Sonntag, 16.10.2016

Milwaukee Bucks - Chicago Bulls 86:107

Zipser startet und zahlt Lehrgeld

Einen Tag nach dem Sieg gegen die Cleveland Cavaliers wurden die Stars bei den Chicago Bulls geschont. So erhielt Paul Zipser die Chance als Starter, machte aber ein schwaches Spiel. Dennoch gewannen die Bulls dank eines Mega-Comebacks mit 107:86 gegen die Milwaukee Bucks.

Ein verrücktes Preseason-Spiel. Mit 22 Punkten Rückstand lagen die Bulls im zweiten Viertel bereits hinten. Die bärenstarken Giannis Antetokunmpo (14 Punkte, 6 Rebounds, 2 Blocks) und Jabari Parker (21 Punkte, 6 Rebounds, 2 Steals) nahmen die Reservisten der Bulls auseinander.

Weil Kidd seine Stars aber früh herunter nahm und Gegenüber Hoiberg im Anschluss einige stärkere Spieler einwechselte, startete Chicago am Ende das Monster-Comeback und feierte überraschend einen Blowout-Sieg nach einem großen Rückstand. Matchwinner waren Isaiah Canaan mit 25 Punkten (8/13 FG) und Doug McDermott mit 22 Punkten (7/14 FG).

Paul Zipser stand dabei nur während der schwachen Bulls-Phase auf dem Feld. Der Deutsche konnte seine starke Leistung gegen die Cavs nicht bestätigen, hatte enorme Probleme mit Antetokunmpo und kam am Ende in 19 Einsatzminuten lediglich auf 4 Punkte (1/5 FG).

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Fred Hoiberg ließ Rondo, Wade, Butler und Gibson wie erwartet im Back-to-Back-Game draußen. Das bedeutete die Chance für Paul Zipser, der an der Seite von Canaan, Grant, Portis und Felicio erstmals in der Starting Five der Bulls stand. Und er bekam es gleich mit prominenten Gegenspielern tun, denn Gegenüber Kidd setzte bei den Bucks auf Dellavedova, Johnson, Antetokounmpo, Parker und Plumlee.

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Chicago, die Windy City, Heimat der Chicago Bulls. In der größten Stadt von Illinois lebten 2013 2,72 Millionen Menschen
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Ihre Heimspiele tragen die Bulls im United Center aus. Die 1994 eröffnete Arena fasst 21.711 Zuschauer
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Head Coach: Fred Hoiberg (seit Juni 2015)
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General Manager: Gar Forman (seit Mai 2009)
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Topscorer der vergangenen Saison war Jimmy Butler mit 20,9 Punkten im Schnitt
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Topscorer der vergangenen Saison war Jimmy Butler mit 20,9 Punkten im Schnitt
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Hometown-Hero und Neuzugang Dwyane Wade streicht diese Saison mit 23,2 Millionen Dollar die meiste Kohle aller Spieler im Kader ein
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PG: Rajon Rondo, Saison 2015/16 bei den Kings: 11,0 Punkte, 6,0 Rebounds, 11,7 Assists
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SG: Dwyane Wade, Saison 2015/16 bei den Miami Heat: 19,0 Punkte, 4,1 Rebounds, 4,6 Assists
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SG: Dwyane Wade, Saison 2015/16 bei den Miami Heat: 19,0 Punkte, 4,1 Rebounds, 4,6 Assists
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SF: Jimmy Butler, Saison 2015/16: 20,9 Punkte, 5,3 Rebounds, 4,8 Assists
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SF: Jimmy Butler, Saison 2015/16: 20,9 Punkte, 5,3 Rebounds, 4,8 Assists
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PF: Nikola Mirotic, Saison 2015/16: 11,8 Punkte, 5,5 Rebounds
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C: Robin Lopez, Saison 2015/16 bei den New York Knicks: 10,3 Punkte, 7,3 Rebounds, 1,6 Blocks
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All-Time-Scoring-Leader: Michael Jordan (1984-1993, 1995-1998) mit 29.277 Punkten
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All-Time-Rebounding-Leader: Michael Jordan (1984-1993, 1995-1998) mit 5.836 Rebounds
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All-Time-Assists-Leader: Michael Jordan (1984-1993, 1995-1998) mit 5.012 Assists
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Die Nummern #23 und #33 von Michael Jordan und Scottie Pippen hängen inzwischen unter dem Hallendach und werden nicht mehr vergeben
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Auch die Nummer 10 von Bob Love (1968-1976) ist auf ewige Zeiten unantastbar
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Jerry Sloan erlangte vor allem Bekanntheit als Trainer der Utah Jazz. Doch auch bei den Bulls (1966-1976) hinterließ er Spuren. Auch seine Nummer 4 hängt unter dem Dach des United Center
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Die größten Erfolge? Ratet mal. Angeführt von MJ gewannen die Bulls 1991-93 und 96-98 stolze sechs Titel
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1. Viertel: Zipsers Debüt in der Starting Five war schnell beendet. Nach einem vergebenen Dreier und einem Foul an Parker nahm der Deutsche schon nach drei Minuten wieder auf der Bank Platz. Beim Stand von 2:7 kam McDermott. Mit ihm holten die Bulls auf und befanden sich lange nah dran am Ausgleich, ehe Milwaukee Ende des Viertels davonzog. Die Bulls kamen in den letzten drei Minuten zu keinen Punkten mehr, die Bucks starteten angeführt von Parker einen 10:0-Run zum 32:19.

2. Viertel: Die Bucks setzten ihren Lauf fort, erst nach vier Minuten im zweiten Viertel kamen die Bulls wieder zu etwas Zählbarem, doch auch danach stürmten die Bucks über die konzeptlosen Bulls hinweg. Gegen Antetokounmpo und Parker hatten die Bulls keine Chance, immer wieder überrollten die athletischen Bucks Chicago im Fastbreak. Etliche Dunks und ein 50:29 nach 20 Minuten waren die Folge. Hoiberg warf mit Auszeiten um sich. Es brachte wenig, mit 60:43 ging es in die Pause.

3. Viertel: Wesentlich besser lief es für Chicago nicht, doch die Bucks schalteten einen Gang zurück und so kämpften sich die Bulls allmählich ins Spiel. Schön war das Match nicht mehr, Milwaukees Dunk-Show lag größtenteils auf Eis, dafür waren etliche lange Zweier und Fouls auf beiden Seite zu sehen. Der Bruch im Spiel kam Chicago zugute, nach einer halben Stunde verkürzten sie den Rückstand auf zehn Punkte, vor dem Schlussviertel führten die Bucks dann nur noch 79:70.

4. Viertel: Kidd entschloss sich, seine starken Starter fortan zu schonen, während Hoiberg nun auf Lopez, McDermott und Co. setzte. Das merkte man dem Spiel an. Plötzlich waren die Bulls am Drücker, wobei vor allem McDermott und Canaan heiß liefen. Neun Minuten vor Schluss glich Dinwiddie nach einem 11:2-Run zum 81:81 aus. Bei den Bucks-Reservisten klappte nichts mehr, während Chicago weiter rollte. Drei Minuten vor Schluss knallte Mirotic einen Eckendreier zum 98:82 rein. Milwaukee hatte das Basketballspielen eingestellt und so gewann Chicago am Ende überdeutlich mit 107:86.

Bucks vs. Bulls: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Isaiah Canaan. Der Guard kann jederzeit heiß laufen, was er gegen die Bucks eindrucksvoll bewies. Gemeinsam mit McDermott war er der Initiator des großen Comebacks, traf 5 seiner 9 Dreierversuche und zog Milwaukees Reservisten so den Zahn. Bezeichnend dafür das in diesem Falle aussagekräftige Plus-Minus-Rating von +32.

Der Flop des Spiels: Jason Terry. Der Alt-Meister wirkte noch mächtig eingerostet. Er stand während der großen Aufholjagd der Bulls beinahe dauerhaft auf dem Feld und sollte etwas Struktur in die Offense der Hausherren zu bringen, nahm aber stattdessen etliche zweifelhafte Würfe, traf wenig (1/5 FG) und kam hinten etliche Male ein Schritt zu spät.

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Das fiel auf:

  • Von den hinteren Rotationsspielern der Bulls konnte sich kaum ein Spieler für höhere Aufgaben empfehlen. Offensiv fehlte ohne Wade und Rondo eine ordnende Hand. Der Ball wurde nur sporadisch bewegt, in vielen Fällen war das Spiel zu hektisch und wenig durchdacht. Dabei prägten oftmals Einzelaktionen das Spiel im Angriff. Bezeichnend, dass es erst besser lief, als mit Lopez, McDermott und Co am Ende einige etablierte Kräfte auf dem Feld standen.
  • Gerade die Transition-Defense sollte Hoiberg Sorgen machen. Bucks-Fastbreaks bedeuteten stets sichere Punkte. Doch auch gegen Milwaukees Setplay waren die Bulls lange überfordert. Die Schnitzer in der Verteidigung waren kaum mehr zu zählen, ihre Folge war dafür bestens sichtbar, denn die Bucks nutzten die riesigen Löcher und veranstalteten ein Dunk-Festival. Hoiberg schüttelte immer wieder mit dem Kopf und nahm viele Auszeiten.
  • Auch für Paul Zipser war es eine Lehrstunde. Er bekam es von Beginn an mit Antetokounmpo zu tun und hatte einige Probleme mit dem stark aufspielenden Greek Freak, der den Deutschen mehrfach auf dem falschen Fuß erwischte. Bezeichnend: Ein And One des Griechen, als er Zipser mit einem Spin Move einmalig stehen ließ und mit Foul des Rookies den Layup verwandelte. Die defensiven Probleme nahmen Zipser auch in der Offensive etwas das Selbstvertrauen.
  • Die Bulls steigerten zwar auch ihre defensive Intensität, das große Comeback ist aber vor allem darauf zurückzuführen, dass Kidd relativ zeitig auf seine zweite Garnitur setzte, während Hoiberg gleichzeitig mehr Qualität brachte. Mit Parker und Antetokunmpo auf dem Feld wäre es für die Bulls wohl schwieriger geworden, denn das Forward-Duo zeigte mit einige beeindruckenden Aktionen ein ganz starkes Spiel, das Lust auf mehr machte.

Der Spielplan im Überblick

Martin Gödderz

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Martin Gödderz(Redaktion)

Martin Gödderz, Jahrgang 1989, ist User der ersten Stunde bei SPOX.com. Über die aktive Mitarbeit bei mySPOX fand er 2010 den Weg von Köln nach München für ein Praktikum. Seitdem ist er trotz eines laufenden Sport- und Germanistikstudiums fester Bestandteil der NBA-Redaktion, hat aber auch schon Sonderaufgaben im Redaktionsbetrieb übernommen wie die Betreuung des Red Bull Air Race.

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