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NFL: Atlanta Falcons - Green Bay Packers 44:21

Offense-Show! Atlanta zerstört die Packers

Montag, 23.01.2017 | 00:35 Uhr
Julio Jones (l.) machte mit Green Bays Secondary, was er wollte
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Keine Chance! Die Green Bay Packers gehen im NFC-Championship-Game bei den Atlanta Falcons komplett unter und verlieren am Ende auch in der Höhe verdient 44:21 (0:10, 0:14, 15:13, 6:7). Green Bay hat zu keinem Zeitpunkt eine Antwort auf Julio Jones, während auf der anderen Seite Aaron Rodgers nie seinen Rhythmus findet. Die Falcons stehen im Super Bowl, wo sie am 5. Februar auf die New England Patriots treffen!

Die Packers leisteten sich dabei früh kostspielige Fehler: Ein Fehlschuss beim Field Goal, es war nach 33 Treffern der erste Fehlschuss insgesamt in diesen Playoffs, ein Fumble kurz vor der Falcons-Endzone und eine verpasste Fumble-Recovery einige Minuten später, sowie zwei mögliche Interceptions, die Green Bay liegen ließ.

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Derweil zerlegten Matt Ryan (27/38, 392 YDS, 4 TD) und vor allem Julio Jones (9 REC, 180 YDS, 2 TD) die Packers-Secondary fast nach Belieben, während Rodgers (27/45, 287 YDS, 3 TD, INT) deutlich mehr Probleme hatte, als vor dem Spiel gedacht - auch aufgrund der Probleme in der Offensive Line. Die Falcons zogen so deutlich davon und konnten nachlegen, wann immer sie es mussten. Green Bays beste Phase kam erst spät im Spiel, als die Hausherren bereits klar führten. Atlanta reist nach Houston!

Die Stimmen:

Dan Quinn (Head Coach Falcons): "Das Band, das die Spieler untereinander geknüpft haben, hat zu diesem Moment geführt. Jeder hilft dem anderen, ich könnte nicht stolzer auf die Jungs sein. Und an die Fans, die Stadt und die Teams, die dieses Stadion seit 25 Jahren gerockt haben: Es ist nur passend, dass das letzte Spiel hier das NFC-Championship-Game war."

Mike McCarthy (Head Coach Packers): "Ich bin sehr stolz auf mein Team. Ich kann gar nicht genug über diese Gruppe an Männern sagen, die ich coachen durfte. Großes Lob an Jordy Nelson, für das, was er durchgemacht hat und dass er heute spielen konnte. Dieses Team hat mir als Coach, unserer Organisation und hoffentlich auch den Fans viele tolle Momente bereitet."

Der Spielfilm:

Vor dem Kick-Off: Enorme Neuigkeiten für die Packers: Nicht nur Davante Adams, auch Jordy Nelson ist rechtzeitig fit geworden! Der Receiver hatte sich im Wildcard-Duell gegen die Giants mehrere Rippen gebrochen, zum Wochenbeginn schien ein Einsatz undenkbar. Jetzt wird er wohl mit einem Rippenschutz spielen. Erneut nicht mit dabei ist Running Back James Starks.

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Aufseiten der Falcons dagegen? Atlantas gefürchtete Offense tritt mit voller Kapelle an, defensiv dagegen die bekannten Ausfälle: Der seit Wochen verletzte Cornerback Desmond Trufant sowie D-Liner Adrian Clayborn - eigentlich gesetzte Starter - müssen zuschauen.

1. Viertel: Eindrucksvoller Auftakt der Falcons: Kurze Pässe und einige Runs, das gewohnte Bild. Gabriel lässt den ersten längeren Pass fallen, doch Jones, Coleman und Sanu halten den Drive am Leben. Ein langer Catch-and-Run von DiMarco bringt Atlanta dann bis kurz vor die Endzone - wo Ryan aus der Pocket geht und Sanu via Shovel-Pass zum Touchdown bedient! Auf der anderen Seite dauert es ganze zwei Plays, ehe sich Jordy Nelson erstmals bemerkbar macht - 27 und 15 Yards bei den ersten beiden Packers-Pässen, beide zu Nelson. Atlantas Pass-Rush aber sorgt früh für Druck und bei Third Down kommt der Blitz durch, Crosby schießt den 41-Yarder danach um Haaresbreite daneben! Für Atlantas Offense dagegen bleibt es das gleiche Bild: Immer wieder freie Receiver, Green Bays Defense ist überfordert - doch eine Strafe zwingt Atlanta in ein langes Third Down und Ryan findet dieses Mal keinen offenen Receiver. Field Goal, 10:0 Falcons.

2. Viertel: Green Bay startet auch seinen zweiten Drive vielversprechend, dann aber wird es kurios: Ripkowski liefert den erst dritten Run für die Packers und marschiert zwölf Yards durch die Mitte. Dort aber schlägt ihm Collins den Ball aus der Hand und sichert sich das Ei - wenngleich er in die Endzone rollt, doch es gibt den Touchback! Atlanta antwortet mit einem aggressiven Drive: Green Bay kann Jones nicht decken, vor allem in Off-Coverage, und in der Red Zone marschiert Ryan zum Touchdown! Green Bay kann jetzt nicht einmal einen langen Drive hinlegen - 3&Out! Den Falcons unterläuft daraufhin ein seltener Fehler, als der Snap scheinbar zu früh erfolgt, der daraus resultierende Fumble landet nur um Haaresbreite bei den Hausherren. Immerhin erzwingt so auch Green Bay den schnellen Punt, aber Atlantas Defense bleibt aggressiv: Blitze forcieren schnelles Tempo bei den Packers und Hageman erwischt Rodgers gerade so zum Sack. Beim daraus resultierenden 3rd&21 feuert Rodgers den langen Ball in Double Coverage, Interception! Im Gegenzug hat Ryan INT-Glück, Freeman aber bringt die Falcons in die Red Zone - wo Ryan bei einem schlechten Pass erneut Glück hat! Danach ist Jones bei Third Down nur von Gunter gedeckt, Touchdown Falcons! 24:0 Falcons zur Halbzeit!

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3. Viertel: Für Green Bay geht es gerade so weiter: Ein 11-Sekunden-Drive endet nach zwei Drops von Jared Cook mit dem 3&Out, derweil ist klar, dass Brice, Taylor und Hyde verletzt sind und nicht mehr zurückkommen. Und dann vielleicht schon die Vorentscheidung: Einfacher Crosser zu Jones, der Gunter trotz Holdings mehrfach abschüttelt, auch Randall stehen lässt und 73 Yards in die Endzone marschiert! Was für eine Demonstration der Falcons hier! Dieses Mal aber antwortet Green Bay endlich: Ty Montgomery muss zwar verletzt raus, Rodgers findet aber Adams zum kurzen Touchdown. Allein - es braucht Stops, und die scheint Green Bay nicht liefern zu können. Atlanta baut jetzt erstmals intensiver auf Freeman und steht nach einer Pass-Interference-Strafe an der 1-Yard-Line. Dort hat Ryan nochmals Fumble-Glück, findet dann aber Freeman zum TD-Pass über die Mitte. Der PAT geht jedoch daneben. Rodgers antwortet mit einem 28-Yard-Run, es ist der längste dieses Spiels - und dabei gibt es die nächste Packers-Verletzung, auch TJ Lang muss raus. Rodgers gelingen jetzt einige Plays außerhalb der Pocket, kurz vor Ende des Viertels findet er Nelson zum kurzen Touchdown. Die 2-Point-Conversion klappt über Ripkowski - der Onside-Kick allerdings landet bei Atlanta. 37:15 Falcons.

4. Viertel: Nach dem Onside-Kick dauert es dann nicht lange, ehe Atlanta schon wieder nachlegt: Tevin Coleman spaziert aus drei Yards via Outside-Run in die Endzone! Die Packers antworten nochmals mit einem guten Drive, Rodgers spielt einige schnelle Pässe und auch die Protection ist jetzt ein wenig besser. Das Resultat ist der nächste kurze Touchdown, dieses Mal zu Cook, den Run zur 2-Point-Conversion aber stoppt Atlanta und auch dieser Onside-Kick geht an die Hausherren. Die Falcons punten daraufhin, Green Bay hat aber aufgegeben: Brett Hundley übernimmt zweieinhalb Minuten vor dem Ende für Rodgers. Allzu viele Snaps bekommt er jedoch nicht mehr, die Uhr läuft jetzt schnell runter. Die Falcons fahren nach Houston zum Super Bowl! 44:21 Falcons!

Der Star des Spiels: Julio Jones. Jones' Gegenspieler Ladarius Gunter konnte einem wahrlich leid tun: Jones war in 1-on-1-Coverage schlicht nicht zu kontrollieren, mit seiner Kombination aus Physis und Explosivität sicherte er sich einerseits mehrere umkämpfte Pässe, andererseits war er wieder ein Monster in puncto Yards nach dem Catch. Green Bay hatte schlicht überhaupt keine Antwort auf einen der besten Receiver der NFL.

Der Flop des Spiels: Green Bays Offensive Line. Gerade in Pass-Protection konnte man hier ein Mismatch zugunsten der Packers erwarten - es war jedoch immer wieder genau das Gegenteil zu beobachten. Kommunikationsfehler gegen den Blitz, mehrfach gingen individuelle Duelle für die O-Liner verloren: Atlanta sorgte früh für Druck und verhinderte so, dass Green Bay einen offensiven Rhythmus fand - und dass Rodgers Plays ausdehnen konnte. Erwartet anfällig war derweil Green Bays Secondary.

Das fiel auf:

  • Immer wieder waren Falcons-Receiver komplett offen. Atlanta ließ anfangs mit Drops und einigen ungenauen Pässen von Ryan noch Yards liegen, insgesamt aber gab es Lücke auf Lücke. Das hatte verschiedene Gründe: Einerseits kreierte Atlanta wieder aus Bunch- und Stack-Formations Rub-Routes und machte Green Bays Secondary das Leben extrem schwer. Das hatte schon gegen die Seahawks sehr gut funktioniert.

  • Ebenfalls gegen Seattle konnte Atlanta die Off-Coverage effizient attackieren - auch das gelang gegen Green Bay, vor allem mit Slants. Gleichzeitig waren die Falcons dabei auch gewohnt kreativ in ihrem Play-Calling, etwa mit einer Wildcat-Formation mit Mohamed Sanu als Quarterback sowie vor allem tollen Route-Konzepten über die Mitte.
  • Darüber hinaus attackierte Atlanta gezielt die Lücken in Green Bays Cover-2-Deep-Formation, und auch ansonsten fand Ryan die Schwächen in der Defense. Besonders auffällig: Wenn Ladarius Gunter 1-on-1 gegen Jones war - etwa beim TD kurz vor der Halbzeit und beim langen TD zum Start des dritten Viertels - suchte Ryan Jones gezielt.
  • Und Defensiv? Atlanta überraschte hier, da die Falcons deutlich mehr Druck erzeugen konnten, als gedacht. Die Hausherren setzten dabei auf gut getimte Blitze, womit Dallas in der Vorwoche gegen Green Bay bereits Erfolg hatte. Das erwischte Green Bay womöglich auch ein wenig auf dem kalten Fuß - mit einer Blitz-Rate von 16,9 Prozent hatte Atlanta in der Regular Season prozentual am drittwenigsten geblitzt. Rodgers steckte so früh harte Hits ein.
  • Dadurch fehlte es den Packers an diesen lange ausgedehnten Plays, welche die Offense über die letzten Wochen so ausgezeichnet hatte - und ein Run Game bekam Green Bay ohnehin nie ins Rollen. Außerdem ein Problem: Drops!
  • Gleichzeitig ging der Pressure auch an Rodgers nicht spurlos vorbei. Der hatte einige ungenaue Pässe, übersah freie Receiver und leistete sich schlicht Fehler, die man von ihm in den letzten Wochen nicht gesehen hatte. Erst gegen Ende des Spiels trat die Offense effektiver auf.
  • Stat-Nugget: Der Touchdown von Sanu beim ersten Drive sicherte die Fortsetzung der sensationellen Falcons-Serie: Atlanta hat jetzt im achten Spiel in Folge beim Opening-Drive einen Touchdown aufgelegt.

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