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NBA

5 Beobachtungen zu Cavs vs. Warriors: Keine Lücke, sondern ein Graben

LeBron James erzielte wie Kevin Durant 32 Punkte.

Der 118:108-Sieg der Golden State Warriors über die Cleveland Cavaliers hat zu einigen Erkenntnissen geführt: Während das Duell zwischen LeBron James und Kevin Durant immer noch seinesgleichen sucht, ist zwischen den Teams mittlerweile ein großer Qualitätsunterschied zu erkennen. Kann Cleveland dies noch ändern?

LeBron James vs. Kevin Durant: Das Duell der Besten

Nicht erst seit den vergangenen Finals weiß man, dass LeBron James zwar immer noch der beste Spieler der Welt ist - aber dass Kevin Durant zumindest in ähnlichen Sphären wandelt beziehungsweise näher am King dran ist als wohl jeder andere NBA-Spieler. Den beiden Protagonisten scheint das ebenfalls ziemlich bewusst zu sein.

Wann immer die beiden sich mittlerweile gegenüberstehen, wirkt es persönlich - nicht bösartig, aber eben wetteifernd. Gerade im direkten Duell versuchen beide immer wieder, gewissermaßen ihr Revier zu markieren. Das war auch in dieser Partie offensichtlich, fast alle der vielen Highlights involvierten James und Durant.

Einmal brachte Durant James beispielsweise aufs Poster (inklusive anschließendem Urschrei), einmal gelang LeBron auch einer seiner patentierten Chasedown-Blocks gegen einen Leger des amtierenden Finals-MVPs. Beide zeigten individuell starke Partien und beendeten den Abend mit der exakt gleichen Punktzahl (32).

Natürlich erzählt diese aber nur die halbe Wahrheit: James musste, das kennt man bei diesen Teams, wesentlich mehr für seine Punkte arbeiten und generell eine größere Last schultern als KD. Er hat damit zwar genug Erfahrung, aber in der zweiten Hälfte ging ihm trotzdem langsam die Energie aus - nach dem Pausentee kamen nur noch 12 Punkte, dafür aber reihenweise Ballverluste (insgesamt 8).

KD derweil lief erst im dritten Viertel richtig heiß und drehte mit 16 Punkten in diesem Abschnitt das Spiel (gemeinsam mit Stephen Curry). Man hatte nicht das Gefühl, dass er sich dafür verausgaben musste - wobei man das bei Durant ja ohnehin selten hat. Natürlich betreibt auch er großen Aufwand, aber die Dubs kommen zumeist auch klar, wenn er unauffälliger spielt oder mal auf der Bank sitzt. Die Cavs sind häufig Toast, wenn LeBron mal ein paar Minuten pausiert.

Es mag ein bisschen schade sein, dass die Teams um sie herum sich nicht auf Augenhöhe begegnen. Wie sich Durant und James gegenseitig anstacheln, darf man als Basketball-Fan trotzdem genießen. Individuell gibt es in der Liga aktuell kein hochklassigeres Matchup.

Die Rolle von Isaiah Thomas

Isaiah Thomas hat mit dem Spiel gegen Golden State nun fünf Spiele für Cleveland absolviert, die 32 Minuten Einsatzzeit waren dabei mit Abstand Höchstwert nach seiner Hüftverletzung. Offensiv war durchaus zu erkennen, dass IT Fortschritte macht. Der Wurf will zwar noch nicht fallen, wie man es aus der letzten Saison kennt (8/21 FG), Thomas kam aber schon wieder deutlich besser in die Zone und offenbarte ein ums andere Mal, dass das Pick'n'Roll mit LeBron eine sehr gefährliche Waffe werden könnte.

Er wird noch etwas Zeit brauchen, aber offensiv wird er den Cavs eine Dimension verleihen, die sie so seit dem Kyrie-Irving-Trade nicht hatten. Damit durfte aber natürlich auch gerechnet werden. Die Frage dagegen ist: Kann Cleveland gegen Golden State überleben, wenn Thomas und Kevin Love gleichzeitig auf dem Court stehen?

Nun mag der eine oder andere Cavs-Sympathisant einwerfen, dass Irving ja auch kein guter Verteidiger war; häufig war er das auch nicht. Irving konnte aber in Hochdruck-Situationen defensiv liefern - man denke nur an die Finals 2016. Und eine ganz simple Tatsache kommt hinzu: Thomas ist eben noch mal einen Kopf kleiner. Ihn zu verstecken, wird demnach deutlich schwerer.

Die Warriors waren dabei in dieser Partie noch relativ gnädig mit ihm. Das Pick'n'Roll mit Curry und Durant, welches Golden State in der Regular Season sowieso selten spielt, wurde nur in Halbzeit zwei ein paar Male gesucht - dann zeigte sich aber auch sofort, wie massiv die Probleme sind, die dadurch für Cleveland verursacht werden können. Man sollte sicherlich nicht davon ausgehen, dass Golden State auch in einem potenziellen Finals-Rematch so kulant sein wird.

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