Sonntag, 06.11.2016

Der starke Saisonstart der Los Angeles Clippers

Griffin: "Der Gegner soll uns spüren"

Die Los Angeles Clippers haben mit dem Sieg in San Antonio ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Verlassen konnte sich das Team von Doc Rivers erneut auf die starke Defense, doch auch offensiv setzten die Kalifornier eine echte Duftmarke.

"Wir konnten sie stoppen. Ich glaube, wir haben sie achtmal am Scoren gehindert, während wir gepunktet haben. Es fängt alles mit der Verteidigung an. Das sagt zwar jeder, aber es ist wirklich so." Das waren nicht etwa die Worte von Tony Allen von den Memphis Grizzlies, sondern die von Blake Griffin nach dem überzeugenden 116:92- Erfolg der Los Angeles Clippers bei den San Antonio Spurs aus der vergangenen Nacht.

Während fast die komplette NBA-Welt in die Bay Area schaut und sich über Addition von Kevin Durant zu den Golden State Warriors den Mund fusselig redet oder die Finger wund schreibt, durchleben die Los Angeles Clippers in deren Schatten eine kleine Transformation. Lob City gehört mehr und mehr der Vergangenheit an. Bereits in der vergangenen Saison stellte das Team von Doc Rivers eine Top-Five-Defense, doch in den ersten Spielen deutete sich bereits an, dass die Clips weiter Fortschritte in diesem Bereich gemacht haben.

Gegen die Spurs gab es nun den ersten echten Härtetest, welcher mit Bravour bestanden wurde. Zwar mussten beide Teams in der Nacht zuvor bereits ran, doch die Clippers steckten die Belastung besser weg und demontierten San Antonio bereits in der ersten Halbzeit. Entsprechend lobte Spurs-Coach Greg Popovich den Kontrahenten: "Sie waren fantastisch. Sie haben uns regelrecht zerstört." 73 Punkte hatte ein Team von Pop in 21 Jahren nach zwei Vierteln noch nie kassiert.

Defense first!

Zwar kassierten die Clippers in der noch jungen Saison erst eine knappe Pleite, daheim gegen die Oklahoma City Thunder, doch in der Offensive klickte es bislang noch nicht, wie man es von dieser explosiven Mannschaft gewohnt war. Vor dem Spiel in San Antonio trafen nur die Grizzlies schlechter aus dem Feld und auch der Distanzwurf fiel noch nicht wie gewohnt (lediglich 28,9 Prozent).

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Stattdessen wurden die ersten Spiele am hinteren Ende des Courts gewonnen. Nur den Portland Trail Blazers gelang es den Clippers mehr als 100 Zähler einzuschenken. Die Utah Jazz wurden dagegen bei 75 Zählern gehalten und auch Memphis gelangen in eigener Halle keine 90 Punkte. "Auf unsere Defense können wir im Moment zählen. Vorne müssen wir uns erst noch finden", erklärte auch Chris Paul nach dem Sieg im Grindhouse, früher eine gefürchtete Halle für die Clippers.

Big Men unter 24: Die Großen sterben aus? Von wegen!
Willie Cauley-Stein (Kings): Auch wenn er bei einer Chaostruppe spielt: In Sachen Defense macht "Trill" fast niemand etwas vor. Wird er eines Tages der neue Tyson Chandler?
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Willie Cauley-Stein (Kings): Auch wenn er bei einer Chaostruppe spielt: In Sachen Defense macht "Trill" fast niemand etwas vor. Wird er eines Tages der neue Tyson Chandler?
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Trey Lyles (Jazz): Am College musste er neben Towns und WCS öfter auf die Drei ausweichen – das hat Lyles eine enorme Vielseitigkeit verschafft. Bisher mangelt es nur an Konstanz, aber das soll bei 20-Jährigen wohl vorkommen.
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Trey Lyles (Jazz): Am College musste er neben Towns und WCS öfter auf die Drei ausweichen – das hat Lyles eine enorme Vielseitigkeit verschafft. Bisher mangelt es nur an Konstanz, aber das soll bei 20-Jährigen wohl vorkommen.
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Jahlil Okafor (Sixers): Okafor muss ständig gedoppelt werden und ist im Post für sein Alter unheimlich versiert. Sein Problem ist, dass er nicht 20 Jahre vorher geboren wurde – und dass die Sixers andere Big Men haben.
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Jahlil Okafor (Sixers): Okafor muss ständig gedoppelt werden und ist im Post für sein Alter unheimlich versiert. Sein Problem ist, dass er nicht 20 Jahre vorher geboren wurde – und dass die Sixers andere Big Men haben.
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Jusuf Nurkic (Nuggets): Nurkic hat die Saison furios eröffnet (16 Punkte, 12 Rebounds), leider funktioniert er nicht wirklich neben Jokic. Sollten sich die Nuggets für einen von beiden entscheiden müssen, wäre es aber eher nicht Nurkic.
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Jusuf Nurkic (Nuggets): Nurkic hat die Saison furios eröffnet (16 Punkte, 12 Rebounds), leider funktioniert er nicht wirklich neben Jokic. Sollten sich die Nuggets für einen von beiden entscheiden müssen, wäre es aber eher nicht Nurkic.
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Clint Capela (Rockets): Nach dem Howard-Abgang ist der Schweizer auf einmal Starter in Houston und offenbart großes Potenzial. Kein Anspiel von Harden ist zu hoch für den Super-Athleten.
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Clint Capela (Rockets): Nach dem Howard-Abgang ist der Schweizer auf einmal Starter in Houston und offenbart großes Potenzial. Kein Anspiel von Harden ist zu hoch für den Super-Athleten.
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Dario Saric (Sixers): Der "Homie" muss sich noch ans NBA-Game gewöhnen und agiert bisher mit der Effizienz eines Vierjährigen, der aus Versehen Kaffee getrunken hat (19 Prozent FG!). Langfristig sollte sich sein Game aber gut mit dem von Embiid ergänzen.
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Dario Saric (Sixers): Der "Homie" muss sich noch ans NBA-Game gewöhnen und agiert bisher mit der Effizienz eines Vierjährigen, der aus Versehen Kaffee getrunken hat (19 Prozent FG!). Langfristig sollte sich sein Game aber gut mit dem von Embiid ergänzen.
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Julius Randle (Lakers): Die Defense muss sich unbedingt steigern. Im Angriff hat Randle jedoch die Chance, eine Art Blake Griffin für arme Linkshänder zu werden.
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Julius Randle (Lakers): Die Defense muss sich unbedingt steigern. Im Angriff hat Randle jedoch die Chance, eine Art Blake Griffin für arme Linkshänder zu werden.
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Aaron Gordon (Magic): Nominell ist Gordon zwar ein Small Forward, irgendwann realisieren die Magic aber hoffentlich noch, dass er auf die Vier gehört. Seine Athletik ist absurd – und neuerdings fällt offenbar sogar der Dreier.
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Aaron Gordon (Magic): Nominell ist Gordon zwar ein Small Forward, irgendwann realisieren die Magic aber hoffentlich noch, dass er auf die Vier gehört. Seine Athletik ist absurd – und neuerdings fällt offenbar sogar der Dreier.
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Nerlens Noel (Sixers): Seit seiner Ankunft in der Liga ist Noel ein Gamechanger in der Defense – offensiv natürlich nicht. Die Situation im überfüllten Philly-Frontcourt ist für seine Entwicklung alles andere als gut.
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Nerlens Noel (Sixers): Seit seiner Ankunft in der Liga ist Noel ein Gamechanger in der Defense – offensiv natürlich nicht. Die Situation im überfüllten Philly-Frontcourt ist für seine Entwicklung alles andere als gut.
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Steven Adams (Thunder): Man käme nicht auf die Idee, aber Adams ist erst 23 Jahre alt. Der Neuseeländer hat sich offensiv wie defensiv beständig gesteigert und ist heuer der wohl wichtigste Nebenmann von Abrissbirne Westbrook.
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Steven Adams (Thunder): Man käme nicht auf die Idee, aber Adams ist erst 23 Jahre alt. Der Neuseeländer hat sich offensiv wie defensiv beständig gesteigert und ist heuer der wohl wichtigste Nebenmann von Abrissbirne Westbrook.
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Nikola Jokic (Nuggets): Neben Towns und Porzingis ging er letzte Saison etwas unter, aber Jokic hat Potenzial – vor allem in der Offensive. Sein Super-PER von 21,5 als Rookie berücksichtigt allerdings nicht die bisher miese Defense.
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Nikola Jokic (Nuggets): Neben Towns und Porzingis ging er letzte Saison etwas unter, aber Jokic hat Potenzial – vor allem in der Offensive. Sein Super-PER von 21,5 als Rookie berücksichtigt allerdings nicht die bisher miese Defense.
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Myles Turner (Pacers): War sein 30-Punkte-16-Rebounds-Auftritt gegen die Mavs ein Vorbote? Falls ja: Heilige Makrele! Turner hat Range und kann den Ring beschützen – die Kombination ist selten.
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Myles Turner (Pacers): War sein 30-Punkte-16-Rebounds-Auftritt gegen die Mavs ein Vorbote? Falls ja: Heilige Makrele! Turner hat Range und kann den Ring beschützen – die Kombination ist selten.
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Joel Embiid (Sixers): Das größte Fragezeichen in dieser Liste. Kann er gesund bleiben? Wenn ja, drängt sich irgendwo ein Hakeem-Vergleich auf – und Embiid müsste in dieser Aufzählung unter die Top 3.
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Joel Embiid (Sixers): Das größte Fragezeichen in dieser Liste. Kann er gesund bleiben? Wenn ja, drängt sich irgendwo ein Hakeem-Vergleich auf – und Embiid müsste in dieser Aufzählung unter die Top 3.
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Andre Drummond (Pistons): Der wohl beste Rebounder der Liga hat sein Potenzial mit 23 noch lange nicht ausgeschöpft. Zum Saisonstart traf er immerhin die Hälfte seiner Freiwürfe – das wäre schon eine große Steigerung (vorher 35 Prozent!).
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Andre Drummond (Pistons): Der wohl beste Rebounder der Liga hat sein Potenzial mit 23 noch lange nicht ausgeschöpft. Zum Saisonstart traf er immerhin die Hälfte seiner Freiwürfe – das wäre schon eine große Steigerung (vorher 35 Prozent!).
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Kristaps Porzingis (Knicks): Der Lette ist ein "Einhorn" und hat den Madison Square Garden fast im Alleingang revitalisiert. Zum Saisonstart legte der Zinger in Sachen Effizienz ordentlich zu – Melo gehört die Gegenwart, Kristaps gehört die Zukunft.
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Kristaps Porzingis (Knicks): Der Lette ist ein "Einhorn" und hat den Madison Square Garden fast im Alleingang revitalisiert. Zum Saisonstart legte der Zinger in Sachen Effizienz ordentlich zu – Melo gehört die Gegenwart, Kristaps gehört die Zukunft.
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Karl-Anthony Towns (Wolves): KAT ist mit 21 schon einer der komplettesten Big Men der Liga. Sein Potenzial schreit nach "Tim Duncan 2.0" – als wäre die erste Version nicht schon bombastisch gewesen!
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Karl-Anthony Towns (Wolves): KAT ist mit 21 schon einer der komplettesten Big Men der Liga. Sein Potenzial schreit nach "Tim Duncan 2.0" – als wäre die erste Version nicht schon bombastisch gewesen!
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Anthony Davis (Pelicans): Der Saisonstart zeigte mal wieder: A.D. vereint Fähigkeiten in sich, die es in dieser Kombination noch nie in der NBA gab. Leider ist sein Team aktuell ein absoluter Trümmerhaufen.
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Anthony Davis (Pelicans): Der Saisonstart zeigte mal wieder: A.D. vereint Fähigkeiten in sich, die es in dieser Kombination noch nie in der NBA gab. Leider ist sein Team aktuell ein absoluter Trümmerhaufen.
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Und keine 24 Stunden tat es dies. 116 Punkte, 51,6 Prozent aus dem Feld und lediglich 9 Turnover. Der höchste Sieg der Saison war perfekt, auch weil durch erneut starke Verteidigung viele leichte Punkte generiert werden konnte. MVP-Kandidat Kawhi Leonard wurde bei mageren 16 Punkten und 3/13 aus dem Feld gehalten, während das gesamte Spurs-Team nur eine Feldwurfquote von 40,5 Prozent vorzuweisen.

Erstes Ausrufezeichen

"In jedem Training konzentrieren wir uns mehr auf die Defense, In jedem Spiel wollen wir unseren Gegner spüren lassen, dass wir da sind", erklärte Griffin die zuletzt guten Leistungen. Außer den Portland Trail Blazers traf kein Team mehr als 41 Prozent der Würfe, wobei fünf der sechs bisherigen Gegner durchaus Playoff-Hoffnungen hegen (Utah, OKC, Memphis, San Antonio, Portland).

Folgerichtig weisen die Clippers mit 90,7 das mit Abstand beste Defensivrating der Liga auf. Natürlich ist die Sample Size noch recht klein und wird sicher nicht auf diesem Niveau bleiben, doch nur zur Einordnung: Die Spurs-Verteidigung agierte in der vergangenen Regular Season auf einem historisch guten Niveau und stand nach 82 Spielen bei 96,6.

Eben jene Spurs bekamen dies nun am eigenen Leib zu spüren. "Wir haben schnell umgeschaltet und einfache Punkte gemacht. Das fühlt sich dann so an, als ob man nicht verfehlen kann", analysierte Griffin nach der Partie die Gala seiner Mannschaft. Es war das erste Ausrufezeichen der Saison und ein Fingerzeig an die Liga, dass mit den Clippers auch in dieser Saison zu rechnen ist, wenn auch vielleicht nicht mehr so spektakulär wie früher.

Die Los Angeles Clippers im Überblick

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