NBA

Ein Baseballer im NBA-Draft

Von Jan Dafeld
Wurden beide erst in der zweiten Runde gedraftet: Danny Ainge und Maurice Cheeks
© getty
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Pick 34: Don Buse (1972)

Weitere Kandidaten: -

Die Karriere: 1x All-Star, 4x All-Defensive First Team

Die Draft-Situation: Don Buse galt als der überragende Spieler am College von Evansville und führte seine Purple Aces 1971 sogar zum NCAA-Titel - allerdings in der zweiten Division. Dass der Point Guard trotz des niedrigen College-Niveaus ein Kandidat für das Olympische Team 1972 war, veranschaulicht Buses Klasse aus heutiger Sicht wahrscheinlich am besten. Für einen hohen Pick im Draft reichte es dennoch nicht. In Zeiten des Werbens zwischen ABA und NBA um die größten Talente des Landes, galt eine NBA-Karriere von Buse als eher unwahrscheinlich. Die Skeptiker behielten Recht: Nachdem sich die Pacers aus der ABA um den gebürtigen Huntingburger (Indiana) bemühten, entschied sich Buse für ein Engagement in Indiana.

Die anderen Picks: Die Suns konnten 1972 gleich fünf Spieler im Draft auswählen und gingen trotzdem nahezu leer aus. Während sich Drittrundenpick Claude Terry ebenso wie Buse für die NBA entschied, kam der 33. Pick Scott English auf nicht mal 200 Minuten bei den Suns, ehe er sich ebenfalls für eine Karriere in der ABA entschied. Corky Calhoun, den Phoenix an Positon vier auswählte, blieb zwar in der NBA, konnte seine hohe Platzierung jedoch nie rechtfertigen. Nach zwei enttäuschenden Saisons tradeten ihn die Suns schon wieder in Richtung Los Angeles.

Pick 33: Bob Love (1966)

Weitere Kandidaten: Happy Hairston, Kevin Duckworth

Karriere: 3x All-Star, 2x All-NBA Second Team, 3x All-Defensive Second Team

Die Draft-Situation: Nachdem Bob Love in seinem Sophomore-Jahr sogar in ein All-America-Team berufen wurde, schien der Small Forward in seinen letzten beiden College-Jahren ein wenig abzubauen. Love galt immer noch als klar bester Spieler seines Colleges, die herausragenden Leistungen und Rekorde blieben aber aus. Darüber hinaus zog er in dem kleinen Team der College Jaguars, die 1965 noch keine NCAA Tournament-Teilnahme vorweisen konnten, überregional nur wenig Aufmerksamkeit auf sich.

Die anderen Picks: Die Cincinnati Royals bewiesen 1966 in den späteren Runden des Drafts einen feinen Riecher und sicherten sich mit Jon McGlocklin, Flynn Robinson und Bob Love in den Runden zwei, drei und vier gleich drei spätere All-Stars. Viel Nutzen zog die Franchise aus ihren eigentlich guten Entscheidungen aber nicht: Robinson verließ das Team noch in seiner ersten Saison, McGlocklin und Love kamen bei den Royals nie über den Status des Rollenspielers hinaus und heuerten nach nur zwei Jahren bei der Konkurrenz an, wo beide ihren Punkteschnitt auf Anhieb mehr als verdoppeln konnten.

Pick 32: Rashard Lewis (1998)

Weitere Kandidaten: Bill Bridges

Karriere: 2x Champion, 2x All-Star

Die Draft-Situation: Trotz zahlreicher Angebote von renommierten Colleges entschied sich Rashard Lewis nach einer herausragenden High-School-Karriere für den direkten Schritt in die NBA. Ohne College-Erfahrung und mit einer eher schlechten Fußarbeit galt der Forward zwar als riskanter Pick, dem dank seines Jumpers aber enormes Potenzial bescheinigt wurde. So wurde Lewis am Tag des Drafts sogar als einer der 15 besten Spieler des Jahrgangs in den Green Room eingeladen und musste dort mit ansehen, wie ein Spieler nach dem anderen den Saal verließ, ehe nur noch Lewis selbst dort saß. Mit Dirk Nowitzki wählten die Milwaukee Bucks bereits an Position neun einen Spieler mit ähnlichen Anlagen aus, selbst Al Harrington, der eigentlich nur als zweitstärkster High Schooler hinter Lewis galt, wurde sieben Positionen früher gezogen.

Die anderen Picks: Auch die SuperSonics entschieden sich erst mit ihrem zweiten Pick für Lewis und wählten mit dem 27. Pick im Draft noch Center Vladimir Stepania aus. Ähnlich wie auch der 33. Pick Jelani McCoy enttäuschte der Georgier allerdings größtenteils, sodass Lewis schnell zum größten Talent der Sonics aufsteigen konnte. Ähnlich erging es auch den Rockets: Nachdem Houston mit den Picks 14, 16 und 18 nicht allzu viel Erfolg hatte, entwickelte sich ausgerechnet der 41. Pick Cuttino Mobley zum vielversprechendsten Youngster der Texaner.

Pick 31: Danny Ainge (1981)

Weitere Kandidaten: Doc Rivers, Nikola Pekovic, Anderson Varejao

Karriere: 2x Champion, 1x All-Star

Die Draft-Situation: Auch wenn Ainge erst an der 31. Position im Draft ausgewählt wurde, galt der Swingman bereits 1981 als einer der besten Spieler seines Jahrgangs. In seinem Senior-Jahr kam Ainge für die Brigham Young Cougars auf fast 25 Punkte pro Spiel und erhielt am Ende des Jahres sogar den John R. Wooden Award für den besten College-Spieler des Landes. Das Problem, das viele NBA-Teams in einer Auswahl von Ainge sahen: Seit 1979 war der heutige Celtics-Manager bereits professioneller Baseballer für die Toronto Blue Jays - zusätzlich zu seiner College-Karriere. Neben der Frage, ob Ainge sich überhaupt für die NBA und gegen eine Karriere in der MLB entscheiden würde, kam auf das Team, das den damals 22-Jährigen auswählen sollte, somit auch noch ein hoher Buy-Out zu.

Die anderen Picks: Wie so häufig in dieser Reihe entschädigte auch Ainge sein Team für zwei frühere Picks, die - gelinde gesagt - keine große Karriere in der NBA feiern konnten. 1981 entschieden sich die Celtics an den Positionen 23 und 25 für die beiden Guards Charles Bradley und Tracy Jackson. Jackson verließ die Celtics nach nur elf enttäuschen Spielen schon wieder. Bradley blieb immerhin zwei Jahre in New England, kam aber ebenfalls nie auf mehr als vier Punkte pro Spiel in einem Jersey der Kelten.

Seite 1: Die Picks 45-43: Von Dragic bis Redd

Seite 2: Die Picks 42-39: Von Jackson bis Porter

Seite 3: Die Picks 38-35: Von West bis Boozer

Seite 4: Die Picks 34-31: Von Buse bis Ainge

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