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Die Thunder und Warriors nach Game 6

Das Biest ist erwacht

Sonntag, 29.05.2016 | 09:26 Uhr
"Game 7, Baby!" - Stephen Curry zeigt an, dass die Conference Finals noch nicht gelaufen sind
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Mit dem Rücken zur Wand haben die Golden State Warriors in Spiel 6 die richtige Reaktion gezeigt und den härtesten Test in der Ära Steve Kerr bestanden. Neben den überragenden Splash Brothers Stephen Curry und Klay Thompson spielte dabei aber auch die schwache Leistung der Thunder-Stars eine große Rolle. Die Entscheidung fällt nun in Game 7 (Dienstag ab 3 Uhr im LIVESTREAM FOR FREE).

"Wir wissen, dass uns noch ein Spiel bevorsteht. Darauf freuen wir uns", sagte Kevin Durant und machte dabei ein Gesicht, als würde er sich nie wieder auf irgendetwas freuen. "Es ist jetzt nicht an der Zeit den Kopf hängen zu lassen", erklärte er, und kämpfte darum, den Kopf nicht doch ein bisschen hängen zu lassen.

Der Inhalt seiner Worte war ja nicht falsch - beide Teams haben die gleiche Chance, Spiel 7 für sich zu entscheiden, Heimvorteil hin oder her. "Jetzt heißt es 'Win or go home', so einfach ist das", fügte richtigerweise Russell Westbrook hinzu. Dass beide dabei nicht unbedingt beste Laune versprühten, war jedoch ebenfalls angebracht.

Denn die beiden Superstars wussten ebenso gut wie jeder andere, dass sie in Game 6, vor ihren frenetischen Fans und gegen einen keineswegs perfekt spielenden Gegner, eine riesengroße Chance hatten liegen lassen. Und dass sie, also Russ und KD, einen ziemlich großen Anteil am Verpassen dieser Chance hatten.

In den Seilen, nicht auf den Brettern

Eigentlich hatte OKC die Dubs nämlich genau dort, wo man sie haben wollte, und das gleich mehrfach. Im zweiten Viertel etwa, als man kurz auf 13 Punkte davon war und einen gewissen Deja-Vu-Effekt spüren konnte - in den Spielen 3 und 4 war man schließlich jeweils im zweiten Viertel weit davongezogen.

Das gelang diesmal nicht, da die Warriors in Klay Thompson einen Spieler hatten, der die ganze Partie über Gegenwehr leistete, auch wenn seine Teammates teilweise erst später aufwachten. Dennoch behielt OKC die Kontrolle und hatte auch knapp sechs Minuten vor dem Ende noch eine sehr gute Ausgangslage, um erstmals seit 2012 wieder in die Finals einzuziehen.

Die Führung betrug 7, zudem lagen die Warriors bereits über der Foul-Grenze, während die Thunder noch kein einziges Foul begangen hatten. Dem Analyse-Tool inpredictable zufolge hatte OKC zu diesem Zeitpunkt noch eine Siegwahrscheinlichkeit von etwa 90 Prozent.

That escalated quickly

Und dann, um es mit Ron Burgundy ("Anchorman") zu sagen, "eskalierte es schnell". Durant bekam gegen den überragend verteidigenden Andre Iguodala nicht die Würfe, die er haben wollte, dennoch suchten die Thunder ihr Heil fast ausschließlich in Isolationen für ihn. Und wenn nicht KD mit dem Kopf durch die Wand wollte, versuchte es eben Westbrook.

"Unsere Offense ist zum Ende des Spiels etwas statisch geworden", drückte es OKC-Coach Billy Donovan danach in der Untertreibung des Jahres aus. Nichts war mehr zu sehen von der clever spielenden Truppe, die Golden State mit zwei Blowout-Siegen in Serie erst die Pistole auf die Brust gesetzt hatte. Viel eher zeigte OKC wieder die "Offense", mit der das Team schon in der Regular Season etliche Führungen verspielt hatte.

Um das klarzustellen: Die Taktik wäre in Ordnung gewesen, hätten die beiden ihre Würfe getroffen - dass man Spiele auch mit wilden, "schlechten" Würfen gewinnen kann, zeigten die beiden Scharfschützen auf der Gegenseite -, nur sollte es eben nicht komplett an einem Plan B fehlen, wenn die Einzelaktionen keinen Erfolg bringen.

Den Knockout verpasst

Da dies aber der Fall war, lief die Schlussphase für OKC entsprechend katastrophal. In den letzten fünf Minuten war ein Putback von Roberson, (natürlich) nach Durant-Fehlwurf, der einzige Korberfolg der Thunder.

In den letzten zwei Minuten verlor allein Russ viermal den Ball, zweimal schmiss er dabei sogar Einwürfe in die Arme von Stephen Curry. Zusammen lieferten die beiden Superstars im letzten Viertel 12 Punkte (bei 3/14 FG) sowie sechs Ballverluste. Auf dieser Bühne, gegen ein trotz aller Probleme so offensivstarkes Team, reicht das einfach nicht aus.

Gegen die Dubs muss man die Chancen nutzen, die sich zum Knockout bieten. Besonders dann, wenn Curry schwächelt - der Mann ist als Shooter einfach zu gut, als dass er dauerhaft so schlecht treffen würde wie in der ersten Halbzeit. Diese Lektion mussten die Thunder lernen, als der MVP ihnen 22 seiner 31 Punkte in der zweiten Hälfte einschenkte und die Partie kurz vor dem Ende mit einem wilden Layup entschied.

Klay spielt wie ein Irrer

Dass er überhaupt in der Lage dazu war, war vor allem Thompsons Verdienst - entsprechend bedankte sich Curry auch beim besten Mann seines Teams: "Klay hat den Moment verstanden. Die Würfe, die er heute getroffen hat, waren einfach unfassbar wichtig. Wahnsinn, wie selbstbewusst er sie genommen hat."

Steve Kerr pflichtete ihm bei und sagte, "das war eine der unglaublichsten Shooting-Leistungen, die wir je sehen werden. Das ist das Schöne bei Steph und Klay. Sie bewegen sich immer auf einem schmalen Grat zwischen verrückt und tödlich. Wir leben gerne mit einigen verrückten Fehlwürfen, weil sie eben beide auch genug verrückte Würfe treffen."

OKC: Angst vor dem Kollaps?

Und damit hatte er natürlich völlig Recht - Thompsons unfassbare 11 Dreier (21 insgesamt) retteten die Saison der Warriors. Aber auch Draymond Green war in der verhassten Chesapeake Arena erstmals ein echter Faktor, und Kerrs Entscheidung, in der zweiten Halbzeit Iguodala für Harrison Barnes starten zu lassen, erwies sich ebenfalls als äußerst wichtig.

Obwohl die Splash Brothers verdientermaßen die Schlagzeilen dominieren, war dieser Sieg eine echte Team-Leistung. In den letzten Minuten sahen die Warriors sogar wieder verdächtig wie das 73-Siege-Team aus, das in den Spielen 3 und 4 noch völlig überfordert gewirkt hatte. Die Thunder hätten dies verhindern können, doch jetzt sind sie wieder das Team, das mächtig unter Druck steht.

"Ich freue mich jetzt einfach nur extrem darüber, Spiel 7 bei uns zu haben", sagte Green. "Für eine Situation wie diese würden Leute sterben. Das wird das härteste Spiel in unserem Leben!" Dem zuletzt harsch kritisierten Forward kaufte man die Vorfreude, anders als zuvor Durant, tatsächlich ab.

Der Spielplan im Überblick

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