch genau das Gegenteil war letztlich der Fall.

Kommentar zum QB-Run: "Alljährlicher Mut der Verzweiflung"

Es dauerte bis zu Pick 20 in der zweiten Runde, ehe mit Kizer (zu den Browns) der nächste Quarterback ein neues Team fand. Anschließend folgten Davis Webb (Pick 23 in Runde 3 zu den Giants) und C.J. Beathard (Pick 40 in Runde 3 zu den 49ers). In der vierten Runde könnte das QB-Tempo dann allerdings abermals anziehen, denn die Qualität nimmt nach Nathan Peterman und Brad Kaaya doch schnell ab.

Joe Mixon geht vom Board: Er war ohne Frage der kontroverseste Spieler dieser Draft-Klasse: Vor einigen Jahren hatte Joe Mixon eine Kommilitonin im Streit zu Boden geschlagen, was ihm eine Sperre einbrachte und ihn im Draft von der Liste mehrerer NFL-Teams verschwinden ließ. Laut NFL-Network-Insider Ian Rapoport hatte ihn mindestens die Hälfte der Teams von der Draft-Liste gestrichen, ESPN-Insider Adam Schefter berichtete gar, dass nur etwa vier Teams ernsthaft über Mixon nachgedacht haben.

Allzu lange warten musste der sportlich hochtalentierte und vielseitige Running Back - der sich in einigen Jahren vom Potential her durchaus als bester Back dieser Klasse entpuppen könnte - trotzdem nicht. Die Bengals holten Mixon mit dem 16. Pick in der zweiten Runde, Cincinnati hatte sich im Vorfeld des Drafts bereits offen und ausführlich mit Mixon beschäftigt.

Und sonst so?

  • Die Rams stiegen erst an Tag zwei in den Draft ein - und gaben Jared Goff dringend benötigte Waffen: Nachdem L.A. im Vorjahr schon in der vierten und der sechsten Runde in Receiver und Tight Ends investierte, gab es dieses Mal bereits Tight End Gerald Everett in der zweiten sowie Wide Receiver Cooper Kupp, eine tolle Slot-Waffe für die Mitte des Feldes, in der dritten Runde.
  • Everett ist übrigens der erste Spieler, der aus South Alabama in die NFL gedraftet wurde. Das Football-Programm gibt es seit 2009.
  • Was sich gestern bereits angedeutet hatte, setzte sich auch am zweiten Tag fort: Teams sind nicht mehr gewillt, für O-Liner zu reachen. Nur sieben O-Liner gingen in den ersten beiden Runden weg, ein All-Time-Low.
  • Die Bucs-Offense sollte in der kommenden Saison Spaß machen. Nachdem in der ersten Runde mit O.J. Howard ohne jede Frage ein Steal gelang, legte Tampa mit Deep-Threat-Receiver Chris Godwin (14 Catches, 504 YDS, 7 TDs bei Pässen von mindestens 20 Yards) nach. Seit Saisonende haben die Bucs also Howard, Godwin und DeSean Jackson für ihre Offense geholt. Jameis Winston gefällt das.
  • Die 49ers traden weiter munter in der Gegend rum und sammelten im bereits angesprochenen Trade mit den Saints einen Zweitrunden-Pick 2018 ein. Im Gegenzug überraschte San Francisco dann, als es spät in die dritte Runde zurück tradete, um sich C.J. Beathard zu holen - nicht unbedingt der Top-Quarterback auf dem Board der meisten Experten.
  • Eine ordentliche Portion Selbstironie bewies Quincy Wilson: Der Cornerback hatte in Runde 1 vergeblich auf seinen Namen gewartet - also erschien er an Tag zwei mit einem - na, sagen wir mal eigenwilligen T-Shirt. Allzu lange dauerte es dann auch gar nicht mehr, mit dem 14. Pick in der zweiten Runde wählten die Indianapolis Colts den Cornerback.
  • Für die Szene des Abends sorgte allerdings Drew Pearson: Als der Ex-Cowboys-Receiver Dallas' Pick auf der Bühne verkündete, legte er sich mal eben mit dem versammelten Philadelphia an - auf eine Art, die man gesehen haben muss!

Wer ist noch zu haben? Auch nach Tag zwei bleibt jede Menge Talent auf dem Board. Nennenswert vor allem Carl Lawson, bei dem es größere medizinische Probleme geben muss, als zunächst angenommen.

  • DE Carl Lawson
  • QB Nathan Peterman
  • QB Brad Kaaya
  • QB Joshua Dobbs
  • RB Donnel Pumphrey
  • RB Marlon Mack
  • WR Chad Hansen
  • WR Josh Reynolds
  • WR Dede Westbrook
  • TE Jake Butt

Und, und, und! Tag drei des Drafts gibt es dann im bereits gewohnten Format: Live auf DAZN (ab 18 Uhr) sowie im SPOX-Liveticker (ab 17.45 Uhr).

Alle sieben Draft-Runden im Überblick

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